Kellner deckt Tisch mit Gläsern
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Die Gastronomen in der Region sind in den Startlöchern.

Umfrage in der Gastroszene

Gastronomen in der Region stehen in den Startlöchern 

Wann genau in Hessen die Restaurants und Cafés wieder öffnen dürfen, wird am Donnerstag bekanntgegeben. Eine Umfrage in der Gastroszene der Region zeigt, dass trotz offener Fragen es alle kaum noch abwarten können.

  • Restaurantbetreiber hoffen auf ein Stück Normalität in der Gastronomie
  • Branche dringt nach wochenlanger Schließung auf Perspektive
  • Hoffen auf „gute Nachrichten" am Donnerstag

Mediterran Delikate

Fulda/Hünfeld - Gürkan Caliskan, Inhaber des Fuldaer Restaurants, sagt: „Das war am Mittwoch ein großer, entscheidender Schritt, zur Normalität zurückzukehren. Dass wir als kleines Restaurant mit den Auflagen, die jetzt kommen werden, wirtschaftlich arbeiten können, glaube ich nicht. Aber dann müssen wir uns bei halber Kapazität eben etwas einfallen lassen – vielleicht müssen die Gäste in zwei Schichten kommen, die einen vor 20 Uhr, die anderen danach. Aber es ist doch besser als nichts.

Dass die Mehrwertsteuer in der Gastronomie für ein Jahr reduziert wird, hilft uns sicher auch. Aber das Wichtigste ist, dass die Hindernisse aus den Köpfen verschwinden und wir wieder ein Stückweit Normalität in die Gastronomie bekommen. Denn am meisten vermisse ich eines – unsere Gäste. Und umgekehrt scheint es genauso zu sein.

Praforst

Marc und Carolin Zuspann vom Hünfelder Restaurant Praforst: „Vorab: Das, was die Landesregierung bislang in der Krise gemacht hat, hat sie gut gemacht. Wenn wir das Virus damit eindämmen konnten, war es der richtige Weg. Nun ist es wichtig, dass es eine Perspektive gibt, die unserer Branche ein Vorankommen ermöglicht. Wir brauchen konkrete Aussagen, wie es weitergeht: Was ist zum Beispiel mit kleineren Hochzeiten oder Tröstern? Wie werden Großveranstaltungen definiert, die weiterhin nicht stattfinden können? Wir haben viel Platz in unseren Restaurants. Wenn die Regierung erlaubt, dass nur die Hälfte bestuhlt werden darf, ist das bei uns immer noch mehr als bei vielen anderen. Wichtig ist, dass es konkrete Regeln gibt, die auch entsprechend kommuniziert werden. Wir sind vorbereitet.“

Dehoga-Kreisverband Fulda

Steffen Ackermann, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Fulda Stadt und Landkreis, sagt: „Ich habe die Aussagen von Ministerpräsident Bouffier am Fernsehen verfolgt. Nun bin ich voller Hoffnung, dass wir am Donnerstag positive Nachrichten bekommen.“ Die Lage in der Gastronomie sei dramatisch, es zähle jeder Tag. Aber: „Persönlich habe ich die Hoffnung, dass – auch nach dem, was ich aus dem Verband höre – ab Montag geöffnet werden darf. Natürlich mit Auflagen wie etwa Desinfektionsmittelspender, Platzanweiser oder die Empfehlung, dass bargeldlos bezahlt werden sollte. Damit das Gastgewerbe überleben kann, brauchen wir aber eine Strategie und einen Rettungsfonds. Ich denke, dass die Politik verstanden hat, dass unsere Branche besonders betroffen ist.“

Rhöner Charme/Fuldaer Haus

Andreas Rau, Vorsitzender der Wirtevereinigung „Rhöner Charme“ und Inhaber des Fuldaer Hauses an der Maulkuppe, sieht in der Umsetzung der Hygiene- und Abstandsvorgaben überhaupt kein Problem. „Ein Großteil dieser Regelungen galt schließlich schon, als wir schließen mussten“, sagt er. Nachdem am Donnerstag die Details für Hessen bekanntgegeben sind, soll es im Fuldaer Haus am Freitag eine große Personalversammlung geben, in der dann besprochen wird, wie es konkret weitergeht. „Ich schätze, dass wie in Bayern erst einmal die Außenbereiche geöffnet werden können“, vermutet Rau, der sich zudem Gedanken über die Lieferketten macht: „Wenn jetzt alle Gastronomen gleichzeitig wieder Waren bestellen, dann kann das ganz schnell eng werden“, befürchtet er.

bt, kw, dk

Auch interessant: Welche Konzepte Gastronomen haben, um nach dem Shutdown wieder zu öffnen.

Weitere Stimmen von Gastronomen aus der Region lesen Sie in der Donnerstagausgabe der Fuldaer Zeitung und im E-Paper.

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