Volker Strauch, der langjährige Leiter des Fuldaer Umweltzentrums.
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Volker Strauch, der langjährige Leiter des Fuldaer Umweltzentrums, ist jetzt im Ruhestand. (Archivfoto)

Einer, der „Ökologie“ umfassend denkt

Umweltzentrum-Chef Volker Strauch jetzt im Ruhestand

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Eine Landesgartenschau zum Start und beinahe die nächste Landesgartenschau zum Abschied aus dem Arbeitsleben: Volker Strauch (64), der langjährige Leiter des Fuldaer Umweltzentrums, ist drei Jahre zu früh in den Ruhestand gegangen, um seine Tätigkeit so „einzurahmen“.

Doch der gebürtige Berliner hat ja seine Arbeit in Fulda auch nicht erst mit der Eröffnung der Gartenschau 1994 aufgenommen: Bereits 1990 zog er um: von Neukölln nach Nüst. Denn am 1. April wurde er Geschäftsstellenleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Landesgartenschau-Gesellschaft.

Von Berlin nach Fulda

Strauch, studierter Diplomingenieur der Fachrichtung Landschaftsplanung, arbeitete bis dahin beim Umweltbundesamt in Berlin. Weil er über seine freiberufliche Tätigkeit Kontakte nach Fulda hatte, war er gefragt worden, ob er jemand für die Gartenschau-Stelle kenne. „Bekannte, die das machen wollten, hatte ich nicht, aber irgendwann habe ich mich selbst gefragt, ob das nicht was für mich ist“, erinnert er sich. Es habe für die Familie damals gut gepasst, und er habe den Wechsel zudem als Chance gesehen, mal wegzukommen von der „Insel“ Berlin. Denn als die Weichen für den Wechsel nach Osthessen gestellt wurden, waren Berlin und Deutschland noch geteilt – „und als die Grenze aufging, war schon alles auf dem Weg“, sagt Strauch.

Dass aus der Fulda-Zeit drei Jahrzehnte wurden, zeigt: So richtig bereut hat Strauch die Entscheidung nicht. Das dürfte auch daran liegen, dass sich an die Gartenschau-Stelle eine Aufgabe anschloss, die Strauch mit Hingabe und großem Einfühlunsvermögen ausfüllte: die Leitung des Umweltzentrums.

Dessen Entstehung geht auf eine Initiative des „Hessischen Instituts für Lehrerfortbildung“ (HILF) zurück: „Dr. Michael Imhof und Dr. Hans Unbehaun standen irgendwann mit einem Vorschlag im Gartenschau-Büro“, berichtet Strauch. Die ersten Ideen seien in Richtung eines Schulbiologie-Zentrums gegangen, doch in den Gesprächen mit den Verantwortlichen beim HILF und der Stadt um OB Dr. Wolfgang Hamberger habe man das Konzept bewusst geöffnet, um mit einem breiten Spektrum viele Zielgruppen zu erreichen. Diese Ausrichtung gelte bis heute.

Sein Auftrag: Bildung, Beratung und Kommunikation

Mit der Aufgabe, dieses Zentrum zu entwickeln, blieb Strauch in Fulda. „In der Satzung sind als Aufgaben des Umweltzentrums Bildung, Beratung und Kommunikation genannt. Für uns war das auch ein Auftrag, die ökologischen Projekte und Entwicklungen in und um Fulda zu begleiten und voranzubringen“, sagt Strauch. Ein „Kind“ dieses Ansatzes sind die „Energiewochen“ . Die gibt es alle Jahre wieder seit 1993. „Ganz viel drehte sich anfangs um die Enegiesparlampen der ersten Generation“, erzählt Strauch. Längst habe sich das Themenspektrum gaber eweitet und umfasse das ganze Feld der Nachhaltigkeit im Energiesektor.

„Wir haben mit vielen Akteuren zusammen vieles probiert, und nicht alles war für die Ewigkeit, aber vieles hat sich auch bewährt“, sagt der Frisch-Ruheständler und nennt unter anderem die sehr gefragten Frühlings- und Herbstmärkte rund um das Umweltzentrum und die „Wildbiologischen Wochen“. Und eben das Umweltzentrum selbst. „Als wir es entwickelt haben, da war ,Nachhaltigkeit‘ noch nicht in aller Munde. Aber wir hatten diesen Gedanken wie selbstverständlich im Hinterkopf. Ein „Wegwerfprodukt“ nur für eine Landesgartenschau sei nie in Erwägung gezogen worden.

Freude über das Label „Nachhaltigkeit“

Man merkt Strauch an: Es freut ihn, dass das Umweltzentrum – dieses Mal wirklich mit dem Label „Nachhaltigkeit“ – seinen Platz in der Bewerbung für die Landesgartenschau 2023 gefunden hat. Die Signale zeigten nicht auf ein eher langweiliges „weiter so“: Jetzt bestehe die Chance, der Arbeit des Zentrums mit neuer Leitung und einer neuen Gartenschau im Blick neue Impulse zu geben. Denn längst gehe es ja bei „Umweltfragen“ nicht nur um naturwissenschaftlich-technische Dinge, sondern um die Grundfragen nach unserer Lebensweise. Das gelte „nach Corona“ mehr denn je.

Auch wenn Strauch mit dem April seine Arbeit beendet hat: Bei Umweltfragen wird er weiterhin ein wichtiger Ansprechpartner sein – dem Ehrenamt sei Dank: Er ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der anerkannten Naturschutzverbände und zudem Kreisvorsitzender des Naturschutzbunds. Und dass er bei Projekten im Umweltzentrum mitwirkt, will er auch nicht ausschließen.

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