Am Escherndorfer Lump bieten sich tolle Ausblicke.
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Am Escherndorfer Lump bieten sich tolle Ausblicke.

Paradies für Weinliebhaber

Urlaub in Bayern: Fünf gute Gründe für einen Ausflug an die Volkacher Mainschleife

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Saftig grüne Weinstöcke, üppige Gemüsegärten und Obstbäume, deren Äste sich unter der Last der Früchte biegen: Die Volkacher Mainschleife in Bayern kommt ein bisschen so daher wie das Land, in dem Milch und Honig fließen.

Volkach - Ob bei einem Tagesausflug oder für ein Wochenende: Die Volkacher Mainschleife ist von Osthessen aus ein Katzensprung. Allein wenn eine WallfahrtskircheMaria im Weingarten“ heißt, ahnt man schon, dass das gelobte Land genau dort sein muss. Zumindest dürfte es Weinliebhabern so gehen. Doch es gibt noch viele andere Gründe, diese hübsche Region, die quasi vor der Haustüre liegt, zu besuchen.

1. Die Landschaft

Weinberge, pittoreske Örtchen und ein Fluss – viel mehr braucht es für eine Region nicht, um landschaftlich zu punkten. Wer einen Spaziergang durch die Weinberge unternimmt, dem bieten sich herrliche Aussichten. Als Ziel zu empfehlen ist die Vogelsburg. Die Tour führt durch den Weinberg Escherndorfer Lump. Oben angekommen, sieht man die gesamte Mainschleife und kann den Wein probieren, der dort angebaut wird.

2. Der Wein

Silvaner, Müller Thurgau oder ein fränkischer Rotwein: Die Volkacher Mainschleife ist die größte zusammenhängende Weinbauregion Frankens. Gefühlt an jeder Ecke gibt es Winzer. Dass der Wein dieser Region schmeckt, das haben auch die Bischöfe festgestellt: So ist das Weingut am Lump der Lieferant der Deutschen Bischofskonferenz. Eine Vinothek der besonderen Art gibt es in Untereisenheim: Das Weinparadies Hirn ist im Stil von Friedensreich Hundertwasser gebaut und hebt sich mit den extravaganten Formen und Farben ab.

3. Der Main

Vom Wein zum Main: Der Fluss hat im Volkacher Umland seinen ganz eigenen Charme. In den 1950er Jahren wurde der Mainkanal gebaut, der den südlichen Teil der Mainschleife abkürzt. Gerade in diesem Sommer sind die Orte (und Campingplätze) am Altmain ein beliebtes Urlaubsziel. Schwimmen, Kanu fahren, Stand-Up-Paddeln – auf dem Fluss sind viele Wassersportarten möglich. Durch den Bau des Mainkanals sind außerdem künstliche Inseln entstanden. So liegen die Orte Nordheim und Sommerach auf der sogenannten Weininsel.

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Wissenswertes

Anreise: Die Entfernung von Fulda nach Volkach beträgt etwa 120 Kilometer. Die Strecke verläuft weitgehend über die A7, die A70 und die B286.

Mit der Bahn führt die Verbindung über Würzburg oder Schweinfurt und dann weiter mit dem Bus an die Volkacher Mainschleife.

Camping: Der Campingplatz Katzenkopf in Sommerach liegt idyllisch direkt am Main.

Pension: Das Familienweingut Braun in Fahr hat elf Gästezimmer. Der Preis für ein Doppelzimmer beginnt ab 85 Euro inklusive Frühstück. Die Pension ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge mit dem Rad oder Wanderungen.

4. Die Weininsel

Sommerach ist mehrfach ausgezeichnet und hat unter anderem beim DorfwettbewerbUnser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ Gold abgeräumt. 2012 auf Landesebene und 2013 auf Bundesebene. Sommerach liegt, genau wie Nordheim, auf der Weininsel. An den Fachwerkhäusern wächst wilder Wein, die Gärten sind voll mit Gemüse, und die Restaurants bieten tolles Essen an. Auch die Wehrmauer aus dem 15. und 16. Jahrhundert ist gut erhalten und umschließt den Ortskern. Parken darf man im Altort allerdings nicht. Das geht nur vor den Toren Sommerachs.

5. Die Franken

Auch wenn das Frankenland zu Bayern gehört: In erster Linie sind die Franken fränkisch und nicht bayerisch. Das ist ein bisschen so wie bei den Bretonen, die auch Wert darauf legen, als Bretonen und nicht als Franzosen wahrgenommen zu werden. Ein wenig Lokalpatriotismus ist durchaus verständlich. Wäre doch auch schade, wenn es in ganz Bayern nur noch „Mia san mia“ heißen würde. Der Franke, der seine eigene „Idendidät“ schätzt, würde der Diskussion vielleicht aus dem Weg gehen und sagen: „Geh kumm gämmer.“ Was die Franken sehr sympathisch macht: Sie sind Genießer. Ob guter Wein, eine herzhafte Brotzeitplatte, Braten, Klöße oder Schäufele: Beim Essen und Trinken kommt das Beste auf den Tisch. Und oft sind solche Feinschmecker ja auch hervorragende Gastgeber. Wenn etwas besonders gut ist, heißt es in Franken dann „Bassd scho“ – das hört sich vielleicht nicht nach einer Gefühlsexplosion an, ist aber dafür umso herzlicher gemeint.

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