Blumeninsel

Urlaub auf der portugiesischen Insel Madeira: Schlittenfahrten ohne Schnee und grüne Landschaft

  • Daniela Petersen
    VonDaniela Petersen
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Das Wort „Madeira“ kommt von dem portugiesischen Begriff „Holz“. Und wie das so ist: Wo Holz ist, da blüht es. Kein Wunder, dass Madeira auch Blumeninsel genannt wird. Vor allem im Frühjahr ist es hier zauberhaft.

Madeira - Sanft gleitet die Gondel über die Dächer von Madeira. Es ist eine Fahrt zum Staunen: Die üppig bewachsenen tiefen Täler sind hier in Funchal auch an den steilsten Hängen mit kleinen Häuschen bebaut, die sich an den Fels krallen. Die roten Schindeldächer leuchten in der Sonne. Am Horizont legt sich das dunkelblaue Meer wie eine unendliche Decke um die Insel. Wenn die Augen besser wären, könnte man vielleicht Delphine und Wale sehen, die vor Madeira ihren Lebensraum haben.

Urlaub auf Madeira: Schlittenfahrten ohne Schnee und grüne Landschaft - Portugiesische Insel

Doch für heute ist der Berg das Ziel mit seinem Vorort Monte. Auf einem Fleck gibt es dort eine ganze Menge: Neben der Wallfahrtskirche „Nossa Senhora do Monte“, wo der letzte österreichische Kaiser Karl I. begraben liegt, ist es vor allem der Botanische Garten Jardim Tropical Palace, den man gesehen haben sollte. Mit seinen exotischen Pflanzen und Keramikfliesen, den verwunschenen Wegen und dem künstlich angelegten See mit Wasserfall lädt dieser Park zu langen Spaziergängen ein, bei denen man sich ganz vergessen kann und sich mitten im Dschungel wähnt, kurz bevor man die nächste kuriose Statue entdeckt, die hier in der üppigen Vegetation von Pflanzen umrankt wird. Stunden kann man in diesem Garten verbringen, bevor es auf traditionellem Wege wieder den Berg hinunter geht. (Lesen Sie hier: Reisen trotz Corona-Krise: Hier können die Deutschen im Sommer Urlaub machen - eine Übersicht).

In der Markthalle in Funchal gibt es exotische Früchte.

Und zwar mit dem Korbschlitten. Früher war dieses Gefährt das ganz normale Fortbewegungsmittel der gut betuchten Bewohner des Villenvororts Monte. Heute ist es eine Touristenattraktion, das ein bisschen an Rodeln erinnert – nur ohne Schnee und bei angenehmen 25 Grad. Ein Abenteuer, das Vertrauen in die beiden Korbschlittenfahrer erfordert. Sie lenken den Schlitten durch die engen Gassen und bremsen mit ihren Stiefeln, die teilweise mit Autoreifen besohlt sind. Der 25-jährige Michel, der einen solchen Korbschlitten steuert, erzählt, dass die Schuhsohle alle paar Wochen ausgebessert werden muss und dass der Job als Carreiro von Generation zu Generation weitergegeben wird. Nur wenige Minuten dauert die Fahrt, die stolze 30 Euro für zwei Personen kostet. Unten angekommen, werden die Korbschlitten auf eine Autopritsche geladen und wieder hinaufgefahren. Die nächsten Touristen stehen schon parat.

Urlaub auf Madeira: Madeirenser haben eine Statue des Weltfußballers Cristiano Ronaldo

Fast die Hälfte der Inselbewohner, etwa 110.000 Menschen, lebt in der Hauptstadt Funchal. Auch Madeiras berühmtester Export – Weltfußballer Cristiano Ronaldo – wurde hier geboren. Ihm zu Ehren haben die Madeirenser eine Statue des Weltfußballers aufgestellt und ein Museum eröffnet, das Fotos und einige seiner Trophäen ausstellt.

Gut zu wissen

Beste Reisezeit: Es herrschen das ganze Jahr über milde Temperaturen. In den Küstenregionen sind es im Winter 18 Grad, im Sommer etwa 25. Wer in den Bergen wandern möchte, der sollte zwischen Mai und Oktober kommen.

Einreise: Vor oder bei Einreise nach Madeira muss eine Gesundheitserklärung abgegeben werden. Das Formular wird von den Fluggesellschaften und von der Regionalregierung zur Verfügung gestellt.

Bei der Einreise nach Madeira muss laut des Auswärtigen Amtes entweder ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der nicht länger als 72 Stunden vor Abflug durchgeführt wurde oder die Reisenden können bei der Einreise einen kostenfreien PCR-Test durchführen lassen, dessen Ergebnis in der Regel innerhalb von 12 Stunden vorliegt. Eine Selbstisolation im Hotel bis zum Erhalt des Testergebnisses wird von den Gesundheitsbehörden vorgeschrieben. Ab dem 1. Juli 2021 wird auch die Einreise mit einem Schnelltest, der nicht mehr als 48 Stunden vor Abflug durchgeführt wurde, ausreichend sein. Ausnahmen von der Testpflicht bestehen für gegen COVID-19 geimpfte Personen sowie für von COVID-19 genesene Personen.

Hotel: The Vine Hotel Funchal öffnet am 1. Juni wieder seine Pforten. Das Boutique-Hotel liegt mitten in der Hauptstadt und hat eine Dachterrasse mit Pool. Die Nacht im Doppelzimmer kostet momentan ab 100 Euro.

Ausflug: Sehenswert ist die Plattform auf der zweithöchsten Klippe der Welt: Cabo Girão. Hier geht es fast 600 Meter in die Tiefe. Auch Wanderungen entlang der Levadas bieten schöne Eindrücke. Oder eine Jeep-Safari: Mountain Expedition bietet solche Touren an.

Fernab des Trubels der Großstadt sitzt André Andrade in seinem Jeep. Er arbeitet bei Mountain Expeditions und bietet Touren durch die Berge an. Der höchste Gipfel ist der Pico Ruivo mit 1862 Metern. Berühmt sind Wanderungen entlang der Levadas. Diese Wasserkanäle dienen dazu, um Niederschlag aus dem regenreichen Norden in den trockenen Süden zu transportieren. Regen ist das Stichwort: Auf Madeira kann man immer mal wieder mit einem kleinen Schauer rechnen. André hat deshalb stets ein zusätzliches T-Shirt dabei. „Man muss hier für alles gewappnet sein.“ Dieser viele Niederschlag sorgt aber auch für die üppige grüne Landschaft. So gibt es auf Madeira ein Sprichwort: Man kann dort einen Stock in die Erde stecken – und er fängt an zu blühen.

Rubriklistenbild: © Daniela Petersen

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