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Polizei verfolgt Roller über Kaiserwiesen-Parkplatz: Staatsanwaltschaft prüft Vorfall

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Von: Leon Schmitt

Eine kuriose Verfolgungsfahrt hat sich am Sonntag in Fulda ereignet. Auf dem Parkplatz der Kaiserwiesen fuhr ein 15-jähriger Rollerfahrer offenbar mehrere Minuten lang der Polizei davon, ehe er nach einer Kollision mit dem Streifenwagen zu Fall kam.

Update vom 16. März, 11.55 Uhr: Nach der Kollision zwischen einen Streifenwagen und einem Roller auf dem Parkplatz der Kaiserwiesen liegt das weitere Verfahren in den Händen der Staatsanwaltschaft. Unter anderem steht die Frage im Raum, ob die Polizeistreife den Roller bewusst touchiert hat, um den Fahrer zu stoppen, nachdem dieser minutenlang vor den Beamten geflüchtet war.

Die Staatsanwaltschaft erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, sie könne derzeit noch keine Auskünfte zum Stand der Ermittlungen geben. Die entsprechende Akte liege der zuständigen Dezernentin noch nicht vor, teilte Oberstaatsanwältin Dr. Christine Seban am Dienstag mit.

„Vielmehr werden derzeit die erforderlichen ersten Ermittlungen durch die zuständige Polizeidienststelle geführt“, so Seban. Die Polizeiautobahnstation Petersberg hatte den Unfall am Sonntag aufgenommen. Die „Strafvorschrift“ und der „Strafrahmen“ könne laut Staatsanwaltschaft erst nach Abschluss der Ermittlungen beurteilt werden.

Fulda: Polizei jagt Roller über Parkplatz - Fahrer (15) stürzt nach Kollision

Erstmeldung vom 14. März, 17.25 Uhr:

Fulda - In den sozialen Medien kursieren mindestens zwei Videos von dem Vorfall, zu dem es am Sonntagnachmittag an dem Einkaufszentrum in Fulda gekommen war. Die Urheber der beiden Clips, die unserer Redaktion vorliegen, sind unbekannt.

Die Videos zeigen, wie der Rollerfahrer - verfolgt von einem Einsatzwagen der Polizei - mehrere Runden über die Parkplätze der Kaiserwiesen und des benachbarten Burger Kings dreht. Dabei fährt er unter anderem über Bürgersteige und Sperrflächen. (Lesen Sie auch: Verfolgungsjagd in gestohlenem Toyota: Polizei nimmt in Fulda fünf Jugendliche fest)

Ein Rollerfahrer hat sich auf dem Kaiserwiesen-Parkplatz in Fulda eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Mehrere Videos zeigen den Vorfall.
Ein Rollerfahrer hat sich auf dem Kaiserwiesen-Parkplatz in Fulda eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Mehrere Videos zeigen den Vorfall. © privat (Screenshot: Fuldaer Zeitung)

Trotz des Blaulichts und des Martinshorns macht der Rollerfahrer keine Anstalten anzuhalten. Wie lange das Katz-und-Maus-Spiel insgesamt dauerte, geht aus den beiden Videos nicht hervor. „Die machen hier Runden schon seit ungefähr drei Minuten“, berichtet einer der unbekannten Filmer. In den Videos sieht man auch, wie es schließlich zu einer Kollision zwischen Streifenwagen und Roller kommt.

„Rücksichtsloses Fahrverhalten“: Polizei berichtet von der Flucht

Die Polizei in Fulda hat den Vorfall in einer Pressemeldung bestätigt. Den Beamten sei am Sonntag gegen 16 Uhr mitgeteilt worden, dass der Rollerfahrer bereits seit längerer Zeit die Parkflächen des Einkaufszentrums befahren würde. Dadurch habe er störenden Lärm verursacht. Eine Streife der Polizeistation Fulda hat den Rollerfahrer kurze Zeit später im Bereich des Parkplatzes angetroffen und wollte ihn einer Kontrolle unterziehen.

„Beim Erblicken der Polizei ergriff der Rollerfahrer sofort und ohne ersichtlichen Grund die Flucht“, heißt es in der Mitteilung von Montagnachmittag. Trotz der Aufforderung stehen zu bleiben, setzte der Zweiradfahrer seine Fahrt fort. Dabei habe er, so die Polizei, „wiederholt ein rücksichtsloses und grob verkehrswidriges Fahrverhalten“ gezeigt.

15-Jähriger nach Kollision mit Streifenwagen im Krankenhaus

„Nach derzeitigen Erkenntnissen kam es auf dem Parkplatzgelände zur Kollision des Streifenwagens mit dem Roller, woraufhin der vorausfahrende Rollerfahrer stürzte und sich leicht verletzte“, schreiben die Beamten. Durch den Unfall sei außerdem geringer Sachschaden am Roller und am Streifenwagen entstanden.

Der 15-Jährige wurde zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht und später an einen Erziehungsberechtigten übergeben. Er muss sich nun unter anderem wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens und eines Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten.

Die Polizeiautobahnstation Petersberg hat den Unfall aufgenommen und führt nun die entsprechenden Ermittlungen zur Ursache.

„In einem solchen Fall ist es üblich, dass eine andere Dienststelle den Unfall aufnimmt, um den Sachverhalt neutral darzustellen“, sagt Polizeisprecher Patrick Bug auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die rechtliche Würdigung des Unfallhergangs obliegt im weiteren Verlauf der Staatsanwaltschaft Fulda.“

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