Fotos: Marcel Blumöhr

Video: Dritte „Fridays for Future“-Kundgebung in Fulda

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - „Klima!“ – „Schutz!“, „Klima!“ – „Schutz!“, erschallt es am Freitagmittag lautstark vor der Stadtwache in Fulda. Rund 60 Demonstranten der „Fridays for Future“-Bewegung singen, klatschen und skandieren für eine umweltbewusste Zukunft. Sie wollen, dass in Fulda der Klimanotstand ausgerufen wird.

Bereits im Juli war bekannt geworden, dass Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) die Initiatoren der „Fridays for Future“-Bewegung an diesem Freitag auf ein Gespräch ins Stadtschloss eingeladen hatte.

Er wollte sich mit den Beteiligten über das Thema Klimaschutz in der Stadt und auch das bestehende Klimaschutzkonzept austauschen. Wingenfeld hatte damit auf einen Brief reagiert, in dem die Initiatoren fordern, dass in Fulda der Klimanotstand ausgerufen wird.

Forderung: Klima-Notstand aufrufen

In mehreren Städten – etwa Konstanz oder Kiel – ist der Klimanotstand bereits ausgerufen worden. Klimaschutz-Maßnahmen sollen mit besonderer Dringlichkeit umgesetzt werden. Ob die Stadt Fulda diesen Weg geht, ist offen.

Wenige Tage nachdem der Gesprächstermin bekanntgegeben worden war, meldeten die Organisatoren eine Versammlung am selben Tag vor der Stadtwache an. „Damit wollen wir unseren Forderungen Nachdruck verleihen“, erklärt Karoline Sinnig, die die Versammlung angemeldet hat. Die 20-Jährige studiert Sozialwissenschaften an der Hochschule Fulda.

Weniger Demonstranten

Bereits zum dritten Mal demonstrierte die „Fridays for Future“- Bewegung in Fulda. Was auffällt: Bei der ersten Kundgebung am Uniplatz in Fulda am 15. März waren es noch knapp 400 Schüler, bei der zweiten am Bahnhofsplatz am 24. Mai circa 300 Demonstranten. Diesmal kamen circa 60 zusammen.

Auch viele Erwachsene engagieren sich

Am Freitagmittag waren nicht nur Schüler und Studenten vor der Stadtwache dabei, sondern auch Berufstätige und Rentner.

„Ich wollte in den Ferien bereits bei der Kundgebung mitmachen, aber da war niemand da. Heute war ich auch zuerst auf dem Uniplatz und dachte ,Es ist wieder niemand da‘. Glücklicherweise sind mein Mann und ich zum Schlossgarten gelaufen und haben die Kundgebung entdeckt“, sagt die 74-jährige Roswitha Kremer.

Rentnerin echauffiert sich

Sie setzt sich seit Jahren für Umweltthemen ein. Besonders verärgert ist sie über den Verlust der Schrebergärten im Waidesgrund, die neuen Wohnungen weichen mussten. „Das war der brasilianische Regenwald Fuldas“, erklärt die 74-Jährige.

Die Redner sprachen während der Kundgebung zahlreiche lokale Themen an, wie eine Verbesserung der Radwege und der öffentlichen Verkehrsmittel in Fulda. Aber auch globale Ereignisse wie die Brände im Amazonas wurden thematisiert.

Mit bunten Schildern, Gesang und Gedichten machten die Demonstranten etwa eine Stunde lang vor der Stadtwache auf sich aufmerksam. Anschließend sprachen fünf Vertreter der Kundgebung mit der Fuldaer Stadtspitze. / lio, mbl

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