Fotos: Charlie Rolff, Jessica Vey

Video: Eichenzeller Bürgermeisterkandidaten streiten bei FZ-Forum über zwei Themen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Rothemann - Schlagfertig, humorvoll und ohne scharfe Töne gegen die Mitbewerber – so haben sich am Montagabend die Kandidaten zur Eichenzeller Bürgermeisterwahl präsentiert. Beim FZ-Forum vor 500 Zuschauern im vollbesetzten Bürgerzentrum Rothemann stritten sich Johannes Rothmund (CDU, 45), Harald Friedrich (BLE, 56) und Lutz Köhler (SPD, 50) nur bei zwei Themen.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Als Bewerber, die als Bürgermeister Harmonie in der Bürgerschaft stiften wollen, präsentierten sich die drei Männer in der von FZ-Redakteurin Daniela Petersen moderierten Diskussion. „Polarisierung liegt mir fremd. Ich suche das Verbindende“, sagte Rothmund. „Ich kann auf Leute zugehen und gemeinsame Lösungen finden“, erklärte Köhler. „Als Schiedsmann gelang es mir, viele Menschen zusammenbringen“, sagte Friedrich. Die drei Bewerber vereinbarten, am Abend der Wahl zusammen ein Bier zu trinken – egal wie die Wahl ausgeht.

Brecher-Debatte und Interkommunales Gewerbegebiet

Bei zwei Themen allerdings zofften sich Köhler und Friedrich. Friedrich war Kopf des Protests gegen die Ansiedlung der Bauschuttaufbereitung der Firma Weider im Oberfeld an der Kreuzung von B 27 und A 66. „Mit Giftwolken, Totenköpfen und Gasmaske sind Ängste geschürt worden. Man hätte aber miteinander reden müssen – ohne Ängste zu schüren“, warf Köhler Friedrich vor. BLE-Mann Friedrich widersprach: „Ich würde wieder so vorgehen. Wir mussten aus allen Rohren schießen und Dampf machen, um etwas zu erreichen.“

Streit zwischen Friedrich und Köhler gab es auch um das Interkommunale Gewerbegebiet. Dass sich Fulda, Petersberg und Künzell jetzt verstärkt bemühen wollen, eigene Gewerbeflächen einzubringen – bisher stellt nur Eichenzell Flächen bereit –, führte Friedrich auf eine Initiative der BLE zurück. Köhler erwiderte, dass es die Zusagen der anderen drei Kommunen schon lange vor dem BLE-Vorstoß gegeben habe. Rothmund hielt sich aus dem Zwist um die zwei Themen heraus.

Rothmund würde über Umzug nachdenken

Bei den in Eichenzell niedrigen Kindergartengebühren waren sich Friedrich und Köhler einig: Die Gebühren sollen nicht steigen. Rothmund setzte einen anderen Akzent. Er sagte, für die Eltern sei es wichtig, schnell einen Kita-Platz zu erhalten. Insbesondere Plätze für Kinder unter drei Jahren fehlten. „Zusätzliche Kapazitäten haben für mich Priorität, nicht günstige Gebühren“, sagte Rothmund. Über die Gebührenhöhe entscheide zudem nicht der Bürgermeister, sondern die Gemeindevertretung.

Rothmund hatte sich Anfang 2018 um die CDU-Landtagskandidatur bemüht. Auf Nachfrage versicherte der CDU-Mann, er wolle, falls er in Eichenzell gewählt werde, nicht mehr in den Landtag: „Als Bürgermeister erntet man die Früchte erst nach zwei oder drei Wahlperioden. Das Amt des Bürgermeisters hat für mich eine langfristige Perspektive.“ Über einen Umzug von seinem heutigen Wohnort Langenbieber nach Eichenzell werde er nachdenken, wenn seine jüngste Tochter Mathilda (6) aus der Grundschule komme.

Einigkeit bei Windkraftablehnung

Die drei Bewerber waren sich einig, dass sie Windkraftanlagen am Burkhardser Kopf ablehnen. Die Frage ist wieder aktuell geworden, weil der Regionalplan, der Windräder in diesem Bereich ausschließt, überarbeitet wird. Friedrich räumte ein, dass er in dieser Frage seine Meinung geändert habe. Die drei Bewerber stimmten auch überein, dass die Gemeinde mehr für den Hochwasserschutz tun soll. Köhler verwies auf ein detailliertes Konzept seiner Fraktion, Rothmund will ein Schutzkonzept mit den Nachbargemeinden erarbeiten, Friedrich fordert, dass die Gemeinde in jedem Ortsteil ein Sandsacklager aufbaut. Der Bürgermeister wird am Sonntag, 26. Januar, gewählt.

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