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Video: Festnahme nach Unfall – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines Tötungsdeliktes

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Großenlüder/Bad Salzschlirf - „Dieser Unfall gibt uns immer noch Rätsel auf.“ Das sagte Harry Wilke von der Staatsanwaltschaft Fulda am Montagmittag gegenüber unserer Zeitung, nachdem bei einem Unfall am Samstagabend zwischen Großenlüder-Müs und Bad Salzschlirf ein 28 Jahre alter Mann im Klinikum Fulda seinen schweren Verletzungen erlegen ist.

Zeugen, die am Unfallort vorbeifuhren, fanden den schwer verletzten 28-Jährigen auf einer Wiese, wo das Auto zum Stehen gekommen war. Der Mann erlag später im Klinikum Fulda seinen schweren Verletzungen. Wie Staatsanwalt Harry Wilke erklärte, gaben die Zeugen an, dass sich mehrere Personen vom Unfallort entfernt hätten.

Wagen stand dem Festgenommenen zur Verfügung

Einen Mann trafen die Beamten dann bei der Absuche der Unfallumgebung an. Dieser gab an, zwar im Auto gesessen zu haben, allerdings nicht als Fahrer, sondern als Mitfahrer auf der Rückbank. Die Polizei nahm diesen Mann, der leichte Verletzungen davon getragen hat, zunächst in Gewahrsam. Sollte sich bis Montagabend nicht nachweisen lassen, dass er der Fahrer war, muss er wohl wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Zu seinem Alter und zu seiner Nationalität wollte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben machen. Bei dem verunfallten Wagen handelt es sich laut Wilke um einen Firmenwagen mit deutscher Zulassung (nicht im Landkreis Fulda). Der Dacia hatte dem nun zunächst festgenommenen Mann, der sich vom Unfallort entfernt hatte, zur Verfügung gestanden.

DNA-Tests und Obduktion

Ein Atemalkoholtest ergab bei dem Mann ein Ergebnis von 1 Promille. Das Ergebnis der Blutprobe steht allerdings noch aus. Die Schwester des dann im Krankenhaus verstorbenen 28-jähriges Mannes wurde später ebenfalls von der Polizei am Unfallort angetroffen. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass sie auch in dem Auto mitgefahren sei, erklärte Staatsanwalt Wilke.

Seine Behörde versucht nun auch herauszufinden, ob neben dem 28-Jährigen und dem zunächst festgenommen Mann noch weitere Personen in dem Unfallauto saßen. Erkenntnisse darüber, wer am Steuer des Wagens gesessen habe, erhofft sich die Staatsanwaltschaft von DNA-Auswertungen und Fingerabdruckverfahren sowie von der Obduktion des 28-Jährigen.

Ermittlungen wegen eines Tötungsdeliktes durch Unterlassen

Die Obduktion führt das Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Gießen durch. Die Obduktion ist für Dienstag geplant. Mit den Ergebnissen der DNA- und Fingerabdruck-Tests ist laut Staatswaltschaft ebenfalls nicht vor Dienstag zu rechnen. Überprüft werde müsse unter anderem, ob die Verletzungen des 28-Jährigen zur Beschädigung des Wagens passen und auf welchem Sitz er gegebenenfalls gesessen (und angeschnallt) war.

Fotos vom Unfallort zeigen, dass der Sandero bei dem Unfall hinten links am stärksten beschädigt worden war. Dort wurde die Tür komplett abgetrennt. „Wir ermitteln zunächst gegen einen noch unbekannten Fahrer wegen eines Tötungsdeliktes durch Unterlassen“, sagte Staatsanwalt Harry Wilke gegenüber unser Zeitung. Auch Ermittlungen wegen Verkehrsunfallflucht und unterlassener Hilfeleistung stehen im Raum. / sar

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