Fotos: Fuldamedia

Video: Fulda wird fast zur Geisterstadt – Polizei sucht bei Verstößen (noch) aufklärendes Gespräch

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Fulda - In Osthessen werden die bislang verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens offenbar weitestgehend befolgt. Die Polizei setzt aktuell auf Gespräche. Polizisten sprachen bei Streifengängen Passanten an, die in Fulda in Gruppen zusammenstanden. Auch am Donnerstagabend war die Fuldaer Innenstadt menschenleer. Die geschlossenen Cafés und Bars sowie die deutlichen Aufforderungen an die Bevölkerung scheinen Wirkung zu zeigen.

Viele beklagen sich darüber, dass bundesweit vielerorts Spielplätze und Cafés voll seien, alte Leute dicht beisammen auf Parkbänken sitzen oder Läden nicht schließen, die dies eigentlich tun müssten. Vor allem Jugendliche verhielten sich aber mitunter so, als hätten sie nun verlängerte Ferien – ohne sich offensichtlich der Leichtsinnigkeit ihres Tuns bewusst zu sein.

„Suchen das aufklärende Gespräch“

So musste die Polizei in Mainz mittels Lautsprecherdurchsagen größere Gruppen auf Spielplätzen dazu auffordern, diese zu verlassen und getrennt voneinander nach Hause zu gehen. Unter anderem in Berlin mussten laut Medienberichten zudem viele Geschäfte polizeilich geschlossen werden, weil sie nicht zu denjenigen gehören, die weiterhin Kunden empfangen dürfen.

In unserer Region zeigt sich ein etwas anderes Bild, auch wenn noch nicht jeder die Anweisungen strikt befolgt. „Die Regelungen sind erst seit Mittwoch in Kraft. Von daher agieren wir mit Augenmaß und suchen gegebenenfalls das aufklärende Gespräch, anstatt sprichwörtlich den Knüppel auszupacken“, berichtet ein Polizeisprecher aus Fulda.

Ziel: Sensibilisierung

Da es aktuell ja keine Ausgangssperre gebe, seien viele Formen des sozialen Miteinanders draußen zumindest bislang nicht verboten. „Wir suchen aber auch dann das Gespräch und informieren die Menschen über die dringenden Empfehlungen des Robert Koch-Instituts“, erläutert der Sprecher. Ziel sei es, die Menschen für den Ernst der Lage zu sensibilisieren.

Man bewerte die Lage jeden Tag neu und sei auf alle möglichen Szenarien vorbereitet. In mehreren Kommunen in Deutschland sowie in mehreren anderen europäischen Ländern wurden bereits Ausgangssperren verhängt, auch für Osthessen ist dieses Szenario – wie für den Rest des Landes – angesichts der dynamischen Entwicklungen nicht unrealistisch.

Spielplatz-Kontrollen in Hünfeld

„Natürlich hoffen auch wir, dass so schnell wie möglich wieder Normalität einkehren kann“, betont der Polizeisprecher. Die Stadt Hünfeld berichtet, dass Mitarbeiter der Verwaltung sowohl am Mittwoch als auch am Donnerstag eine Rundfahrt zu den Spielplätzen der Stadt gemacht hätten. Während am Mittwoch noch „ziemlich viel Betrieb“ geherrscht habe – so ein Sprecher der Stadt –, so sei dort am Donnerstag weitestgehend nichts mehr los gewesen.

Dies berichtet auch die Stadt Fulda, die ebenfalls an beiden Tagen Kontrollgänge durchgeführt hat. In wenigen Einzelfällen musste das Ordnungsamt laut Sprecher der Stadt zudem Ladeninhabern mitteilen, dass ihr Geschäft nicht geöffnet haben darf. „Die Inhaber waren ausnahmslos kooperativ und verständnisvoll“, teilt die Stadt Fulda mit.

Klopapier-Beschränkung in Schlitz

Das größere Ärgernis sind offenbar nach wie vor die „Hamsterkäufe“ in den Supermärkten. So kursieren auf sozialen Medien Bilder aus verschiedenen Märkten, die mit Hinweisschildern dazu aufrufen, solche extremen Vorratskäufe zu unterlassen. Auch der Rewe-Markt in Schlitz hat demnach ein Schild aufgestellt.

Darauf sind Maximalmengen von besonders gefragten Waren wie Toilettenpapier und Konserven festgelegt sind. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sah sich dazu genötigt, den Einsatz der Stadtpolizei in Supermärkten in Erwägung zu ziehen, um ein solches Einkaufsverhalten zu unterbinden.

Das könnte Sie auch interessieren