Fotos: Marzena Seidel

Video zum 26. Fuldaer Wirtschaftstag: Ulrich Wickert kritisiert Bundesregierung scharf

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der 26. Fuldaer Wirtschaftstag am Freitag wartet mit einem außerordentlichen Programm auf: Die Tagung der Industrie- und Handelskammer Fulda im Hotel Maritim steht unter dem Motto „Impulse 2019: Mensch und Veränderung“. Unter anderem Ulrich Wickert, auch bekannt als „Mr. Tagesthemen“, referiert.

„Wir bieten Unternehmern und Führungskräften der Region wieder die Möglichkeit, bundesweit gefragte Top-Referenten direkt vor ihrer Haustür live zu erleben“, betont Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda. Er ist davon überzeugt, dass alle teilnehmenden Unternehmen von den Impulsen des Fuldaer Wirtschaftstag profitieren können.

Ein Top-Referenz ist ohne Frage Ulrich Wickert, deutscher Journalist und Autor, der ordentlich gegen die Bundesregierung austeilt.

Im lockeren Plauderton hat er die Zuhörer auf eine Tour durch die Weltpolitik genommen.

Wickert: „Deutschland bremst viel zu viel“

Er fordert, die Bundesrepublik müsse außenpolitisch mehr Verantwortung übernehmen. Wickert kritisiert, Merkel und Maas hätten Macron mit seinen Vorschlägen zur Stärkung der EU allein gelassen.

Macron hatte gefordert, die EU müsse sich weltpolitisch engagieren – auch militärisch. „Deutschland bremst dabei viel zu viel“, sagte Wickert.

„Nicht deutlich genug Position bezogen“

Er kritisierte außerdem, die Bundesrepublik habe gegenüber den rechtspopulistischen Regierungen in Polen und Ungarn nicht deutlich genug Position bezogen.

Der Journalist wandte sich auch der Innenpolitik zu: Er beklagte, der Staat verlange zu wenig von seinen Bürgern. Es sei falsch gewesen, dass der Bundestag die Wehrpflicht ausgesetzt habe. „Da lagen der Millionärssohn und der Metzgersohn zusammen in einer Stube.“

Er forderte, junge Leute sollten ein soziales Pflichtjahr ableisten: „Es ist gut, wenn Menschen etwas für die Gemeinschaft tun.“

Zentrale Fragen der Gesellschaft werden thematisiert

Es referierte außerdem die Schönstattschwester Doria Schlickmann, und zwar über die Veränderungen des Selbstwertgefühls im Zeitalter der Digitalisierung. Sie erläutert, wie jeder Mensch gefördert werden und sein Leben erfüllt leben kann.

Dr. Leon Windscheid befasst sich in seinem Beitrag um Stärken und Schwächen von künstlicher Intelligenz aus psychologischer Sicht.

Er ist überzeugt: „Kinder, die in 30 Jahren erfolgreich sein wollen, dürfen nicht im Wettbewerb mit Maschinen stehen. Sie müssen die Dimensionen von Intelligenz beherrschen, die Maschinen niemals kopieren können. Und das sind Kompetenzen wie Moral, Empathie, Humor, Phantasie und Werte.“

Zunehmende globale Herausforderungen

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“, zitierte IHK-Präsident Dr. Christian Gebhardt den griechischen Philosophen Heraklit in seiner Eröffnungsrede. Die 2500 Jahre alte Erkenntnis sei heute aktueller denn je.

Demografischer Wandel, Digitaler Wandel und Klimawandel seien aktuelle Herausforderungen. Aber auch die Politik ändere sich, dabei erinnert er an die Handels- und Außenpolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Impulse, um Wandel zu bewältigen

„Auch in Deutschland stehen die Zeichen auf Wandel. Die CDU hat eine neue Parteivorsitzende, die SPD sucht gleich deren zwei. Nach dem Atomausstieg ist nun auch der Kohleausstieg beschlossen. Und nicht nur dem Diesel, sondern dem Verbrennungsmotor generell soll der Garaus gemacht werden“, sagt der IHK-Präsident.

Gebhardt ist davon überzeugt, dass die Referenten des 26. Fuldaer Wirtschaftstages Impulse liefern können, die den Unternehmen dabei helfen mit dem aktuellen Wandel umzugehen. Ein wichtiges Thema sei dabei auch der aktuelle Fachkräftemangel. Auf einen Bewerber in der Region Fulda kommen zurzeit mehr als zwei offene Stellen. / mbl

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