Foto: Volker Nies, Sabine Simon, Hanns Szczepanek

Video: Verwaiste Innenstädte – am letzten Tag vor der Schließung blieben die Geschäfte leer

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Region - Eine ganz merkwürdige Stimmung liegt in der Luft, am letzten Tag, bevor die meisten Einzelhandelsgeschäfte schließen – auf unabsehbare Zeit. Die Sonne scheint, es wird Frühling. Aber die Straßen sind menschenleer in den Innenstädten der Region.

Unverständnis äußert Autohaus-Chef Werner Deisenroth (58): Bei ihm darf ein Verkauf zwar nicht mehr stattfinden, die Werkstatt ist aber geöffnet. „Dabei haben wir in der Werkstatt sehr viel mehr persönliche Kontakte zu unseren Kunden als im Vertrieb.“ Dass das eine schließen müsse und das andere nicht, sei für ihn „völlig unverständlich.“

Frühjahrsputz und Zeit für die Nachbarin

Einige Geschäftsleute bleiben zuversichtlich – so wie Lisa Spreth (29) bei „Blume 2000“ in Fulda: „Wir können es ja doch nicht ändern. Da müssen wir durch.“

In Schlitz sieht es Steffi Arnold (56) Inhaberin des „Spielratz“, richtig positiv: „Ich werde die Zeit genießen, im Garten werkeln, Frühjahrsputz machen und habe mehr Zeit, mich um meine 84-jährige Nachbarin zu kümmern. Ich habe in den 20 Jahren, in denen ich selbständig bin, noch keinen langen Urlaub gemacht. Da ich vorsichtig Ware bestellt habe, muss ich keine großen Rechnungen begleichen.

Augenzwinkernd verkauft Inhaber Crescenzo Mattera (57) vor der Pizzeria „La Romantica“ in Fulda Nudeln, Toilettenpapier und Brot. „Wenn die Läden in Deutschland alle leer sind, muss ich doch helfen“, scherzt er.

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