Fotos: Marcus Lotz

Video: Wolfgang Bosbach spricht vor zahlreichen Gästen im Autohaus Sorg

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach ist am Montagabend im Autohaus Sorg in Fulda zu Gast gewesen. Thema des Abends war: „Worauf es jetzt ankommt“. Neben Hunderten Gästen fand sich auch die Politikprominenz in der Hauptfiliale in der Fuldaer Kreuzbergstraße ein.

Zur Begrüßung stellte Dr. Hans Schwind kurz das Programm des Fuldaer Lions-Clubs vor. Dies umfasst die Unterstützung des kinderonkologischen Zentrums in Gießen unter Prof. Körholz, welches in Zusammenarbeit mit der Kinderklinik des Klinikums Fulda unter der Leitung von Prof. Reinald Repp krebskranke Kinder der Region betreut, sowie die Förderung von Projekten und Einrichtungen, die die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen umsetzen, besonders aber die musikalische Frühförderung von Kindern im Vorschulalter in Anlehnung an den Musikkindergarten von Daniel Baremboim in Berlin.

Auch Landrat Bernd Woide (CDU) richtete einige Worte an die zahlreich erschienenen Gäste. „Wir feiern dieses Jahr 70 Jahre Grundgesetz. Dieses baut auf eigenverantwortliche Menschen auf“, stellte Woide klar und fügte an: „Warum sage ich das? Weil es heute um Politik gehen wird – Klimawandel, Grundrente, Fragen wie ‚Kaufe ich ein Auto oder steige ich in den Flieger?‘“ Wolfgang Bosbach sei ein Mensch, der pointierte Antworten auf solche Fragen finde. „Wenn Sie reden, wird es nicht nur interessant, sondern auch launig“, kündigte Woide an – und so kam es auch.

Bosbach griff zunächst seine Verspätung bei der Anreise auf und sorgte damit für einige Lacher im Publikum: „Wenn die Bahn sagt, dass 97 Prozent ihrer Züge pünktlich fahren, erwische ich wohl immer die restlichen 3 Prozent.“ Dann wurde Bosbach politisch. Er merkte an, dass die Distanz zwischen Wählern und Gewählten immer größer werde. „Es gibt große Politikerverdrossenheit oder Parteienverdrossenheit, aber Politikverdrossenheit? Das kann ich nicht feststellen“, sagte er.

Die Eingangsfrage aufgreifend, stellte Bosbach klar: „Wir müssen Maß und Mitte halten. Eine stabile Demokratie ist nicht selbstverständlich.“ Bosbach verwies dazu auf Italien und Griechenland, in denen die Regierungen gescheitert waren.

Kritisch sieht der Ex-Bundestagsabgeordnete die Digitalisierung in Deutschland: „Da sind wir abgehängt worden. Wir müssen begreifen, dass in einer digitalisierten Welt nicht der Große den Kleinen schlägt, sondern der Schnelle den Langsamen.“

Zuvor hatte Bundestagsabgeordneter Michael Brand (CDU) über den verstorbenen Dr. Walter Lübcke gesprochen. „Der Mord an Walter Lübcke war eine Zäsur. Er war ein zugänglicher Mensch, der für das Land eingestanden hat“, so Brand. Für die Demokratie sei entscheidend, dass man für seine Werte eintrete. Seine Bitte für den Vortragsabend lautete deshalb: „Setzen Sie sich für Demokratie ein.“ / mlo, lio

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