Fotos: Charlie Rolff

Vier Matchbälle ungenutzt – Maberzell fassungslos

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Viermal hatten Fan Bo Meng und Tomislav Pucar den Siegesschrei fast auf den Lippen. Am Ende wurde nichts daraus. Im Entscheidungssatz des Doppels musste sich der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell gestern dem TTC Schwalbe Bergneustadt geschlagen geben, der als 3:2-Sieger die Wilmington-Halle verließ.

Von unserem Redaktionsmitglied Angelika Kleemann

„Das gibt es doch nicht“, entfährt es Maberzells Vorsitzendem Stefan Frauenholz. Ein enttäuschter Fan Bo Meng sinkt auf den Boden nieder. Tomislav Pucar trägt es mit Fassung. Cheftrainer Qing Yu Mengs Miene ist versteinert, dann reagiert er sich stinksauer an der Bande ab. Die Emotionen entladen sich, die letzten fünf Minuten haben an den Nerven gezerrt.

Nach Grippe wieder erholt

„Wir hatten vier Matchbälle, da braucht man nicht mehr viel zu sagen.“ Frauenholz ist bedient ob der verpassten Chance. Und wie schon in der Partie gegen Grünwettersbach vor vier Wochen, als Pucar/ Meng ihren Matchball nicht verwandeln konnten, ging der Sieg an den Gegner. Sicher ist es keine Schande, gegen den Fünften der Tischtennis-Bundesliga zu verlieren, doch war eben gestern – anders als bei der 0:3-Hinspielklatsche im Auswärtsmatch ohne den grippekranken Pucar – mehr drin.

Denn Ruwen Filus zeigte sich von seiner Grippe erholt und machte in einem spannenden Fünfsatzmatch den wichtigen Punkt gegen Paul Dinkhall, während Tomislav Pucar den Spanier Robles in drei Sätzen förmlich vom Tisch haute. Einen sehr guten Eindruck hinterließ zudem Fan Bo Meng gegen Benedikt Duda. Der Youngster nahm dem deutschen Nationalspieler einen Satz ab und zeigte mit sehenswerten Ballwechseln, dass er in der Bundesliga angekommen ist und mithalten kann. „Es macht Spaß, dem Jungen zuzuschauen“, sagt ein Zuschauer.

Filus blieb Satzgewinn vergönnt

Dass Ruwen Filus Maberzells 2:1-Führung nicht in einen Sieg verwandeln konnte, war ziemlich klar, denn eben jener Benedikt Duda zählt nicht unbedingt zu seinen Lieblingsgegnern. Auch ihm blieb am Ende nur ein Satzgewinn vergönnt.

Das Doppel musste – wie von Cheftrainer Meng erhofft – die Entscheidung bringen, Robles/Drinkhall galt es zu knacken. Parallelen zur Partie vor einer Woche gegen Bad Königshofen traten auf. Die Sätze eins und drei gingen an Maberzell, die Sätze zwei und vier an den Gegner. Und auch im Entscheidungssatz war der 2:4-Rückstand gleich, den Pucar sowie ein entfesselt und taktisch klug agierender Meng in eine 6:4- und 9:7-Führung verwandelten.

Aufmunternde Worte nutzten nichts

Viermal erkämpften sich Fan Bo Meng und Tomislav Pucar einen Matchball, nutzten die Chancen jedoch nicht. „Zwei davon hätten auf jeden Fall verwandelt werden müssen“, sagt Filus und meint damit den ersten Matchball, als Pucar einen Rückpass von Drinkhall verschlug.

Eine vertane Großchance ging zudem auf das Konto von Fan Bo Meng, dem am Ende wohl die Nerven versagten. Bergneustadt glich aus, holte einen Matchball und ging als Sieger vom Tisch. Das zumindest war keine Parallele zur Vorwoche: Damals jubelte Fan Bo Meng, dieses Mal war der 19-Jährige am Boden zerstört. Es nutzten ihm selbst die aufmunternden Worte von Filus nichts, für den der 19-Jährige im Doppel eine feste Größe ist.

Ergebnisse: Ruwen Filus – Paul Drinkhall 3:2 (11:3, 11:6, 7:11, 7:11, 11:7), Fan Bo Meng – Benedikt Duda 1:3 (8:11, 6:11, 11:9, 7:11), Tomislav Pucar – Alvaro Robles 3:0 (11:9, 11:6, 11:6), Filus – Duda 1:3 (5:11, 4:11, 11:8, 8:11), Pucar/Meng – Robles/Drinkhall 2:3 (11:7, 6:11, 11:9, 7:11, 13:15).

Zuschauer: 420.

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