Peter Ballmaier (links) leitete die vhs des Landkreises Fulda von 1973 bis 2004, seitdem ist sein Nachfolger Michael Friedrich im Amt. / Foto: Leoni Rehnert

Volkshochschule des Landkreises Fulda ist bereits im 100. Jahr

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Fulda - Lebenslanges Lernen für jedermann – das haben sich die Volkshochschulen (vhs) in Deutschland auf die Fahne geschrieben. In diesem Jahr feiern sie ihren 100. Geburtstag. Die vhs des Landkreises ist streng genommen erst im nächsten 100, feiert aber bereits mit.

Die Anfänge der Volkshochschule des Landkreises Fulda gehen auf das Jahr 1920 zurück. In unserer Zeitung wurde am 23. September 1920 die Gründung einer ländlichen Volkshochschule für die Kreise Fulda, Gersfeld und das thüringische Amt Geisa durch das Generalsekretariat des Kurhessischen Bauernverbandes angekündigt.

Peter Ballmaier blickt auf 30 Jahre vhs zurück

„Wir sind ja jetzt im 100. Jahr“, sagt Leiter Michael Friedrich. Auf mehr als 30 Jahre davon blickt sein Vorgänger Peter Ballmaier aus Michelsrombach zurück, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

„Als ich alt genug war, abends alleine vor die Haustüre zu gehen, habe ich das Programm der vhs genutzt“, berichtet der gebürtige Horaser. In Fulda gab es ein interessantes Vortragsprogramm. Auch seine ersten Auslandsreisen machte er als junger Mann mit der vhs. „Es gab ein tolles Studienreiseprogramm“, sagt Ballmaier.

Volkshochschulgesetz brachte Neuordnung

Die Volkshochschule und die Volksbildung sind Teil seines Lebens – und auch heute noch besucht der 79-Jährige regelmäßig Vorlesungen der Katholischen Fakultät. Ein bedeutender Einschnitt in der Geschichte der vhs war für ihn das Hessische Volkshochschulgesetz, das 1970 in Kraft trat. Damit begann die landesweite Professionalisierung der Volkshochschulen. „Damals wurde alles neu geordnet.“

1973 bewarb sich Peter Ballmaier 33-jährig auf die Stelle des hauptamtlichen Leiters. „Das Hessische Volkshochschulgesetz führte dazu, dass die Volkshochschule, die zuvor nebenamtlich betrieben wurde, jetzt eine eigene professionelle Leitung bekam.“ Außerdem gab es dann professionelle pädagogische Mitarbeiter, die unterschiedliche Wissensbereiche abdeckten.

„Allen alles lehren“

Der wichtigste Grundsatz für die vhs: Allen alles lehren. „Wenn es irgendwo mehrere Menschen gab, die etwas lernen wollten, dann halfen wir – auch unabhängig vom Programm“, erklärt Ballmaier das Verständnis der vhs. Wenn etwa in Gersfeld genügend Personen Chinesisch lernen wollten, wurde dort ein Kurs veranstaltet. „Wir sind Fachleute für Weiterbildung.“

In den 70er und 80er Jahren war die Hochzeit der Volkshochschule. Die Programme wurden erweitert, es gab in allen Orten Zweigstellenleiter. „Wir wollten den Zugang zur Bildung so leicht wie möglich machen“, betont Ballmaier.

Für viele Vereinsgründungen verantwortlich

Aber auch andere Dinge hat die vhs angestoßen. So bildete die vhs des Kreises Berufskraftfahrer aus, ein Musikschule wurde begründet, und Kurse für Gebärdensprache gehörten zum Angebot, aus denen sich der Gehörlosenverein entwickelte.

„Viele Vereinsgründungen gehen auf uns zurück“, sagt Ballmaier und betont: „Uns geht es oft um das Anleiern von Dingen. Wenn wir dann merken, das können andere besser, lösen wir uns wieder. Wir haben uns nie aufgedrängt, sondern uns immer als Initiator gesehen, das Lernen zu lernen.“ / lio

Das könnte Sie auch interessieren