Feuerwehrmänner bekämpfen einen Waldbrand bei Eiterfeld.
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Anfang Juli 2019 brannten nordwestlich von Dittlofrod bei Eiterfeld rund 500 Quadratmeter Waldfläche.

Feuerwehr und Forstamt Fulda warnen

Der Regen soll kommen - die Waldbrandgefahr bleibt

  • Sebastian Kircher
    vonSebastian Kircher
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Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Waldbrandgefahr immens erhöht. Feuerwehr und Forstamt sind sich einig: Daran wird auch der in den nächsten Tagen angekündigte Regenfall nur wenig ändern. Sie bitten deshalb um besondere Aufmerksamkeit im Wald.

  • Ein sehr trockenes und warmes Frühjahr sorgt für eine hohe Waldbrandgefahr in Hessen.
  • Die angekündigten Regenfälle werden daran wenig ändern, sind sich Experten einig.
  • Es wird deshalb um besondere Vorsicht zur Vermeidung von Waldbränden gebeten.

Fulda - Das Hessische Umweltministerium hat vergangene Woche die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass in Hessen eine hohe Waldbrandgefahr besteht. „Das Frühjahr war ausgesprochen trocken und sehr warm: Die Wasservorräte in den Waldböden haben inzwischen wieder abgenommen“, erklärt Marie Weigand vom Forstamt Fulda.

Sich eine Wurst zu brutzeln, ist an öffentlichen Grillplätzen derzeit sowieso nicht erlaubt. Aber auch unabhängig von Corona ist das Grillen derzeit gefährlich, weil die Gefahr eines Waldbrandes zu groß ist. Deshalb sind die Plätze wie hier am Naherholungsgebiet Gerloser Häuschen gesperrt.

Womöglich müssen Waldwege gesperrt werden

Die Mitarbeiter der Forstämter haben deswegen ihre Kontrollen intensiviert, zudem sind die waldnahen Grillplätze gesperrt worden, sofern sie das wegen der Coronakrise nicht sowieso schon waren. „Auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und -flächen kann wegen der Brandgefahr leider nicht ausgeschlossen werden“, sagt der Leiter des Forstamtes Fulda, David Nöllenheidt, der für diese Maßnahmen um Verständnis bittet.

Besondere Herausforderung für Feuerwehr

Ebenso bereiten sich die Feuerwehren auf mögliche Waldbrände vor. Thomas Helmer, Leiter der Feuerwehr Fulda, erklärt, solche Einsätze seien besonders herausfordernd: „Das fängt schon damit an, dass wir erst einmal herausfinden müssen, wo der Brand eigentlich ist.“

Wenn ein Spaziergänger sich unter dem Notruf 112 mit „Es brennt im Michelsrombacher Wald“ melde, sei das für die Feuerwehr wenig hilfreich. „Natürlich gibt es im Wald keine Straßenschilder. Aber die Leitstelle braucht möglichst genaue Angaben, um den Brand zu lokalisieren“, sagt Helmer. Am besten sei die Handy-App „Hilfe im Wald“ (Android, iOS), die den Standort übermitteln kann, aber auch die Angabe von Wanderwegen helfe.

Schwierige Anfahrt und keine Hydranten

Die nächste Herausforderung: Wie komme ich zum Brandherd? „Waldwege sind nicht unbedingt geeignet für große Feuerwehrfahrzeuge. Man kommt nur voran, wenn man sich in dem Bereich gut auskennt“, erläutert Helmer. Deswegen fahre die Wehr regelmäßig Waldwege ab, um sich einen Überblick zu verschaffen.

„Ein weiteres Problem ist der Zugang zum Wasser. Im Wald gibt’s schließlich keine Hydranten. Wir können zwar kilometerlange Schlauchleitungen legen, aber das ist nicht immer effizient. Deswegen muss man wissen, ob vielleicht ein See oder ein Bach in der Nähe des Feuers ist“, führt er aus. Auch deswegen sei es wichtig, sich im Wald auszukennen. Sollte keine Wasserstelle vorhanden sein, könne die Wehr mit großen Wassertanks anrücken. Helmer betont: „Solche Einsätze sind wegen der enormen Hitze- und Rauchentwicklung im Wald für die Kameraden extrem belastend.“

„Jeder kann mithelfen, Waldbrände zu vermeiden“

Deswegen sei es am besten, wenn es gar nicht erst dazu kommt. „Jeder kann mithelfen, Waldbrände zu vermeiden“, sagt Forstamtschef Nöllenheidt. „Es gibt einige wenige – dafür aber sehr wichtige – Punkte, die man als Waldbesucher beachten muss.“ (siehe Infobox)

Einig sind sich Forstamt und Feuerwehr: Die für die nächsten Tage angekündigten Regenfälle werden nur wenig an der Situation ändern. „Es ist so trocken, dass kaum Wasser in den Boden durchdringen wird“, ist Marie Weigand überzeugt. Helmer fügt an: „Vielleicht wird die Alarmstufe gesenkt, aber die Gefahr wird durch einige Schauer nicht gebannt sein. Man muss den ganzen Sommer, eigentlich das ganze Jahr, diese Vorgaben berücksichtigen.“

Das Forstamt Fulda rät zu folgenden Verhaltenstipps, um Waldbrände zu vermeiden:

Die Grillplätze sind schon wegen Corona ohnehin gesperrt. Diese Sperrung muss aber auch aus Waldbrandschutzgründen unbedingt respektiert werden.

Rauchen im Wald ist verboten. Brennende Zigarettenstummel dürfen nicht weggeworfen werden – auch nicht aus dem Autofenster.

Glasscherben können wie ein Brennglas wirken und ein Feuer auslösen. Deshalb: Keine Flaschen im Wald liegenzulassen!

Wege zu den Wäldern müssen frei bleiben – sie sind wichtige Feuerwehrzufahrten und Rettungswege für Einsatzfahrzeuge. Pkws sind deshalb ausschließlich auf den ausgewiesenen Parkplätzen abzustellen. Die Fahrzeuge dürfen nicht über trockenem Bodenbewuchs abgestellt werden, da sich dieser entzünden kann.

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