Der Walter-Lübcke-Preis wird in Form dieses Glasquaders verliehen.
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Der Walter-Lübcke-Preis wird in Form dieses Glasquaders verliehen.

In Gedenken an ermordeten Regierungspräsidenten

In Gedenken an ermordeten Regierungspräsidenten: „Walter-Lübcke-Preis“ in Fulda ins Leben gerufen

Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand will das Andenken und Ansinnen des ehemaligen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wahren. Dazu hat Brand den „Walter-Lübcke-Preis" ins Leben gerufen, der in diesem Jahr erstmalig verliehen wird.

  • Der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand hat zu Ehren des vor einem Jahr ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke den „Walter-Lübcke-Preis" ins Leben gerufen.
  • Dieser soll einmal jährlich an Menschen verliehen werden, die sich in besonderer Art und Weise um ihre Mitmenschen verdient gemacht haben.
  • Laut Michael Brand soll der Preis erstmals in diesem Jahr verliehen werden.

Fulda - Der von einem rechtsextremistischen Täter ermordete ehemalige Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke wird Namensgeber eines Preises, den der mit Dr. Lübcke eng verbundene Bundestagsabgeordnete Michael Brand in Erinnerung an seinen Weggefährten und Freund jährlich ausloben wird.

Am Samstag hätte Walter Lübcke seinen 67. Geburtstag gefeiert. Bewusst diesen und nicht den Todestag hat Brand laut einer Pressemitteilung zur Bekanntgabe ausgewählt, „um die Erinnerung an einen so guten Charakter nicht mit dem Umstand seines Todes, sondern mit seinem blühenden und positiven Leben wachzuhalten“.

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Walter-Lübcke-Preis wird in diesem Jahr erstmals vom Fuldaer Bundestagsabgeordneten Michael Brand verliehen

Brand wird den „Walter-Lübcke-Preis“ einmal im Jahr an Menschen vergeben, die sich in besonderer Art und Weise um ihre Mitmenschen verdient gemacht haben.

„Dabei geht es ausdrücklich nicht nur um große öffentliche Verdienste, sondern entsprechend der Haltung von Walter Lübcke auch um die vielen ehrenamtlichen und privaten Hilfen, die von vielen tausenden Menschen still und kontinuierlich geleistet werden, ohne dass sie dafür ein großes Tamtam oder ein Dankeschön wollen“, erklärt Brand weiter.

Walter Lübcke fühlte sich gerade mit diesen sogenannten ´kleinen Leuten´, die doch im Alltag wichtige und große Dinge tun, besonders verbunden. Dies soll auch der Preis zum Ausdruck bringen.“

Michael Brand: Familie von Walter Lübcke unterstützte die Initiative

Der massive Glasquader (Höhe 25 cm), geschaffen von einem Dresdner Künstler, zeigt einen offenen wie optimistischen Walter Lübcke in dreidimensionaler Ansicht, und dazu die Inschrift „Für besonderen Einsatz um Menschlichkeit und Zusammenhalt in unserem Land“.

Verleihung Walter-Lübcke-Preis

Die erstmalige Verleihung des Preises wird noch in diesem Jahr stattfinden. Bürger, die Preisträger für den Walter-Lübcke-Preis vorschlagen möchten, können ihre Vorschläge an das Büro des Bundestagsabgeordneten Michael Brand richten. Dies ist per Mail an michael.brand@bundestag.de oder schriftlich an die folgende Adresse möglich:

Michael Brand MdB Michael-Henkel-Straße 4-6 36043 Fulda Tel (0661) 48004815

Michael Brand zeigte sich “froh und dankbar“, dass die Initiative zum Walter-Lübcke-Preis auch von der Familie Lübcke unterstützt wird. Der Familie und ihm gehe es darum, „ein besonderes Zeichen zu setzen. Wir sind uns gemeinsam sehr bewusst darüber, dass auch ein solcher Preis dazu beitragen kann, und auch soll, dass Walter Lübcke über sein Wirken und sein Leben, und eben nicht nur über die Art seines Todes, in Erinnerung bleibt.“

Jetzt vorschlagen: Erster Träger des Walter-Lübcke-Preises gesucht

Dazu könne ein solcher Preis einen dauerhaften Beitrag leisten. „Zudem, und das war uns auch wichtig, wird das Engagement der vielen oft stillen Helferinnen und Helfer in unserer Gesellschaft mit einer solchen Auszeichnung besonders gewürdigt. Die Intention ist also nicht nur, einzelne gute Taten zu würdigen, sondern damit auch ein Beispiel zu geben, dass es sich lohnt, in diesem Land zu leben und für unsere Werte einzustehen, so wie es Walter oft formuliert hat“, betont Brand.

Der Bundestagsabgeordnete lädt dazu ein, „Menschen aus der Nachbarschaft, der Familie, aus Verein oder von der Arbeit, oder auch in einer Institution, in einem Gremium oder wo auch immer“ zu benennen, von denen man „mit Fug und Recht annehmen darf, dass sie in besonderer Weise gewirkt haben - egal ob im Kleinen oder im Großen, ob still oder öffentlich“. Brand weiter: „Es kommt sehr auf die Haltung an, die hinter der guten Tat steckt. Das war auch für Walter Lübcke immer ein wichtiger Blickwinkel.“

Im Juni begann der Prozess im Mordfall Walter Lübcke. Doch auch nach seinem Tod wird der Kasseler Regierungspräsident Opfer von Hasskommentaren im Netz. Im Juli waren insgesamt 64 Verfahren wegen Hetze im Fall Walter Lübcke bekannt geworden. Auch ein Mann aus dem Kinzigtal verbreitete über das Netz Hasskommentare gegen Lübcke.

 

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