Fotos: Volker Nies, Collage: Ann-Katrin Hahner

Warenhäuser in der Krise: Galeria und Karstadt flüchten unter Schutzschirm

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Am Uniplatz, der 1a-Lage in Fuldas Innenstadt, ballen sich die wirtschaftlichen Probleme. Das Modehaus Schneider befindet sich mit seinem Eigentümer im Insolvenzverfahren, Karstadt und Galeria Kaufhof flüchten mit ihrem Eigentümer ins Schutzschirmverfahren.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof – seit der Kaufhaus-Fusion Ende 2018 Betreiber der beiden Fuldaer Kaufhäuser – suchte angesichts der Umsatzeinbrüche durch die Corona-Pandemie schon Ende März Rettung in einem Schutzschirmverfahren.

Diese Verfahren schützt in die Krise geratene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne dass die Betriebe bereits Insolvenz anmelden müssen. Dem Antrag des Unternehmens auf Einleitung des Verfahrens gab das Amtsgericht Essen bereits Ende März statt. Die Kaufhäuser gelten als wichtige Magnete, von denen der gesamte Innenstadthandel profitiert.

500 Millionen Euro Ausfall bis Monatsende

Der Warenhauskonzern ächzt unter der Last der Coronakrise. Der Konzern ist ein Beispiel dafür, wie teuer die vom Staat angeordneten Ladenschließungen sind: Jede Woche, in der die Filialen geschlossen bleiben, gehen dem Konzern nach eigenen Angaben mehr als 80 Millionen Euro Umsatz verloren. Bis Ende April wird sich der Erlösausfall auf 500 Millionen Euro summieren.

Da reicht die Kapitalspritze vom Eigentümer der Warenhauskette, René Benko, nicht weit. Er will den Konzern weiter unterstützen. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, stellt der österreichische Immobilieninvestor 140 Millionen Euro frisches Kapital zur Verfügung. Benko habe im Aufsichtsrat angekündigt, am Fortbestand des Unternehmens festzuhalten, und sei bereit, auch weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen. Die Verhandlungen mit den Hausbanken über weitere Krediten waren zuvor gescheitert.

Sind die Arbeitsplätze sicher?

Angesichts der enormen Kosten der Krise ist es denkbar, dass der Konzern eine Vereinbarung von Ende 2019 wieder in Frage stellt. Und dabei ging es auch um den Standort Fulda. Die Unternehmensleitung von Galeria Karstadt Kaufhof hatte in Tarifverhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft verdi vereinbart, dass alle Filialen einschließlich der Doppelstandorte wie Fulda bis Ende 2024 erhalten bleiben und es bis dahin auch keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen geben wird.

Miguel Müllenbach, Finanzchef von Galeria Karstadt Kaufhof, kündigte an, dass die Warenhäuser auch in Fulda wieder öffnen, sobald die Behörden das zulassen.

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