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„Was soll diese Wildcard?“: Max von Bredow kritisiert im Interview „The Taste“-Konzept

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Petersberg - Neun Wochen lang war Max von Bredow im TV zu sehen. Er schaffte es bis ins Finale der SAT.1-Kochshow „The Taste“, verpasste aber in der letzten Folge, die am Mittwoch ausgestrahlt wurde, den Sieg. Wir haben den Petersberger nach seinen Erlebnissen gefragt. Er sprach über tolle Erfahrungen, äußerte sich aber auch kritisch über das Wildcard-Konzept, das Marko Ullrich zum Triumph verhalf.

Von unserem Redaktionsmitglied Leon Schmitt

Du konntest dich selbst an jedem Mittwoch der vergangenen zwei Monate im Fernsehen sehen. War die letzte Folge am Mittwoch etwas Besonderes für dich?

Zusammen mit allen Kandidaten das Finale bei Alexander Hermann in Wirsberg in seinem Romantik-Posthotel zu schauen, hat dem Ganzen eine Kirsche auf die Sahne des Eisbechers gesetzt. Die neun Wochen vergingen wie im Flug und es war wirklich emotional, alle Kandidaten wiederzusehen.

Wie hast du die Dreharbeiten für das Finale erlebt?

Ich ging in die Show mit ungewohnt wenig Aufregung – aber voller Vorfreude darauf, wieder am Herd zu stehen. Natürlich ist es ein enormer Druck im Finale zu stehen, jedoch ist es nicht der Druck gewesen, der mich zum Scheitern gebracht hat, sondern der verflixte Chili. Meine Nerven hätten locker noch zwei Runden überstanden und mich das Finale rocken lassen.

Hat dich dein „Hass-Gewürz“ also den Sieg gekostet?

Ich war wie immer mit meinem Löffel zufrieden, und natürlich wäre es im Nachgang einfach zu sagen, dass es mit einem anderen Gewürz anders ausgegangen wäre. Die Enttäuschung ist jedenfalls enorm. Das Gefühl, nicht abgeliefert zu haben – trotz Fan-Unterstützung aus der Heimat in der ersten Reihe– , machte mir das Ausscheiden noch emotionaler und schwieriger.

Bist du dennoch zufrieden mit deinem Abschneiden?

Platz fünf von über 1700 Bewerbungen ist natürlich eine Leistung. Aber durch meinen persönlichen perfektionistischen Ehrgeiz wurmt es mich selbstverständlich. Natürlich ist es schwer, diese Entscheidung des Profis zu akzeptieren. Schließlich basiert sie alleine auf Geschmack. Er brachte Gewürze mit, bei denen er später sagte, dass er einfach kein Fan des Gewürzes sei. Warum bringt er diese Gewürze dann überhaupt mit? Dann ist dieses Los ja im Vorhinein schon zum Scheitern verurteilt.

Findest du, dein Team-Kollege Marko Ullrich hat den Sieg verdient?

Persönlich hätte ich mir eine andere Final-Konstellation gewünscht. Es mussten bereits einige Folgen zuvor Kandidaten gehen, die man definitiv im Finale gesehen hat. Leider basiert das Konzept der Show nicht auf Leistungsaufbau (doppelte Wildcard).

Welches Konzept hättest du dir stattdessen gewünscht?

Ein Konzept, das auf Leistung aufbaut und die Kontinuität der Kandidaten belohnt. Das wäre ein löbliches und faires Konzept. Wer versagt, muss gehen. Was soll diese Wildcard? Wer als Favorit gehandelt wird, sollte nicht einen Joker in Anspruch nehmen müssen. Natürlich wird auch mal versagt, man hat einen schlechten Tag. Jedoch sollte das keinen Einfluss auf die Arbeit, Kreationen und Ideen, die ein Koch hat, haben.

Bist du trotzdem froh, bei „The Taste“ mitgemacht zu haben?

So viele tolle und inspirierende Menschen durfte ich kennenlernen. Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen. Ich empfehle jedem, der gerne den Kochlöffel schwingt, sich bei „The Taste“ zu bewerben. Es gibt keinen härteren, besseren, emotionaleren und leidenschaftlicheren Kochkurs als diesen.

Was war dein persönlicher Höhepunkt in der Show?

Mein Highlight war definitiv mein Löffel mit der Auszeichnung der zwei Sterne.

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