Ende Juni waren Industriekletterer an der Kuppel des Radoms in 25 Metern Höhe zugange. Sie haben undichte Stellen zwischen den Kunststoffelementen repariert. Die Kosten sind höher als erwartet.
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Ende Juni waren Industriekletterer an der Kuppel des Radoms in 25 Metern Höhe zugange. Sie haben undichte Stellen zwischen den Kunststoffelementen repariert. Die Kosten sind höher als erwartet.

Drei Touren werden angeboten

Mit Whisky zur Rettung: So soll die Sanierung vom Radom finanziert werden

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Es waren aufsehenerregende Bilder: Ende Juni haben Industriekletterer sich vom Radom abgeseilt, um das Kulturdenkmal auf der Wasserkuppe zu sanieren. Doch die Kosten sind nun fast doppelt so hoch als erwartet. Ein Whiskyimporteur will helfen. 

  • Ende Juni haben Industriekletterer die Kuppel des Radoms saniert, doch die Kosten sind nun fast doppelt so hoch, wie erwartet.
  • Durch den Corona-Lockdown gibt es für größere Investitionen keine Rücklagen beim Betreiber des Radoms.
  • Der Würzburger Whiskyimporteur „82 Chapters to Newcastle“ will deshalb helfen.

Wasserkuppe - Ein Kulturdenkmal, eine Sanierung und Whisky. Wie passt das zusammen? Zunächst einmal ist Ende Juni eine Woche lang die Hülle des Radoms ausgebessert worden. Zuvor waren bei einer Inspektion des Wahrzeichens undichte Stellen an der Kuppel festgestellt worden. Kurz gesagt: Bei schlechtem Wetter regnete es rein.

So stand das Radom vor der größten Sanierungsmaßnahme seit seiner Errichtung vor 25 Jahren. Das ist ein „Kraftakt“, erklärt Heike Herzog-Best, vor allem finanziell. Denn das Kulturdenkmal wird von der Radom Flug gGmbH Wasserkuppe/Rhön betrieben. Eine gemeinnützige Gesellschaft, die sich, wie Geschäftsführerin Herzog-Best betont, selbst trägt: „Durch die Gemeinnützigkeit arbeiten wir immer so, dass wir unterm Strich eine schwarze Null stehen haben.“

Wegen Corona: Keine Rücklagen bei dem Betreiber des Radoms vorhanden - Whiskyimporteur soll helfen

Für größere Investitionen gibt es also keine Rücklagen – nach dem Corona-Lockdown ohnehin nicht, von der auch die Radom gGmbH betroffen ist, denn von Mitte März bis Mitte Mai war das Radom geschlossen. Es konnten keine Eintrittsgelder erhoben oder Führungen angeboten werden.

Dass die Sanierung angegangen werden konnte, war einer Förderung aus dem Vereinssponsoring der RhönEnergie Fulda zu verdanken. Aber: Die Kosten werden sehr viel höher liegen, als geplant. Heike Herzog-Best sagt, ein erster Kostenvoranschlag für die einwöchige Sanierung durch zwei Industriekletterer lag bei 5500 Euro. Aber: Bei den Arbeiten in 25 Metern Höhe wurde eine brüchige Stelle ganz oben auf der Kuppel entdeckt.

Vier Whiskyfässer lagern im Radom. Heike Herzog-Best (Zweite von rechts) freut sich, dass Hadrian Bromma (links vorne) und sein Team der Radom gGmbH mit Whisky-Wanderungen helfen will.

Kosten für Radom-Sanierung fast doppelt so hoch wie geplant - Wegen Corona-Pandemie gibt es keine Rücklagen

„Dort hat sich ein Stück Laminat gelöst“, erläutert die Geschäftsführerin. Die Kuppel-Hülle des Radoms besteht aus glasfaserverstärkten Kunststoffelementen. „Wenn sich an der brüchigen Stelle Wasser sammelt, ist das schlecht für die Konstruktion und kann im schlimmsten Fall die Statik beeinträchtigen“, sagt sie. Deshalb sei es folgerichtig gewesen, dass die Industriekletterer diese Stelle gleich mit reparierten. Dadurch haben die Arbeiten jedoch knapp drei Tage länger gedauert. „Die 5500 Euro werden nicht reichen. Die Maßnahme wird vermutlich das doppelte kosten“, so Herzog-Best.

Whiskey-Wanderung

Am Samstag, 29. August, veranstaltet der Würzburger Whiskyimporteur „82 Chapters to Newcastle“ drei Whiskywanderungen rund um das Radom (um 14, 15 und 15.45 Uhr). Dabei verkostet die Gruppe fünf Whiskys. Wer das Fasspaten-Ticket löst, darf als sechstes Getränk den Whisky probieren, der seit November im Fass im Radom eingelagert ist. Dieser hat aktuell einen Alkoholgehalt von gut 60 Prozent. Tickets für die Whisky-Verkostung, die auf fünf Kilometern Wanderstrecke stattfindet, gibt es ab 39 Euro. Der gesamte Gewinn fließt in die Reparaturen der Kuppel, betont das Unternehmen. Buchungen werden online angenommen über die Internetseite des Whiskyimporteurs

An dieser Stelle kommt der Whisky ins Spiel, genauer gesagt der Würzburger Whiskyimporteur „82 Chapters to Newcastle“. Inhaber Hadrian Bromma hat in Fulda studiert und kommt aus der bayerischen Rhön. Sein Unternehmen sucht nach außergewöhnlichen Lagerorten für die Whiskyfässer – so liegen bereits seit Januar vier Fässer im Radom auf Hessens höchstem Berg.

Video: Industriekletterer sanieren das Radom auf der Wasserkuppe

Weil zur Radom gGmbH ein sehr freundschaftliches Verhältnis bestehe, war für Bromma klar: „Wir wollten unbedingt helfen.“ Deshalb finden am Samstag, 29. August, drei Whisky-Wanderungen am Radom statt (siehe Infokasten), deren Erlös komplett dem Kulturdenkmal zugute kommt.

Teilnehmer dürfen fünf verschiedene Whiskys probieren. Und als Höhepunkt am Ende der Tour wird der sechste Whisky ausgeschenkt: Und zwar aus dem Fass, das seit November im Radom eingelagert ist und eigentlich noch gut zwei Jahre am höchsten Punkt Hessen reifen wird. „Das gibt es fast nie, dass man einen Whisky direkt aus dem Fass serviert bekommt“, betont Bromma. Er ist gespannt, wie den Teilnehmern der „Wasserkuppen“-Whisky schmecken wird.

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