Feiertag in Bayern

„Sehr gut besuchte Rhön“ am Dreikönigstag: Der ganz große Ansturm bleibt aber aus - Sperrung am Wochenende

Alle Autoren
    schließen
  • Leon Schmitt
    Leon Schmitt
  • Jessica Vey
    Jessica Vey
  • Lea Marie Kläsener
    Lea Marie Kläsener

Die Region wurde am vergangenen Wochenende von Wintertouristen überrannt – und das in einer kritischen Phase der Corona-Pandemie. Die Polizei hat nun reagiert und die Präsenz verstärkt. Der wegen des Feiertags befürchtete Ansturm aus Bayern blieb am Mittwoch allerdings aus.

Update vom 7. Januar, 18.12 Uhr: Am Dreikönigstag blieb der ganz große Ansturm aus, mit Blick auf das kommende Wochenende haben die Verantwortlichen der Stadt Gersfeld und des Landkreises Fulda jedoch die Reißleine gezogen: Die Zufahrten zur Wasserkuppe und mehrere touristische Parkplätze werden gesperrt. Damit reagieren die die Behörden auf den großen Ansturm am vergangenen Wochenende.

+++ 16.50 Uhr: Die in den letzten Tagen erfolgten Appelle an Winterfans scheinen Früchte getragen zu haben, denn der ganz große Ansturm auf die Wasserkuppe ist trotz des Dreikönigstags - in Bayern ein Feiertag - ausgeblieben. Gegen 13 Uhr konnte man auf dem Berg selbst noch einen Parkplatz ergattern. Gegen 16 Uhr machten sich einige Besucher wieder auf den Heimweg. „Wir haben in den letzten Tagen im Blick behalten, ob die Wasserkuppe wie der Hoherodskopf im Vogelsberg gesperrt werden würde“, sagt eine Mutter aus Würzburg, die mit ihrer Tochter am Mittwoch zum Rodeln auf die Wasserkuppe gefahren war. Bedenken wegen der Corona-Pandemie habe sie keine gehabt. „Die Besucher haben sich über das gesamte Areal verteilt. Wirklich Kontakt hatte man mit den anderen Leuten nicht.“

Die Polizei Osthessen berichtete am Mittwoch von einer „sehr gut besuchten Rhön“. Der befürchtete Ansturm auf der Wasserkuppe blieb am Dreikönigstag - in Bayern ein Feiertag - jedoch aus.

Auch Stephan Müller, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Osthessen bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass man am Dreikönigstag zwar eine sehr gut besuchte Rhön gehabt habe, die Auslastung an anderen Dreikönigstagen in der Vergangenheit aber durchaus schon größer gewesen sei. „Die Bürgerinnen und Bürger haben sich sehr vernünftig verhalten und auch die Verkehrsverstöße hielten sich in Grenzen“, sagte Müller. Gerade am letzten Wochenende hatten Massen an Rhön-Touristen wegen Parken in Einfahrten an Straßenrändern und Wirtschaftswegen für ein Verkehrschaos gesorgt.

Wasserkuppe (Rhön): Fast alle Parkplätze belegt - Polizei bittet Winter-Fans, Rhön zu meiden

+++ 12.59 Uhr: „Die Parkmöglichkeiten in der Rhön sind weitestgehend ausgeschöpft“, twitterte die Polizei um 12.09 Uhr. „Wir appellieren an die Menschen, alle Bereiche in der Rhön zu vermeiden“, sagt Polizeisprecher Stephan Müller auf Nachfrage unserer Zeitung.

Wie bereits am Wochenende seien auch heute wieder sehr viele Leute hoch auf die Wasserkuppe gefahren. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Bayern heute frei haben. Ob es sich bei den Besuchern vornehmlich um bayrische Winter-Touristen handelt, lässt sich laut Stephan Müller aber nur schwer ermitteln.

Die Parkplätze seien zwar weitestgehend ausgelastet, die Polizei habe bislang allerdings keine Straßen oder Parkplätze sperren müssen. Das könne sich aber im Laufe des Tages ändern, sollten noch mehr Autos anrollen. Ein Chaos, so wie es am Wochenende stellenweise ausgebrochen war, gilt es jedenfalls zu vermeiden. An die derzeitigen Besucher appellieren die Beamten: „Haltet euch an die Corona-Regeln“.

Dass trotz des Feiertags in Bayern auf der Wasserkuppe bislang weniger los ist als am Wochenende könnte mehrere Ursachen haben: Zum einen könnten die vielen Appelle eine Wirkung zeigen, zum anderen sind die Wetterverhältnisse heute deutlich schlechter. Reporter vor Ort berichten von dichtem Nebel.

+++ 11.11 Uhr: „Die Parkplätze in der Rhön füllen sich“, meldete die Polizei um 10 Uhr über den Twitter-Account des Polizeipräsidiums Osthessen. Der Parkplatz am Roten Moor sei bereits voll, heißt es. „Bitte nicht mehr anfahren“, appelliert die Polizei an Winter-Touristen. Über Twitter werden die Beamten im Laufe des Tages immer wieder Updates zur Park-Situation in der Rhön - unter anderem an der Wasserkuppe - veröffentlichen.

Polizei will Corona- und Verkehrs-Chaos auf der Wasserkuppe entgegenwirken

Erstmeldung vom 6. Januar, 6.41 Uhr:

Rhön - Die Situation in Rhön und Vogelsberg hat sich am Montag und Dienstag etwas entspannt. Aber am heutigen Dreikönigstag (Feiertag in Bayern) erwarten die Behörden – trotz aller Appelle, zu Hause zu bleiben – wieder einen ähnlichen Ansturm wie am Wochenende auf der Wasserkuppe. Die Polizei in Fulda kündigt an, ihre Präsenz zu verstärken und bekommt Unterstützung von der Bereitschaftspolizei in Hessen. Man wolle die „öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrechterhalten und die freie Zufahrt für Rettungsfahrzeuge gewährleisten“, erklärt die Polizei.

Ansturm auf die Wasserkuppe erwartet: Polizei verstärkt Kontrollen in der Rhön

Gemeinsam mit den Ordnungsbehörden soll „ein ganz besonderes Augenmerk“ auf der Einhaltung der Verkehrsregeln und der Corona-Beschränkungen liegen. „Dabei werden Verstöße kommunikativ begleitet und, wenn nötig, auch konsequent verfolgt“, so die Polizei.

Klaus Helfrich von der Straßenverkehrsbehörde und Hilfspolizei in Gersfeld hat auf der Wasserkuppe bislang nur sehr wenige Knöllchen verteilt: „Der ruhende Verkehr ist für uns im Moment eher Nebensache. Wichtig ist, dass die Hygieneregeln eingehalten werden.“ So kontrolliere er auf der Wasserkuppe etwa, dass die Besucher den Corona-Abstand und die Maskenpflicht einhalten. „Bisher mussten wir noch keine Bußgelder verhängen“, berichtet Helfrich. Auf ihn hätten die Besucher entspannt reagiert. „Die Leute verstehen das schon, sie sehen ja den Ansturm.“ Angegriffen worden sei er nicht. „Überwiegend ist Verständnis da.“

„Es ist gut, dass die Polizei aufrüstet“, betont Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU). Zusammen mit den Kräften der Ordnungspolizei Gersfeld könne man „nicht nur auf der Wasserkuppe präsent sein, sondern auch am Zuckerfeld und am Simmelsberg“, was aus seiner Sicht nötig sei. „Denn am vergangenen Wochenende verlief auf der Wasserkuppe alles relativ geordnet, aber für weitere Hotspots in der Rhön fehlten die Kapazitäten, so dass es dort weitaus chaotischer zuging“, so Korell.

„Stück Schei*e“: Gersfelds Bürgermeister Steffen Korell wird teilweise heftig beschimpft

Die Rhön hatte es besonders hart erwischt. Es waren Tausende, die teils Stoßstange an Stoßstange aus dem Rhein-Main-Gebiet und sogar aus Köln in die Region kamen, um die winterliche Landschaft zu erleben, wie Klaus Helfrich berichtet. Sie hinterließen laut Korell kaputte Zäune, Reifenabdrücke auf Wiesen (wie am Hoherodskopf), die kurzerhand zu Behelfsparkplätzen umfunktioniert wurden, Müll und „menschliche Exkremente in allen möglichen Aggregatszuständen“, denn vielerorts fehlte es an öffentlichen Toiletten. So schildert es der Gersfelder Bürgermeister, der es aufgrund des enormen Ansturms auf die Wasserkuppe in überregionale Medien wie den „Spiegel“und die „Süddeutsche Zeitung“geschafft hat.

Bildergalerie: Tausende Winterfans sorgen für Verkehrschaos auf der Wasserkuppe

Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt.
Tausende Winterfans haben am Samstag für Chaos auf der Wasserkuppe gesorgt. © Fuldamedia

Dort berichtete er sogar, dass der Unmut bei den Einheimischen so groß war, dass er als „Trottel“ und „Stück Schei*e“ beschimpft wurde, was er unserer Zeitung gegenüber bestätigt: „Es ist irre, was da auf Facebook und Co. los ist“, erklärt er. „Viele Menschen meinen eben, es besser zu wissen.“

Er betont, die Wintertouristen hätten sich zum Großteil an Corona-Abstandsregeln und Maskenpflicht gehalten. „Da zieht ja kein wütender Mob über den Berg, es handelt sich um friedliche Familien mit Kindern. Manche haben wahrscheinlich zum ersten Mal Schnee gesehen.“ Doch wenn mancher „mit abgefahrenen Winterreifen unterwegs ist, dann kam es eben vor, dass einige mit Traktoren aus Wiesen herausgezogen werden mussten“, nennt er ein Beispiel.

Wetterdienst gibt Prognose ab: Auf der Wasserkuppe bleibt es winterlich

Die gut 1000 Parkplätze auf der Wasserkuppe reichen an solchen besucherstarken Tagen bei weitem nicht aus. Behelfsparkplätze auszuweisen, sei aussichtslos, „wenn wir 500 weitere Stellflächen anbieten, sind die auch in kürzester Zeit dicht. Es würde nicht ausreichen.“ Deshalb wird die Wasserkuppe gesperrt, sobald die Parkplätze zu 90 Prozent ausgelastet sind. Hoherodskopf und Herchenhainer Höhe im Vogelsberg sind seit vergangener Woche und noch bis Freitag sogar komplett für Besucher gesperrt.

Dass sich die Lage in Rhön und Vogelsberg beruhigt, ist nicht absehbar. Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst berichtet von weiterem Schneefall am Mittwoch und von Dauerfrost bis zum Wochenende. „Es wird in den Höhenlagen weiterhin winterlich bleiben.“

Rubriklistenbild: © Fuldamedia

Das könnte Sie auch interessieren