Festliches Pontifikalamt im Dom und Lichterprozession an Mariä Himmelfahrt
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Festliches Pontifikalamt im Dom und Lichterprozession an Mariä Himmelfahrt

Gottesdienst, Gebet und helle Kerzen

Festliches Pontifikalamt im Fuldaer Dom und Lichterprozession an Mariä Himmelfahrt

Ein Fest für Christen: Am Samstag haben sich katholische Gläubige im Dom versammelt, um gemeinsam das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel zu feiern. Es schloss sich diesmal keine große Lichterprozession an.

Um 19.45 Uhr begann die wegen Corona reduzierte Feier. Weihbischof Professor Dr. Karlheinz Diez feierte mit den Gläubigen das älteste Marienfest, welches in Fulda früh Eingang gefunden hat. Bereits 1350 wurde zu Mariä Himmelfahrt die sogenannte Spenth-Prozession gestiftet, die jährlich am Vortag zum Frauenberg führte, und mit einer Armenspendung einherging. Laut Kalender des Präsenzregisters der Fuldaer Stadtpfarrkirche von 1486/87 wurde das Fest von Mariens Himmelfahrt am 15. August als „festum chori et fori“, also als öffentlicher Feiertag, begangen.

Lichterprozession Fulda: Fokus auf Corona-Pandemie

Auch in diesem Jahr trafen sich Katholiken Fuldas im Dom zum gemeinsamen Gottesdienst und zur Segnung von Kräuterbüscheln und Blumensträußen. Die Marienlegende besagt, dass die Apostel im Sarg der Gottesmutter statt des Leichnams Blumen gefunden hätten. Im Hochstift Fulda ist aus dem späten Mittelalter überliefert, dass am Fest Mariä Himmelfahrt „die kreuter und äpfel benedictiert“ wurden.

Neben dem geschichtlichen Hintergrund, der Segnung der Kräuter und Pflanzen, machte Weihbischof Diez in seiner Predigt auf die augenblickliche, schwere Zeit der Corona-Pandemie aufmerksam und fand tröstende Worte der Hoffnung, die er mit der Fuldaer Gemeinde teilte. Die Mutter Gottes sei Fürsprecherin zwischen Himmel und Erde und nehme sich der Sorgen der Menschen in dieser Zeit an.

Lichterprozession Fulda: Statio auf dem Domplatz

Die Fuldaer Kathedralkirche hat zum Hochfest Mariä Himmelfahrt einen besonderen Bezug: Als der heutige Barockdom geweiht wurde, wurde das Patrozinium – Salvator, Christus der Erlöser – der alten Stiftskirche übernommen, allerdings wurde der Hochaltar am Vortag des Festes der Aufnahme Mariens in den Himmel zu Ehren der Assumpta – der in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter Maria – konsekriert (14. August 1712). Besuchern sticht das Bildwerk über dem Hochaltar ins Auge, welches während der Heiligen Messe Erwähnung fand.

An die Messfeier schloss sich um 21 Uhr eine sogenannte Statio auf dem Domplatz an, wo eine Strahlenmadonna platziert war. Wegen der Coronakrise ersetzte die Statio eine längere Prozession durch den Schlosspark. Den Gläubigen schlossen sich dennoch Zuschauer an, die von Musik und Kerzenlicht angezogen, auf dem Domplatz zusammenfanden.

Nach Lichterprozession Fulda: Menschen wurden gesegnet

Seit frühester Zeit wird in Fulda die Gottesmutter an ihrem Hochfest nicht nur durch Gottesdienste, sondern durch eine Lichterprozession geehrt. Die 1609 gegründete Marianische Männer- und Jungmänner-Sodalität pflegte seit 1718 an Mariä Himmelfahrt eine sogenannte Kerzenprozession. Seit 30 Jahren wird die Lichterprozession jährlich am 15. August durchgeführt.

Nach einem gemeinsamen Gebet auf dem Domplatz, einem Dank an Mitveranstalter und Helfer, wurden zum Abschluss die Menschen gesegnet. Die Gläubigen stellten im Anschluss daran Kerzen um die Strahlenmadonna auf und nahmen sich Zeit für ein persönliches Gebet.

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