Das Baugebiet Weiße Stadt in Haimbach
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Wann kann in Haimbach gebaut werden? In die Diskussion kommt nun Bewegung.

Kaufpreis: 5,6 Millionen Euro

„Weiße Stadt“: Telekom bietet Areal in Haimbach jetzt im Internet zum Kauf an

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Überraschende Wendung im Konflikt um das geplante Baugebiet „Weiße Stadt“: Ein 37 500 Quadratmeter großes Grundstück am Rande Haimbachs, das der Telekom gehört, wird jetzt im Internet für 5,6 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Dabei steht die Stadt schon seit Jahren parat, um die Fläche zu erwerben und zu entwickeln.

  • „Weiße Stadt" in Haimbach: Telekom bietet Fläche bei immobilienscout24 an.
  • Der geforderte Kaufpreis liegt bei 5,6 Millionen Euro.
  • Die Stadt Fulda will das Gelände erwerben. Zuletzt hatte es Zoff mit der Telekom gegeben.

Fulda - Zuletzt hatte sich der Konflikt um das Baugrundstück hochgeschaukelt: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) war der Kragen geplatzt und hatte der Telekom Untätigkeit vorgeworfen. Er sprach von einem „absolut inakzeptablen“ Verhalten des Unternehmens. In einer Resolution forderte die Stadtverordnetenversammlung die Telekom zum Handeln auf. Nachvollziehbar: Denn schon vor vier Jahren hatte ein städtebaulicher Wettbewerb stattgefunden, um die Fläche zu bebauen. Rund 300 Wohneinheiten in der sogenannten Weißen Stadt waren – und sind noch – geplant. Allerdings war dann schnell Ruhe eingekehrt; die Telekom unternahm nichts, um das Grundstück auf den Markt zu bringen. Bei dem Areal handelt es sich um eine Teilfläche des Baugebiets; zwei Hektar der Fläche befinden sich bereits im Eigentum der Stadt.

„Weiße Stadt“: Telekom will Fläche in Haimbach verkaufen

Doch jetzt ist Bewegung in die ganze Sache gekommen: Der Immobiliendienstleiter Corpus Sireo bietet die Fläche für die Telekom auf einer Seite im Internet an: auf immobilienscout24.de. Auf dieser wird das 37 000 Quadratmeter große Baugrundstück ausführlich angepriesen. „Sie haben hier die Chance“, steht da zum Beispiel. Und: „Der Bebauungsplan ist weit fortgeschritten, er eröffnet Ihnen hier vielfältige Möglichkeiten, eigene Projektideen zu verwirklichen, spannende Wohnobjekte zu realisieren und von der florierenden Nachfrage auch wirtschaftlich zu partizipieren.“ Der geforderte Kaufpreis: 5,6 Millionen Euro.

„Die Stadt Fulda ist grundsätzlich darüber informiert, dass die Deutsche Telekom AG den Markt sondiert“, teilt der derzeit im Urlaub weilende Oberbürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung mit. „Die aktuelle Internetanzeige belegt, dass nach einigen Monaten des Stillstands nun endlich wieder Bewegung in die Sache kommt.“ Er gehe davon aus, dass die Resolution und auch die öffentliche Debatte hilfreich gewesen seien, um den bisherigen Stillstand zu beenden.

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Die Stadt Fulda steht als Käufer für die Fläche der Telekom in der „Weißen Stadt“ bereit

Die Stadt habe – vorbehaltlich der Zustimmung der städtischen Gremien – das Interesse bekundet, das Areal zu erwerben. Und sie habe auch einen Kaufpreis geboten – wie hoch diese Summe ist, verrät die Stadt allerdings nicht. Jetzt sei es aber an der Telekom zu entscheiden, ob sie die Fläche an die Stadt oder einen anderen Anbieter veräußert, erklärt Wingenfeld. „Ich persönlich würde mir eine Veräußerung an die Stadt Fulda zu einem vertretbaren Preis wünschen. Das würde uns die Chance eröffnen, zeitnah weiteren bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

Bei der Telekom selbst wird versucht, den Konflikt um das Areal nicht allzu hoch zu hängen: „Es geht alles seinen normalen Prozess“, sagt Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney. Die Internet-Anzeige sei auch keine Reaktion auf die Resolution gewesen: „Ein ganz klares Nein. Hier ist eine Synchronität der Ereignisse eingetreten.“

Zwar habe es Zeitverzögerungen gegeben, unter anderem wegen der Corona-Krise. „Aber“, so betont der Sprecher, „wir haben eine Verantwortung, was unser Eigentum betrifft“. Daher werde nun ein Käufer für die Fläche gesucht. „Dabei können wir aber nicht einseitig einen Käufer bevorzugen.“ Sowohl die Stadt als auch andere Interessenten hätten nun die Möglichkeit, sich auf die Anzeige zu melden. McKinney unterstreicht: „Wir stehen hierbei in einem absolut transparenten, konstruktiven sowie regelmäßigen Austausch mit dem Oberbürgermeister.“ Zudem weist er darauf hin, dass das Areal möglichst in einem Stück und nicht in kleinen Filethappen veräußert werden soll.

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