Max Göpfert ist traurig, dass wegen der Coronavirus-Pandemie seine Erstkommunion verschoben werden musste. Mutter Carolin hatte schon einige Vorbereitungen getroffen. / Foto: privat

Weißer Sonntag erst im Herbst – Betroffene Familie berichtet

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Weyhers - Familie Göpfert hatte sich den 19. April 2020 richtig schön ausgemalt: Mutter Carolin feiert ihren 37. Geburtstag, Sohn Lucas wird Sechs – und Sohn Max geht zur Erstkommunion. Doch das Coronavirus macht der Familie einen Strich durch die Rechnung.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

Der „Weiße Sonntag“ gehört im katholisch geprägten Fuldaer Land fest zur Osterzeit. An diesem Tag gehen im Bistum mehr als zweieinhalb Tausend Kinder zur Erstkommunion. Dieser Anlass wird von den Familien natürlich gebührend gefeiert. 2020 ist alles anders: Die Coronavirus-Pandemie lässt weder die Gottesdienste noch die Feiern zu.

„Max findet es schade und ist sehr enttäuscht. Er fürchtet, dass seine Erstkommunion trotz der Verschiebung nicht stattfinden kann“, gibt Carolin Göpfert einen Einblick in die Gefühlswelt ihres Sohnes.

Kommunionfreizeit fand noch statt

„Das Schlimme für die Kinder ist, dass sie schon weitgehend vorbereitet sind“, sagt sie. Lediglich der Unterricht in der Kirche, für die Osterferien vorgesehen, steht aus. Die Göpferts haben sich das von Pfarrer Markus Schmitt empfohlene Buch „Gott mit neuen Augen sehen – Wege zur Erstkommunion“ besorgt, um dem Junior weitere Grundlagen zu vermitteln.

Max Göpfert, seine Familie, die anderen 13 Kommunionkinder der Pfarrer St. Bonifatius Weyhers sowie einige Mädchen und Jungen der Pfarrei St. Bartholomäus Dietershausen hatten jedoch auch Glück: „Wir waren Anfang März noch zur Kommunionsfreizeit im Ludwig-Wolker-Haus in Kleinsassen. Die Fahrten anderer Pfarreien, deren Termine später lagen, sind ausgefallen“, erzählt Göpfert, die als Betreuerin mitgewesen ist. Schon damals zeichnete sich ab, „dass das Virus im Anmarsch ist.“ Ein paar Tage später schlossen die Schulen und die Kindertagesstätten – bis zum 19. April, dem geplanten Tag der Erstkommunion.

Neuer Termin bereits ins Auge gefasst

Aber längst nicht nur die kirchlichen Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren. Auch die Feier will organisiert sein. Bei Göpferts sind die Einladungen zum Teil schon verteilt, Tischdecken und Deko liegen bereit. Der Blumenschmuck und ein Caterer waren bestellt, mussten aber abgesagt werden. Göpfert: „Der Caterer war natürlich nicht begeistert, da er im Moment viele Absagen bekommt. Aber was soll man machen?“ Da die Gaststätten inzwischen alle geschlossen haben – abgesehen vom Abholservice für Speisen – gibt es auch keinen Ort für die Feier: „Mein Mann Patrick ist in der Feuerwehr. Daher wollten wir im Feuerwehrhaus feiern. Doch das darf nur noch bei Einsätzen betreten werden.“

Zwischen Pfarrei und Eltern ist ein neuer Termin im Gespräch. „Den sollen wir aber noch nicht publik machen, und wir sollen auch noch nichts buchen. Erst nach den Osterferien wollen wir schauen, wie der Stand der Dinge ist“, erklärt die Mutter des Kommunionkindes.

Kerze schon gebastelt

Immerhin hatte sie für Max noch keine Festtagskleidung gekauft. Die einheitlichen Kutten, die die Kommunionskinder in Weyhers während des Gottesdienstes tragen, wurde für den Jungen bereits angepasst. „Gottseidank haben wir noch nichts gekauft. Da Max derzeit einen Wachstumsschub durchmacht, wollten wir damit bis kurz vor der Kommunion warten“, sagt sie. Auch was die Kommunionskerzen angeht, die in Weyhers traditionell selbst gebastelt werden, sind manche Kinder den Kollegen voraus. Göpferts waren schon Ende Februar bei den Schönstattschwestern in Dietershausen, der nächste Termin kürzlich fiel dann bereits dem Coronavirus zum Opfer. Der dürfte sich aber vor dem neuen Termin der Erstkommunion nachholen lassen.

Etwas heikler sieht es da schon mit den Geschenken aus. „Max wünschte sich Geld, um sich ein neues Fahrrad zu kaufen“, berichtet seine Mutter Carolin, die einst ebenfalls ein Fahrrad zur Kommunion erhielt. Allerdings wäre er sicher gerne bereits den Sommer über mit dem neuen Rad unterwegs gewesen.

Lesen Sie hier, wann und wie die Erstkommunion-Feiern im Landkreis Fulda nachgeholt werden.

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