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Welttag wirbt für die Rettung der Handschrift

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Welttag wirbt für die Rettung der Handschrift. Persönliche Mitteilungen werden heute meist per Mail oder über soziale Netzwerke verbreitet. Doch ein handgeschriebener Brief drückt hohe Wertschätzung aus. Der Welttag der Handschrift wirbt für eine alte Kulturtechnik.

Reinhard Schwab ist Landesvorsitzender des Hessischen Philologenverbandes aus Weyhers. Er gibt ein Statement ab zum Thema Handschrift.

Die Handschrift ist Spiegel der Persönlichkeit, verändert sich mit ihr und offenbart die Individualität des Schreibers. Kinderschriften unterscheiden sich deshalb deutlich von Erwachsenenhandschriften. Schreiben mit der Hand ist eine grundlegende Kulturtechnik.

Eine gute Handschrift beruht auf feinmotorischen Fähigkeiten, die meist in der Lernphase eines intensiven Trainings bedürfen. Ihre Vernachlässigung wirkt sich negativ auf die Lernprozesse aus, wie die neurowissenschaftliche Forschung zeigt. Sorgfältiges Schreiben mit der Hand korrespondiert mit sorgfältigem Denken, es schult die Konzentration.

Beim Schreiben mit der Hand werden mehr Hirnregionen aktiviert als beim Tippen einzelner Buchstaben. Die Merkfähigkeit wird mit dem Nutzen der Verbundschrift deutlich verbessert.

Es geht heutzutage zwar nicht ohne das digitale Schreiben. Allerdings fördert der Hype um die digitalen Medien geradezu Nachlässigkeiten in den Bereichen sprachlicher Ausdruck und Rechtschreibung, greift damit unmerklich in das Sprachsystem negativ ein und leistet dem Verlust einer höheren Sprachkompetenz Vorschub.

Lehrkräfte sollten deshalb nachhaltig genug auch ein sauberes und lesbares Handschreiben einfordern, Schüler dadurch zur Konzentration führen und ihr Augenmerk auf gelingende Formulierungen und korrekte Grammatik lenken.

Warum nicht hin und wieder daran erinnern, bewusst und mit Muße schön zu schreiben, statt auf der Tastatur zu tippen?

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