Der Sommer 2021 war der regenreichste Sommer seit zehn Jahren in Deutschland (Symbolfoto).
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Der Sommer 2021 war der regenreichste Sommer seit zehn Jahren in Deutschland (Symbolfoto).

Wetterdienst zieht Bilanz

Das war das Sommer-Wetter 2021: 30 Prozent mehr Regen - 1,3 Grad wärmer als im Schnitt

Blauer Himmel, 30 Grad – Bilderbuchsommer gab es 2021 selten. Im Rückblick auf das Sommer-Wetter in Deutschland sticht vor allem der extreme Regen Mitte Juli heraus, der folgenschwere Hochwasserfluten auslöste. Ein Überblick in fünf Punkten:

Fulda - Nach drei zu trockenen Sommern in Folge hat es in diesem Jahr so viel geregnet wie in nur wenigen Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es fiel fast ein Drittel mehr Niederschlag als mit Blick auf die Vergleichsjahre von 1961 bis 1990 zu erwarten gewesen wäre, teilte der Deutsche Wetterdiensts (DWD) in Offenbach in seiner vorläufigen Bilanz mit.

Es handelt sich um den regenreichsten Sommer seit zehn Jahren. In der Reihe seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881 belegt der diesjährige Sommer den 14. Platz. Ein Überblick über die Ergebnisse, die der DWD nach einer ersten Auswertung seiner rund 2000 Messstationen veröffentlichte:

Das Sommer-Wetter in Deutschland 2021: 30 Prozent mehr Regen - 1,3 Grad wärmer

1. Sommer in Fulda: 17,5 Grad betrug diesen Sommer die mittlere Temperatur in Fulda in Hessen – im langjährigen Mittel sind es nur 15,9 Grad. 334 Liter Regen pro Quadratmeter gab es in diesem Sommer in Fulda, das langjährige Mittel beträgt aber lediglich 205 Liter. Für Ende dieser Woche macht eine Expertin aber eine überraschende Prognose für das Wetter in Hessen: Der Herbst-startet mit viel Sonne.

2. Niederschlag: Mitte Juli löste der Jahrhundertregen von Tief „Bernd“ in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die verheerenden Fluten mit mehr als 180 Toten aus. Insgesamt fielen im Sommer 2021 bundesweit im Mittel rund 310 Liter Regen pro Quadratmeter – 30 Prozent mehr als im Schnitt der Referenzperiode von 1961 bis 1990 und 29 Prozent mehr als von 1991 bis 2020.

Die Tageshöchstmenge verzeichnete Ludwigsburg in der Uckermark mit fast 199 Litern pro Quadratmeter am 30. Juni. Viel zu trocken war es in Vorpommern, in der windabgeneigten Seite des Harzes sowie dem Thüringer Becken, wo örtlich weniger als 105 Liter zusammenkamen.

3. Temperatur: Mit tagsüber kaum 20 Grad geht der meteorologische Sommer derzeit zu Ende, es handelt sich dem DWD zufolge um den ersten zu kühlen August seit 2014. Unter dem Strich war der Sommer 2021 im Vergleich zum vieljährigen Mittel aber zu warm:

Sommer-Wetter 2021: Hitzewelle im Juni treibt Durchschnittstemperatur in die Höhe

Die Durchschnittstemperatur von 17,9 Grad liegt 1,6 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode der Jahre 1961 bis 1990. Im Vergleich zu den wärmeren Jahren 1991 bis 2020 betrug die Abweichung plus 0,3 Grad. Heraus stach vor allem der Juni, als eine schon fast vergessene Hitzewelle für mehr als 35 Grad tagsüber und nachts für Tropennächte mit mehr als 20 Grad sorgte.

4. Sonnenschein: Wärmende Sonnenstrahlen drangen in den vergangenen Tagen eher selten durch. Doch der Sommer 2021 hat in diesem Punkt sein Soll erfüllt. Rund 615 Sonnenstunden zählte der DWD, das Soll liegt bei 614 Stunden. Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren unterschritt der Sommer den Sollwert um gut sechs Prozent.

Die meiste Sonne ließ sich auf Rügen und in Vorpommern mit mehr als 770 Stunden genießen. Auf der anderen Seite der Skala befinden sich die zentralen Mittelgebirge und die Lüneburger Heide, wo die Sonne örtlich weniger als 470 Stunden schien. Der August endet laut DWD-Vorhersage heute immerhin mit einigen Wolkenauflockerungen, an den Küsten ist es sogar länger sonnig. 

Video: Wetterdienst meldet regenreichsten Sommer seit zehn Jahren

5. Klimawandel: Dessen Rolle beim Juli-Extremregen ist wissenschaftlich noch nicht abschließend beantwortet, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche. Abgesehen davon habe sich der Sommer 2021 eher wieder in Richtung der abwechslungsreichen Witterung bewegt, die in einem mitteleuropäischen Land nördlich der Alpen zu erwarten sei.

Langfristig müsse sich Deutschland aber wegen des Klimawandels auf trockenere Sommer und mildere Winter einstellen. Hinzu kommt, dass mit steigenden Temperaturen der Erdatmosphäre Häufigkeit, Intensität und Fläche von Starkregen deutschlandweit zunehmen, wie eine vergangene Woche vorgelegte Auswertung des DWD gezeigt hat.

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