Einfach süß: die Frischlinge im Wildpark Gersfeld.
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Einfach süß: die Frischlinge im Wildpark Gersfeld.

Wie süß!

Publikumslieblinge ohne Publikum: Süße Tierbabys im geschlossenen Wildpark Gersfeld geboren

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Gersfeld - Sie haben kleine Schnäuzchen, gestreiftes Fell und sind zu dieser Zeit im Jahr normalerweise die Publikumslieblinge im Gersfelder Wildpark. Doch die erst zwei Wochen alten Frischlinge haben noch keinen einzigen Besucher zu Gesicht bekommen.

Der Wildpark hätte jetzt Hochkonjunktur. Vor allem Familien bevölkern normalerweise die weitläufigen Wege und begutachten Rehe, Otter, Wildkatzen, Steinböcke und Waschbären. Immer zum 1. April werden die Öffnungszeiten ausgeweitet. Und an Ostern kommen bei schönem Wetter bis zu 1000 Besucher am Tag.

Aber die Freizeiteinrichtung musste aufgrund der Corona-Pandemie schließen. Und das gerade jetzt, wenn viele Tiere ihren Nachwuchs bekommen. Besonders die kleinen Wildschweine sind für gewöhnlich die Lieblinge der Parkgäste. Jetzt haben sie in ihrem erst 14 Tage alten Schweineleben noch keinen einzigen Besucher kennengelernt.

Ob sie das stört? Es sieht nicht so aus! Sie flitzen durch das Gehege und sind quietschfidel. 25 Frischlinge sind es insgesamt. „Fünf Bachen haben Nachwuchs bekommen, manche von ihnen zum ersten Mal“, erklärt Dieter Kircher, stellvertretender Leiter des Wildparks.

Fehlender Besuch fällt tierischen Bewohnern auf

Auch bei den Mufflons, einer Wildschafrasse, sind zwei Lämmer geboren, die noch auf wackeligen Beinen stehen und eng bei ihren Müttern bleiben. Bei den Wisenten (auch europäisches Bison genannt) gibt es ein Kalb, das bereits im Herbst geboren wurde.

Die nächsten Tierjungen erwartet Dieter Kircher bei den Zwergziegen im Streichelzoo. Und dann sind im Mai/Juni das Rot- und das Dammwild an der Reihe. Ob die Tiere bemerken, dass im Moment keine Besucher kommen dürfen?

Der Wildhüter meint: „Ich glaube schon, dass sie das irgendwie wahrnehmen. Sie recken immer mal die Köpfe, als hielten sie Ausschau. Mir kommt es vor, als ob sie etwas vermissen. Aber natürlich liegt das vor allem daran, dass Besucher meistens eine Extraportion Futter dabei haben“, sagt er und schmunzelt.

Neue Attraktion bereits in Planung

Die Wildhüter sind momentan die einzigen, die sich im Park aufhalten. Für sie ist der Alltag jedoch gar nicht so anders als sonst. „Uns wird so schnell nicht langweilig“, betont Kircher. „Wir haben ja die gleiche Arbeit: Füttern, Ausmisten und Zaun- und Wegearbeiten.“ Hinzu komme, dass nach den Stürmen im Februar 20 Bäume im Park umgestürzt sind. „Das Holz räumen wir nun nach und nach weg.“

Wann der Wildpark wieder öffnen darf, steht noch nicht fest. Kircher befürchtet immense Einbußen, die letztlich in der Kasse der Stadt Gersfeld, die den Wildpark betreibt, fehlen werden. „Wir mussten beispielsweise auch die Greifvogelflugshows im Mai absagen, die wieder viele Gäste angelockt hätten.“

Wann kommt das Wildpferd-Fohlen?

Doch es gebe dennoch gute Neuigkeiten: Aktuell bereiten Kircher und sein Team einige neue Attraktionen vor, die ohnehin geplant waren: einen Barfußpfad, neue Geräte am Spielplatz und sogar ein Gehege für eine neue Tierart, die demnächst in den Park einzieht: Wildpferde.

Und wer weiß, vielleicht gibt es neben Frischlingen und Lämmern dann nächstes Frühjahr ein Fohlen zu bewundern. Die ersten Schritte auf dem Weg zu einer neuen Attraktion folgten dann Ende Mai/Anfang Juni: Zwei Tarpan-Wildpferde zogen in ein Gehege nahe des Eingangsbereichs ein. Bald soll noch eine Stute mit einem Fohlen dazukommen.

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