OB Wingenfeld äußert sich zum Hessentag.
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OB Wingenfeld äußert sich zum Hessentag.

Hessentag in Fulda

OB Wingenfeld: „Bis Oktober muss Entscheidung feststehen“

  • Daniela Petersen
    vonDaniela Petersen
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Positive Zwischenbilanz im medizinischen Bereich, aber hohe Verluste bei der Gewerbesteuer: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) hat bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) am Montag eine Einschätzung zur aktuellen Situation gegeben. Auch die Frage, ob und wie der Hessentag 2021 stattfindet, werde derzeit geprüft.

Fulda - Dass der Hessentag auf der Kippe steht, das möchte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld so nicht formulieren, wie er sagt. Sondern: „Wir sind in einer Notfallsituation, bei der alle Dinge auf dem Prüfstand stehen. Wir arbeiten zusammen mit dem Land Hessen und den anderen Hessentagsstädten an einer tragfähigen Lösung. Niemand kann sagen, wie die Welt am 1. September 2020 aussieht. Ich kann nur betonen, wir hatten gute Gründe, uns für den Hessentag 2021 beworben zu haben“, erklärt Wingenfeld.

Man müsse abwarten. Finanziell seien die Ausgaben überschaubar, die bisher in die Planung des Hessentags gesteckt wurden. „Das unterscheidet uns von Bad Vilbel. Wir sind noch keine Verpflichtungen zum Beispiel mit Veranstaltern und Dienstleistern eingegangen. In der jetzigen Situation werden auch keine Verträge zum Hessentag unterschrieben“, erklärt Wingenfeld und fügt an: „Im Moment kann niemand verlässlich eine Großveranstaltung planen. Aber für einen Hessentag braucht man eine gewisse Vorlaufzeit.“

Hessentag in verschlankter Form?

Bis spätestens Oktober müsse seiner Meinung nach eine Entscheidung gefallen sein, ob das Fest in Fulda 2021 stattfindet oder nicht. „Derzeit werden verschiedene Optionen geprüft“, erklärt der Oberbürgermeister, ohne dabei konkret zu werden.

Denkbar ist womöglich eine Verschiebung oder ein Fest in verschlankter Form. Eine zeitnahe Entscheidung – wahrscheinlich noch heute – wird es beim Musicalsommer geben. Abhängig sei dies von der Einschätzung des Landes, ab wie vielen Personen eine Veranstaltung als Großveranstaltung gilt. „Diese Entscheidung ist noch offen. Es steht aber die Zahl von 100 Teilnehmern im Raum“, erklärt Wingenfeld, „der kulturelle Bereich, der uns in der Vergangenheit viel Freude bereitet und Gemeinschaftserlebnisse gestiftet hat, ist stark betroffen. Es war leider richtig, dass wir in Fulda den Theaterbetrieb frühzeitig eingestellt haben.“

Nachtragshaushalt kommt womöglich im Herbst

Auch bei der Gewerbesteuer mache sich die Pandemie inzwischen bemerkbar. „Hier haben wir – Stand heute – eine Abweichung von rund minus sieben Millionen Euro gegenüber dem Plan. Wir gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil im Zusammenhang mit Corona steht.“ Wingenfeld vermutet, dass im Herbst ein Nachtragshaushalt verabschiedet werden muss – ein Szenario, das es in der Stadt Fulda seit einigen Jahren nicht gegeben habe.

Gute Nachrichten gebe es im Medizinbereich. „Wir können eine positive Zwischenbilanz ziehen. Die Gesundheitsversorgung, die das Allerwichtigste dabei ist, ist gut aufgestellt. Intensivkapazitäten sind in ausreichendem Maß vorhanden.“ Auch gebe es genügend Schutzausrüstung. „Eine adäquate medizinische Versorgung für alle Patienten bleibt die zentrale Aufgabe.“

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