Das Salzlager der Straßenmeisterei in Gersfeld hat ein Fassungsvermögen von 2100 Tonnen. / Foto: Michel Ickler

Winterdienste in der Region: Hecken schneiden statt Schnee schieben

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/Gersfeld - Die auffälligen orangefarbenen Räumfahrzeuge sind in diesem Winter bislang auf den osthessischen Straßen nur selten in Erscheinung getreten. Grund: Schnee ist kaum gefallen und Temperaturen unter null Grad gab es bislang nur an wenigen Tagen. Arbeit haben die Beschäftigen der Räumdienste trotzdem.

Von unserem Redaktionsmitglied Michel Ickler

Mal scheint die Sonne und ab und zu kommen Regenschauer über die Region: Die Wetterlage in den vergangenen Tagen erinnert eher an Frühling als an Winter. Entsprechend selten mussten die hiesigen Winterdienste ausrücken. Am Dienstag aber hat der Deutsche Wetterdienst eine Warnung ausgegeben. „Auf der Wasserkuppe hat es Sturmböen der Windstärke neun und Schneefall gegeben“, erklärt Andreas Friedrich, Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

Entsprechend gewarnt müssen die Winterdienste sein. Diese rücken, wie am Dienstag auf der Wasserkuppe, bei Bedarf rund um die Uhr aus. „Auf den Bundes-, Landes-, Kreisstraßen im Landkreis Fulda waren unsere Straßenmeistereien Neuhof, Hünfeld und Gersfeld insgesamt bislang rund 250 Mal im Winterdiensteinsatz“, erklärt Anette Kümpel, Pressesprecherin von Hessen Mobil. Ein Großteil seien Früheinsätze zwischen 2.15 und 7 Uhr gewesen.

Wechselnde Rufbereitschaft-Schichten

Der Fahrbahn- und Winterdienst der Stadt Fulda kommt bislang auf 22 Einsatztage. „Die insgesamt 15 Mitarbeiter werden in der Zeit von November bis März in wechselnde Rufbereitschaft-Schichten versetzt. Die Tagesarbeit muss unverzüglich unterbrochen werden, sollte es eine Winterdienst-Alarmierung geben, sagt der Pressesprecher der Stadt Fulda, Johannes Heller.

Sollte keine Alarmierung vorliegen, sind die Beschäftigen im Amt für Grünflächen und Stadtservice tätig. Bei Hessen Mobil stehen Arbeiten wie Gehölzpflege oder die Beseitigung von Fahrbahnschäden auf dem Dienstplan, falls es keine Wintereinsätze gibt.

Hecken werden geschnitten

Nach demselben Muster der Bereitschaft arbeitet auch die Stadt Gersfeld. Auch wenn der bisherige Winter eher frostfrei verlief, haben die Beschäftigten des Räumdienstes andere Arbeiten zu verrichten. „Es gelten die normalen Arbeitszeiten. Wenn kein Schnee geschoben oder Salz gestreut werden muss, werden zum Beispiel in der Stadt Hecken geschnitten“, informiert der stellvertretende Bauamtsleiter Kurt Zwierlein.

Ein „relativ anspruchsvolles“ Gebiet mit vielen Bergen und Steigungen hat die Gemeinde Poppenhausen zu betreuen, erklärt Bürgermeister Manfred Helfrich (CDU). Bisher sei aber erst ein Viertel des Salz-Bestandes verbraucht worden. Das Lager fasst circa 30 Tonnen. „Die Gemeinde schaut mit einem lachenden und weinenden Auge auf diese Tatsache. Natürlich wird viel Geld eingespart, aber ohne Schnee entgehen uns Einnahmen im Tourismus,“, betont Helfrich.

Nach Bedarf wird gestreut

Um die Sicherheit auf den Straßen zu garantieren, wird je nach Bedarf Salz gegen die Glätte gestreut. Dafür stehen den Gemeinden, Städten und Straßenmeistereien Salzlager zur Verfügung. Die Stadt Fulda verfügt über 1500 Tonnen Salz, während Hessen Mobil 6000 Tonnen in ihren Lagern aufbewahrt. „Die Depot wird jedes Jahr im Frühjahr unter Berücksichtigung der Frühbezugspreise wieder aufgefüllt“, erklärt Heller. Gleiches gilt für Hessen Mobil. Das Salz ist mit einem Trennmittel versehen und somit über viele Jahre haltbar.

Die Wetterwarnung und der gefallene Schnee am gestrigen Dienstag sind wohl nur eine Ausnahme. Laut Wetterexperte Friedrich könne es am Wochenende bis zu 13 Grad warm werden. Sollte es in diesem Jahr dennoch zu winterlichem Wetter kommen, sind die Räumdienste bereit: Die Mitarbeiter sind in Bereitschaft, die Salzlager sind gefüllt und sogar eine Schneefräse ist in der Straßenmeisterei Gersfeld stationiert.

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