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„Wir warten nur auf den großen Knall“: Anwohner besorgt über Verkehrsführung in Fliedener Straße

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Rommerz - Vor rund drei Jahren hat die Gemeinde Neuhof auf der Fliedener Straße in Rommerz am Ortsausgang in Richtung Flieden zwei Verkehrsinseln installiert. Die Hindernisse sollen den Verkehr ausbremsen – die Anwohner jedoch sind seit Jahren unzufrieden.

Von unserem Redaktionsmitglied Marcus Lotz

Kopfschüttelnd beobachten Simone und Thomas Höhl den Verkehr, der sich einige Meter von ihrem Haus in der Fliedener Straße an den beiden Verkehrsinseln vorbei bewegt. Die an vielen Stellen rissige Fahrbahn führt aus Flieden kommend abschüssig an den beiden Hindernissen vorbei in den Ort. Viele Fahrzeuge sind hier allerdings deutlich zu schnell unterwegs – sagen Simone und Thomas Höhl. Die beiden wohnen nur wenige Meter entfernt in Simone Höhls Geburtshaus. „Hier spielen sich teilweise wilde Szenen ab. Die Autofahrer kommen mit überhöhter Geschwindigkeit von Flieden runter. Die Inseln bremsen nur bei Gegenverkehr, ansonsten fahren die einfach mittendurch, teilweise auf der Gegenfahrbahn“, erklärt Thomas Höhl.

Hupkonzerte, Beinahe-Kollisionen, Unfälle

Doch gerade bei Gegenverkehr komme es immer wieder zu brenzligen Situationen: „Das Problem ist, dass sich dann beide Seiten darauf einigen müssen, wer Vorfahrt hat. Die Folge sind Hupkonzerte oder Beinahe-Kollisionen. Auch zwei Unfälle sind hier in den drei Jahren schon passiert“, sagt Thomas Höhl. Das Paar berichtet von bis zu 90 Stundenkilometern, mit denen bereits Pkws auf Höhe der Verkehrsinseln gemessen wurden. „Wir warten nur auf den großen Knall.“

Seit Jahren setzt sich das Paar deshalb für eine ungefährlichere Lösung ein, doch bislang ohne Erfolg. „Die Gemeinde hat uns immer ignoriert, hingehalten oder unsere Bedenken kleingeredet“, erzählt Simone Höhl.

Schreiben an Landtagsabgeordnete Waschke

So haben die beiden jüngst in einem Schreiben an die Landtagsabgeordnete Sabine Waschke (SPD) ihre Idee formuliert: „Studien zeigen, dass bei einer Mittelinsel oder zwei versetzten halben Mittelinseln solche Höchstgeschwindigkeiten generell ausgeschlossen sind. Zudem kann jeder Verkehrsteilnehmer auf seiner Fahrbahn verbleiben. Das macht diese Lösungen besonders effektiv und sicher.“

Treffen vor Ort

Bürgermeister Heiko Stolz habe für ihr Anliegen ein offenes Ohr gehabt, erzählt das Paar. Der Bürgermeister sowie Hessen Mobil verweisen auf Nachfrage unserer Zeitung auf Messungen innerhalb der letzten drei Jahre, die gezeigt hätten, dass sich die Geschwindigkeiten deutlich reduziert hätten. Dennoch wolle man die Sorgen der Anwohner ernst nehmen. Ende August kam es laut den Höhls zu einem Treffen vor Ort mit Vertretern der Gemeinde und des Landkreises, Hessen Mobil sowie einem Vertreter eines Ingenieurbüros.

„Ergebnis steht noch aus“

„Wir haben die Vorschläge der Anwohner aufgenommen und ein Planungsbüro mit der Prüfung beauftragt. Das Ergebnis steht jedoch noch aus“, erklärt Stolz. Er betont: „Wir berücksichtigen die Wünsche gerne, wenn es sich wirtschaftlich und baulich vertreten lassen.“

Straßensanierung im nächsten Jahr

Doch Simone und Thomas Höhl haben daran Zweifel – auch deshalb, weil sich in drei Jahren nichts getan habe, obwohl sie sich bereits an Abgeordnete aus der Region und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gewandt hätten. „Im nächsten Jahr soll die Straße saniert werden. Das ist die einmalige Chance, die Verkehrsführung zu ändern. Unsere Sorge ist, dass unser Anliegen weiter verschleppt wird, bis es dafür zu spät ist.“ Dem widerspricht der Rathauschef: „Wir haben das auf dem Schirm. Bevor wir dort keine Lösung gefunden haben, bauen wir nichts. Der Prozess ist jetzt angestoßen.“

Die Höhls hoffen nun, dass sich bald etwas bewegt. „Es geht nicht um uns, es geht um eine zukunftssichere Alternative“, betont Simone Höhl.

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