Foto: Sebastian Kircher

Wohnheim für Studentinnen: Verein Maalula unterstützt Christen in Syrien

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - Zerstörte Häuser, Vertreibungen und zerbombte Städte – diese Worte beschreiben die Situation der syrisch-orthodoxen Christen in Syrien. Der Fuldaer Verein Maalula hat es sich zur Aufgabe gemacht, Hilfe für Betroffene und Verfolgte zu leisten.

Von unserem Redaktionsmitglied Alina Hoßfeld

Dr. Andreas und Edibe Hertel aus Fulda gehören zum Vorstand des Vereins und zählen zu den Gründungsmitgliedern. „Wir haben den Verein 2013 aus verschiedenen Gründen aufgebaut. Bevor der Bürgerkrieg in Syrien begann, haben wir eine Reise mit Mitgliedern des Lions Clubs nach Syrien unternommen“, erzählt Andreas Hertel. Während dem Besuch habe die Reisegruppe ein friedliches Miteinander der Religionen erlebt. „Es war sehr eindrucksvoll, das christliche Leben dort kennenzulernen“, sagt Edibe Hertel, die selbst syrisch-orthodoxe Christin ist und aus der Türkei stammt.

Durch die Reise sei auch der Name des Vereins entstanden. „Maalula ist ein Dorf in Syrien, das wir 2010 besucht haben. Vor dem Bürgerkrieg haben dort Muslime und Christen friedlich zusammengelebt“, erklärt die 59-Jährige.

Bleibeperspektive soll geschaffen werden

Doch dann hat sich die Situation verändert. Es fehle den Menschen in Syrien an allem. Sie leiden an Hunger, es gibt kaum Medikamente und Lebensmittel. Um die Not zu lindern und etwas für ein friedliches Zusammenleben beizutragen, wurde der Verein gegründet. Edibe Hertel sagt: „Wir kannten dort Menschen aus der Umgebung durch unsere Reise, das hat eine große Betroffenheit in uns ausgelöst.“ Deshalb sammelt der Verein Spenden – seit 2013 sind 100 000 Euro zusammengekommen.

Das Ziel des Vereins sei es, Hilfe zu leisten und eine Bleibeperspektive zu schaffen, erklärt Andreas Hertel. „Das aktuelle Projekt ist ein Wohnheim für Studentinnen in Homs. 22 Zimmer werden für diese gebaut. So wird ihnen eine sichere Unterkunft für ihre Studienzeit gewährleistet, denn es ist schwierig zu pendeln oder generell eine Wohnung zu finden“, sagt der 64-Jährige. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe die Sanierung des Gebäudes 30 000 Euro gekostet. Nun werden weitere Spenden für die Einrichtung der Zimmer gesammelt.

Arbeit auch in Fulda

Doch nicht nur in Syrien wurden durch den Verein Projekte, wie ein Spielplatz, Sportplatz oder eine Schule realisiert. Auch in Fulda wurde etwas initiiert: Sechsmal im Jahr gibt es einen Gottesdienst der Abtei Maria in der Klosterkirche mit Diakon Ewald Vogel und Professor Christoph Müller. „Alle kommen nach dem Gottesdienst zusammen: Geflüchtete, Migranten und auch Deutsche. Dieser Austausch ist besonders wichtig“, erklärt Edibe Hertel. Eine Besonderheit sei, dass in verschiedenen Sprachen gebetet und gesungen wird. Doch der Schwerpunkt der Arbeit liege nach wie vor in Syrien.

Obwohl das Ehepaar seit dem vergangenen Besuch 2010 nicht mehr vor Ort war, haben sie immer Kontakt mit Menschen, die in Syrien sind. Das Ehepaar kann sich vorstellen wieder eine Reise nach Syrien zu unternehmen. Der Zeitpunkt ist jedoch unklar, denn es sei momentan zu gefährlich die Bekannten in Syrien zu besuchen. Zwei wichtige Kontaktpersonen vor Ort sind Pfarrer Lukas Awad aus dem syrischen Maskaneh und Bischof Selwanos Boutros Alnemeh. „Die Projekte werden uns von den beiden vorgeschlagen. Demnächst wollen wir Gewerbetreiberinnen – Näherinnen unterstützen“, erklärt Andreas Hertel.

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