Fotos: Volker Nies

Würdige Gedenkfeiern für Bad Salzschlirfer Juden

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Bad Salzschlirf/Fulda - Trotz des Streits der vergangenen Wochen: Mit zwei würdigen Feiern haben die Nachkommen in Fulda und die Gemeinde im Kurpark des Kurortes gestern an die 19 Salzschlirfer Juden erinnert, die von den Nazis ermordet worden waren.

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Bei den Veranstaltungen spielte das Zerwürfnis nur am Rande eine Rolle: Ein Arbeitskreis hatte die Feier im Kurort lange vorbereitet. In der Gruppe gewann insbesondere die aus Bad Salzschlirf stammende Historikerin Anja Listmann den Eindruck, Bürgermeister Matthias Kübel (CDU) wolle verhindern, dass die Nachkommen eventuell über Täter sprechen; Streit gab es auch darum, dass auf den Gedenktafeln in Bad Salzschlirf alle 58 ehemaligen jüdischen Bürger genannt werden – ohne Hinweis darauf, dass 19 Bürger davon ermordet wurden.

Gedenkfeier in Fulda

Die 15 Nachkommen, die aus Israel, den USA und Schweden jetzt angereist waren, entschieden deshalb, nicht an der Feier in Bad Salschlirf teilzunehmen.

Für sie fand eine Gedenkfeier am neuen jüdischen Friedhof in Fulda statt. Für jedes der 19 Opfer des NS-Terrors wurde von den Angehörigen eine Tafel mit Lebensdaten an einer Wand angebracht.

Nachkommen berichteten

Die Nachkommen erzählten aus dem Leben der jeweiligen Person: Eines der Opfer hatte schon die Erlaubnis zur Ausreise nach Palästina, eines flüchtete über die Schweiz und die Sowejtunion nach Lettland und eines nach Frankreich, ehe die Schergen der Nazis sie dann doch ergriffen und in Vernichtungslager schickten.

Der Text der Hauptgedenktafel, die an das Leben und die Verfolgung der Bad Salzschlirfer Juden erinnert, ist in Fulda und im Kurort identisch.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Montagsausgabe der Fuldaer Zeitung sowie im digitalen E-Paper.

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