In einem Dorf in der Rhön im Landkreis Fulda fahren besonders viele Modelle des Sportwagenherstellers Porsche.
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In einem Dorf in der Rhön im Landkreis Fulda fahren besonders viele Modelle des Sportwagenherstellers Porsche.

Oldtimer-Hochburg

Kurios: In Wüstensachsen in der Rhön gibt es die höchste Porsche-Dichte in ganz Deutschland

Kuriose Geschichte: In einem Dorf in der Rhön im Landkreis Fulda fahren besonders viele Modelle des Sportwagenherstellers Porsche. Warum gibt es in Ehrenberg-Wüstensachsen die höchste Porsche-Dichte in Deutschland?

Wüstensachsen - Dass sich die Rhön zu einem echten Eldorado für Genießer gemausert hat, ist hinlänglich bekannt. Tolle Natur, hochwertige Gastronomie, gepflegte Ortschaften. Dass der Genuss aber gar so weit reicht, dass in Wüstensachsen so ziemlich die höchste Porsche-Dichte in ganz Deutschland herrscht, dürfte den einen oder anderen überraschen.

Traktoren: Die höchste Porsche-Dichte in Deutschland gibt es in der Rhön

Den größten Anteil an Fahrzeugen des Sportwagenbauers machen in dem Dorf am Fuße der Wasserkuppe dabei allerdings die Traktoren aus, die Porsche in Manzell am Bodensee gebaut hat. Insgesamt 29 Modelle kommen in Wüstensachsen im Landkreis Fulda auf die etwa 1200 Einwohner – ein Anteil von rund zweieinhalb Prozent.

Und damit sicher höher als in Berlin, München oder Hamburg. „Wir haben zwar keinen Beweis, sind aber sicher, dass sonst nirgends so viele Porsche im Verhältnis zu Einwohnern zugelassen sind“, sagt Norbert Grösch, Vorsitzender des Vereins Porschefreunde Wüstensachsen.

Und in der Quote sind die Sportwagen, die „echten“ Porsche quasi, noch gar nicht enthalten. Unter den Traktoren in der Rhön befinden sich echte Schmuckstücke. Zum Beispiel ein Porsche Master. Das Modell wurde insgesamt nur 400 Mal gebaut, heute existieren weltweit gerade mal noch 50 Exemplare.

Einer davon wurde jüngst in der Schweiz für mehr als 200.000 Euro versteigert. Dass solche Schätze nicht in Wüstensachsen in Scheunen oder Garagen verrosten, haben sich die Mitglieder des Vereins zur Aufgabe gemacht. Sie restaurieren liebevoll alle Porsche-Diesel, so die offizielle Bezeichnung, die sie irgendwie bekommen können. 

Ein echter Hingucker: Die Porsche-Traktoren in Wüstensachsen sind echte Schätze und mitunter auch sehr wertvoll.

Aber warum gibt es ausgerechnet in Wüstensachsen so viele Modelle des einstigen Traktoren-Herstellers? „Bei uns gab es damals einen der wenigen Landmaschinen-Händler, der Porsche-Traktoren vertrieben hat“, verrät Grösch, der selbst Inhaber von fünf Modellen ist.

So war die Wahrscheinlichkeit, dass ein Landwirt in Wüstensachsen einen Porsche zur Ackerarbeit verwendete, deutlich höher als anderswo. Und wer denkt, dass die Oldtimer heute nur noch als Museumsstücke dienen, der irrt. Der Verein macht regelmäßig gemeinsame Ausfahrten.

Porsche-Traktor als Erbstück vom Großvater in Wüstensachsen

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Vereinsvorstand Norbert Grösch war kürzlich sogar gemeinsam mit seiner Gattin per Porsche-Traktor im Urlaub im Sauerland. Er auf einem, seine Frau auf einem eigenen. „Wir fahren eigentlich immer mit zwei Traktoren, falls einer mal eine Panne haben sollte.“ Die Hinfahrt dauerte übrigens mit Zwischenübernachtung zwei Tage, die Rückfahrt schafften die beiden in elf Stunden an einem Tag. 

In Wüstensachen kommen auf die etwa 1200 Einwohner 29 Porsche-Modelle.

Und selbst in seiner eigentlichen Rolle kommt das eine oder andere Modell noch zum Einsatz. So bearbeitet etwa der stellvertretende Vorsitzende Dirk Kopf auch heute noch den Acker mit seinem Oldtimer, den sein Großvater damals gekauft hatte und der sich noch heute im Familienbesitz befindet. (Tobias Farnung)

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