Fotos: dpa, Volker Nies

Die Zahl der Ladestationen für E-Fahrzeuge steigt – auch in Osthessen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda - In Deutschland gibt es deutliche Fortschritte beim Aufbau von Ladepunkten für Elektroautos – aber noch große regionale Unterschiede. In unserem Verbreitungsgebiet gibt es im Stadtgebiet Fulda mit Abstand die meisten Ladestationen für E-Fahrzeuge.

Während in Großstädten und Ballungsräumen inzwischen vergleichsweise viele Ladestationen zu finden sind, bestehen auf dem Land noch viele „weiße Flecken“. Das geht aus einer Auswertung des Energieverbandes BDEW hervor. Der Verband sieht insgesamt eine „Dynamik“ beim Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit rund 24.000 öffentliche Ladepunkte – das sind fast 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Schnellladestationen liegt laut BDEW-Ladesäulenregister bei rund 15 Prozent. Demgegenüber stünden derzeit rund 220.000 E-Autos und Plug-in-Hybride, so der BDEW. Im Durchschnitt würden sich damit gerade einmal neun E-Autos beziehungsweise Plug-in-Hybride einen Ladepunkt teilen.

Durchbruch auf dem Massenmarkt

80 Prozent der Ladevorgänge würden zuhause oder am Arbeitsplatz stattfinden. „Umso wichtiger ist es, dass im privaten Bereich jetzt endlich die Hürden für den Aufbau von Ladeinfrastruktur abgebaut werden. Das sollte sich die Politik weit oben auf ihre Agenda für das neue Jahr setzen“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae.

In den kommenden Jahren sollen E-Autos den Durchbruch auf dem Massenmarkt schaffen. Die Elektromobilität spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem die Klimaziele 2030 vor allem im Verkehr erreicht werden sollen. Dafür wird bis 2030 eine Zahl von 7 bis 10 Millionen

München zieht an Hamburg vorbei

E-Autos in Deutschland als notwendig angesehen. Die Bundesregierung hatte einen „Masterplan Ladeinfrastruktur“ vorgelegt, mit dem der Ausbau beschleunigt werden soll. Ziel ist ein flächendeckendes und kundenfreundliches Ladenetz.

Unter den Großstädten gibt es die laut BDEW meisten Lademöglichkeiten in München (1103) und Hamburg (1070) – München sei damit an Hamburg vorbeigezogen. Die größte Stadt Berlin (974) folgt an dritter Stelle. Dahinter liegen Stuttgart (405), Düsseldorf (225) und Leipzig (215).

1724 öffentlich zugängliche Ladesäulen in Hessen

Betrachtet man die einzelnen Bundesländer, liegt in absoluten Zahlen Bayern vorne – mit 5656 öffentlich zugänglichen Ladepunkten. Bei der Anzahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte je 1000 Quadratkilometer sind Hamburg (1417) und die Hauptstadt Berlin (1093) an der Spitze. Es folgen Bremen (286), Baden-Württemberg (115), NRW (114), Hessen (82) und das flächenmäßig größte Bundesland Bayern (79).

Hessenweit gab es Ende vergangenen Jahres 1724 öffentlich zugängliche Ladesäulen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1413. In Hessens größter Stadt Frankfurt gibt es demnach gerade einmal 75 E-Ladepunkte. Im vergangenen Jahr wurden in Hessen 5580 Anträge für den Kauf von rein elektrischen Autos, Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen oder wasserstoffbetriebenen Wagen mit einem Fördervolumen von zusammen 20,3 Millionen Euro bewilligt.

Im Jahr 2018 waren es 3423 Anträge mit einem Volumen von 12,3 Millionen Euro. Bis Ende 2025 soll nach dem Willen der Bundesregierung ein erweiterter „Umweltbonus“ angeboten werden. Für Autos mit einem Listenpreis von unter 40 000 Euro soll die Prämie auf bis zu 6000 Euro steigen. Bislang gibt es 4000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge. Die Gelder kommen dabei jeweils zur Hälfte vom Bund und den Automobilherstellern.

Ladestationen in der Region

In unserem Verbreitungsgebiet gibt es im Stadtgebiet Fulda mit Abstand die meisten Ladestationen für E-Fahrzeuge. An die 20 Ladepunkte gibt es dort inzwischen – vor allem vorangetrieben durch die RhönEnergie.

Auf dem Land gibt es indes große Unterschiede. Viele Gemeinden haben nur sehr vereinzelt oder gar keine Lademöglichkeiten. Es gibt aber auch Ausreißer nach oben. So stehen den Eiterfeldern und Rasdorfern vergleichsweise viele öffentliche Lademöglichkeiten zur Verfügung. Auch die Stadt Schlüchtern treibt in Kooperation mit der RhönEnergie den Ausbau von Ladesäulen voran.

An den herkömmlichen Säulen benötigt ein modernes vollelekrtisches Fahrzeug mitunter 24 Stunden oder länger, um voll aufgeladen zu sein. Ungleich flotter geht es an Schnellladesäulen, von denen es aber in der Region nur wenige gibt. Neben der am Aldi-Markt in Petersberg gibt es solche Vorrichtungen am Rhönhof und mehreren Autobahnraststätten.

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