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FKG zeigt sich nach Romo-Vorfall in Volkmarsen mit Dutzenden Verletzten „fassungslos“

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Fulda - Nachdem ein Auto gegen 14.30 Uhr in einen Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen gefahren ist und es Dutzende verletzte Menschen gegeben hat – darunter Schwerverletzte und Kinder –, wurden alle Fastnachtsumzüge in Hessen vorsichtshalber abgebrochen. Das teilte das Polizeipräsidium Westhessen gegen 16.30 Uhr mit. Fulda war davon nicht betroffen.

Das bestätigt auch Hans-Jürgen Dröge, Koordinator des Romo-Umzuges Fulda. „Als der Vorfall in Volkmarsen passiert ist, ist die Polizei auf uns zugekommen. In Absprache haben wir den Umzug dann aber geordnet weiterlaufen lassen. Aber das drückt natürlich auf die Stimmung. Man ist fassungslos“, sagt Dröge.

Dass in der Region Fulda keine Romo-Züge auf Anraten der Polizei abgebrochen werden mussten, bedeute aber nicht, dass die Beamten in Osthessen bei einer möglichen Weiterentwicklung der Erkenntnisse zu dem Vorfall in Volkmarsen nicht noch gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen ergreifen würden, betonte der Polizeisprecher.

Zufahrtsbereiche zum „Bermudadreieck“ gesichert

Um 18 Uhr teilte das Polizeipräsidium Osthessen dann noch in einer Pressemitteilung mit: „Aufgrund des Vorfalls in Volkmarsen stehen die osthessischen Sicherheitsbehörden in direktem Kontakt mit den Veranstaltern und bewerten die Sicherheitslage fortwährend neu. Nach jetzigem Kenntnisstand gibt es keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung von Veranstaltungen in Osthessen.

Alle in der Region stattgefundenen Rosenmontagsumzüge sind bereits beendet. Die Zufahrtsbereiche zum „Bermudadreieck“ in Fulda werden vorsorglich durch Polizeibeamte und -fahrzeuge gesichert, um dortige Menschenansammlungen zu schützen.

Innenministerium: Anschlag kann nicht ausgeschlossen werden

Die Polizei geht indes davon aus, dass der Fahrer sein Auto absichtlich in die Menge steuerte. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen aber zunächst nicht vor. Ein Anschlag kann nach Angaben des hessischen Innenministeriums nicht ausgeschlossen werden.

Ein Sprecher der Behörde begründete das am Montag mit der Situation vor Ort. Zuvor hatte ein Polizeisprecher in Volkmarsen gesagt: „Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus.“

Bischof Gerber äußert Betroffenheit

Unterdessen hat sich auch Fuldas Bischof Dr. Michael Gerber, zu dessen Diözese auch Volkmarsen gehört, geäußert: „Mit großer Betroffenheit habe ich von den tragischen Ereignissen beim heutigen Rosenmontagsumzug in Volkmarsen erfahren. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten und ihren Familien, die Schaden an Leib und Seele erlitten haben. Ihnen spreche ich im Namen aller Gläubigen des Bistums Fulda unsere Solidarität aus. Im Abstand von nur fünf Tagen ist wieder ein Ort in unserem Bistum von schrecklichem Leid heimgesucht worden. Ich danke den Rettungskräften und den vor Ort tätigen Seelsorgenden für alle Dienste, die sie in diesen Stunden leisten. Für Dienstagabend ist um 18:00 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche in Volkmarsen geplant.“ / jev, sar, dpa

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