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Zustand des Bahnsteigs „mitursächlich“ für Sophias Tod – Sachverständiger sagt aus

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Fulda/ Neuhof - Der in weiten Teilen nicht verkehrssichere Zustand des Neuhofer Bahnhofs stand am Dienstag im Mittelpunkt der Verhandlung vor dem Fuldaer Landgericht. Das Gericht will klären, wer dafür verantwortlich ist, dass die Schülerin Sophia (16) im Februar 2010 vor einen einfahrenden Zug stürzte. Der Sachverständige Dr.-Ing. Theodor Hinkelmann sagte, der baufällige Zustand des Bahnsteigs sei eine wichtige Ursache des Unglücks gewesen.

„Der Bahnhof war nur bedingt verkehrssicher“, kritisierte er am fünften Verhandlungstag. Ein großes Problem war, dass der Unglücks-Bahnsteig 1 fast überall ein Gefälle in Richtung Gleise hatte – mit einer Neigung bis acht Prozent –, obwohl die Bahn verlangt, dass das Gefälle Wasser von den Gleisen ableitet.

Bei den Schlusssteinen direkt am Gleis betrug das Gefälle sogar bis 20 Prozent – Fußgängern wird üblicherweise nur ein Gefälle von maximal drei Prozent zugemutet, erläuterte Hinkelmann.

Sophia wahrscheinlich gestolpert

„Durch das Gefälle lief Wasser in kleine Mulden zwischen dem asphaltierten Bahnsteig und den Schlusssteinen aus Sandstein – Mulden, in denen das Wasser leicht gefror“, sagte Hinkelmann. Zudem habe es in der Nähe des Unfallortes Stolperkanten gegeben: „Bei den Steinen gab es ein Rauf und Runter.“

Hinkelmann sagte, der Zustand der Bahnsteigs sei „mitursächlich“ für das Unglück gewesen. Er vermutet, Sophia sei gestolpert. „Bei einem ordnungsgemäßen Zustand des Bahnsteigs wäre Sophia nicht ins Gleis gefallen“, sagte der Experte. Ein Verteidiger kritisierte, diese Aussage sei „spekulativ“.

Was der Sachverständige zu der mangelhaften Räumung des Bahnsteigs sagte und mehr zu einem Briefwechsel, bei der eine dringende Reparatur des Bahnsteiges gefordert wurde, lesen Sie am Mittwoch in der Printausgabe der Fuldaer und Hünfelder Zeitung und im E-Paper.

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