Klug, gewitzt und mit einer scharfen Feder

Ulrich Schambony stellt sein Buch über Schriftsteller Heinrich Koenig vor

16. Dezember 2016
Fulda

Kennen Sie Fuldas wohl größten Schriftsteller des 19. Jahrhunderts? Nein? Na, zum Glück hat Ulrich Schambony soeben ein Buch über ihn veröffentlicht und in Fuldas Hochschul- und Landesbibliothek vorgestellt.

Heinrich Koenig hieß der Mann, dem der ehemalige Oberstufenleiter der Rabanus-Maurus-Schule ein ganzes Buch gewidmet hat. Da Koenigs Werken bisher nur auf dem antiquarischen Wege beizukommen war, forderte Schambony bereits 2013 nach einem Vortrag über den in Fulda geborenen Schriftsteller, dass ein Lesebuch entstehen müsse. Dr. Thomas Heiler, Vorsitzender des Fuldaer Geschichtsvereins, erhörte diese Bitte.

Eins ist klar: Jemand, der den ehemaligen Latein- und Deutschlehrer Schambony so sehr fasziniert, muss etwas auf dem Kasten haben. Am 23. September 1969 hörte Schambony bei einem Vortrag im Kurfürst von Heinrich Koenig – und war beeindruckt. In der Bibliothek schrieb er sich alles auf Karteikarten heraus, was er über Koenig finden konnte. „Heute Morgen habe ich die Karten dann alle weggeworfen“, sagt Schambony bei seinem Vortrag. Mit dem Erscheinen des Buches haben sie ihren Zweck ja auch erfüllt.

Koenig wuchs in der Schulstraße in Fulda auf; in einem winzigen Häuschen, das schon vor Längerem einem Parkplatz weichen musste. Allein eine Gedenktafel, auf der Koenig zu allem Überfluss mit „ö“ geschrieben wird, erinnert an das ehemalige Geburtshaus.

Die Novellen und Romane, von denen einer („Die Clubisten in Mainz“) 1848 sogar ein Bestseller war, spielen in diesem Lesebuch keine Rolle. Schambony legte sein Augenmerk auf die autobiografischen Werke Koenigs, „Auch eine Jugend“ und „Ein Stillleben“. Koenig geht mit seiner Geburtsstadt immer wieder hart ins Gericht, seine Probleme mit der katholischen Kirche brachte ihm 1831 gar die Exkommunikation ein. Ein überaus kluger, gewitzter Mann mit scharfer Feder.

Die Begeisterung Schambonys steckt an, sein Auditorium ist aufmerksam und bestens unterhalten.

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