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Omas Christstollen punktet mit Rum-Aroma und Gewürzen

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Von: Anne Baun

Leckerer Christstollen gehört zum Weihnachtsfest einfach dazu.
Leckerer Christstollen gehört zum Weihnachtsfest einfach dazu. © Benjamin Tepper

Für Weihnachtsplätzchen ist eigentlich jeder zu haben. Bei Christstollen sieht das anders aus. Schuld daran sind – zumindest bei mir zuhause – die Rosinen. Wieder anderen ist das Gebäck zu trocken. Doch zubereitet wie von Oma dürfte er eigentlich auch Kritikern schmecken. Ausprobieren lohnt sich.

Fulda - Wenn ich das Wort Rosinen höre, muss ich immer an den CDU-Politiker Günther Oettinger denken. Der hat bei Frank Elstner mal einen Rosinen-Witz erzählt, der erstens völlig falsch und zweitens total doof war. Er sprach von Raupen, meinte aber Trauben und somit eigentlich Rosinen.

Tatsächlich geht der Witz so: Treffen sich zwei Rosinen. Fragt die eine: Warum hast du eine Grubenlampe auf dem Kopf? Antwortet die zweite: Ich muss nachher noch in den Stollen. Hahaha. Frank Elstner hat sich damals brav kaputt gelacht, obwohl er wohl selber irgendwann nicht mehr wusste, worum es dem Gast des Abends eigentlich ging. Aber das weiß man bei Herrn Oettinger ja eh nie so genau.

Christstollen - Weihnachtsköstlichkeit nach Omas Rezept

Und nun gucken wir uns diesen Stollen mal genauer an. Ich glaube ja, dass er früher so ein bisschen verpönt war, weil er bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufbewahrt wurde und irgendwann wie eine trockene Schuhsohle schmeckte. Es war eben das Gebäck für die Weihnachtszeit.

Er hielt sich und konnte beliebig Familienmitgliedern und Freunden angeboten werden, die um das Fest der Feste herum unangemeldet hereinschneiten. Das hat dem armen Stollen irgendwann den faden Stempel aufgedrückt. Zumindest kann ich mich noch gut erinnern, dass ich als Kind irgendwann dankend ablehnte.

Rezept

500 g Dinkelmehl (Type 630)
1 Päckchen Backpulver
200 g Zucker
1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
eine Prise Salz
200 g Butter
125 g gemahlene Mandeln
125 g Rosinen
125 g Korinthen
1 Prise gemahlener Kardamom
1 Prise gemahlene Muskatnuss
40 g geriebene Bio-Zitronenschale
250 g Quark

1 Schnapsglas Rum

Doch frisch gebacken, ist so ein Stollen schon eine Wucht. Außerdem ist dieses Rezept extra ohne Marzipan und Zimt. Wer keine Rosinen mag, der kann ihnen ja die kleinen Grubenlampen aufsetzen. Oder sie einfach weglassen. Wer es doch lieber etwas saftiger mag, der sollte einmal unser Rezept für versunkenen Apfelkuchen ausprobieren.

Video: Der perfekte Christstollen: Wie das Traditionsgebäck sicher gelingt

Zubereitung: Mehl und Backpulver mischen und in eine Schüssel sieben. In die Mitte eine Mulde drücken und Zucker, Eier und Gewürze hineingeben. Alles zusammen zu einem dicken Teig verarbeiten. Die Butter in Stückchen schneiden und zusammen mit dem Quark (vorher durch ein Sieb streichen!), dem Rum, den Mandeln, Korinthen und Rosinen einkneten. Wenn der Teig noch zu sehr klebt, hilft ein bisschen mehr Mehl.

Den Ofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Aus dem Teig einen Stollen formen und ca. 70 Minuten backen. Sobald er fertig ist, wird er noch mit zerlassener Butter bepinselt und mit Puderzucker bestäubt.

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