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Mehr als ein Bodendecker im Garten: Lungenkraut hilft bei Krankheiten

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Von: Anne Baun

Lungenkraut wird gerne ins Staudenbeet gepflanzt. Doch Pulmonaria officinalis kann mehr, als hübsch auszusehen.
Lungenkraut wird gerne ins Staudenbeet gepflanzt. Doch Pulmonaria officinalis kann mehr, als hübsch auszusehen. © imamchits/stock.adobe.com

Lungenkraut wird gerne ins Staudenbeet gepflanzt. Doch Pulmonaria officinalis hat mehr drauf, als hübsch auszusehen. Bereits im Mittelalter wurde es bei Krankheiten der Lunge verwendet.

Fulda - Jeder, der einen Garten hat, kennt vermutlich den Bodendecker Pulmonaria. Neben Frauenmantel oder Ziersalbei wird das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), wie es auch genannt wird, gerne für Staudenbeete genutzt. Doch die Pflanze hat große Heilkraft.

Das Wort Pulmonaria hat seinen Ursprung – Überraschung – natürlich im Lateinischen. Pulmo heißt Lunge, pulmonarius bedeutet lungenkrank. Schon im Mittelalter wurde Lungenkraut – mit Wein versetzt – bei diversen Lungenleiden verabreicht. Der hohe Gehalt an Schleimstoffen beruhigt bei Reizhusten und starken Halsschmerzen. Doch auch bei Harnwegsinfekten, Magen- und Darmbeschwerden oder Nierenleiden kann Lungenkraut alias Pulmonaria zum Einsatz kommen. (Lesen Sie hier: Die Sonne geht auf: Johanniskraut beruhigt die Nerven und entspannt die Muskeln)

Heilkraut: Lungenkraut hilft bei Krankheiten - Rezept für Lungenbier

Wichtig ist, dass nur das Echte Lungenkraut konsumiert werden kann. Im Frühjahr machen sich die jungen, zarten Blätter gut im Salat. Der Geschmack erinnert an den der Gurke. Auch grüne Smoothies erhalten durch das Kraut noch einen zusätzlichen Pluspunkt. Und die zarten Blüten können gegessen werden – als Topping auf dem Salat beispielsweise. Als Tee lindert Pulmonaria Halsweh, Husten und Heiserkeit, aber auch Durchfall und Harnwegsinfekte.

Hierfür werden zwei Teelöffel frisches oder getrocknetes Kraut mit 250 Milliliter Wasser übergossen, zehn Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht. Mehr als drei Tassen am Tag sollten nicht getrunken werden. Ein starker Aufguss aus Wurzeln und Blättern unterstützt die Heilung von Wunden. Durch die enthaltene Kieselsäure stärkt Pulmonaria zudem das Bindegewebe, Haar und Fingernägel.

Lungenkraut ist auch in freier Wildbahn anzutreffen, beispielsweise auf Waldlichtungen, am Ufer von Bächen, auf feuchten Wiesen oder wild im Garten. Die Blätter sind herz- oder lanzettenförmig und mit weißen Flecken übersät. Das ist kein Schimmel, das muss so sein. Die Blätter fühlen sich zudem sehr rau an. Die zarten Blüten sitzen in Gruppen zusammen und können rosa und blau-violett sein. (Lesen Sie hier: Kamille hilft nicht nur gegen Bauchschmerzen: Was die Blume des Sonnengottes alles kann)

Video: Wahre Wunderwaffen: Diese Pflanzen helfen gegen Unkraut

Die Blüten ähneln in der Form stark der Schlüsselblume, obwohl beide Pflanzen verschiedenen Pflanzenfamilien angehören. Nähere Verwandte sind beispielsweise auch Borretsch und Beinwell; ebenfalls großartige Heilpflanzen. Wer Pulmonaria in sein Beet einladen möchte, der pflanzt das Kraut am besten im April oder Mai. Wer beim Pflanzen etwas Kompost verwendet, hat bessere Chancen auf gesunde, robuste Gewächse. Wer Pulmonaria aussäen möchte, wählt als Zeitpunkt am besten den März.

Zudem empfiehlt es sich, das winterharte Kraut im Mai einmal ordentlich zurückzuschneiden. Dadurch treiben die Pflanzen noch einmal aus. Ansonsten ist das Lungenkraut sehr pflegeleicht. Lediglich sollte Staunässe vermieden werden. Eine Düngung im Jahr ist ausreichend. Und ab und zu ein wenig Brennnesseljauche und Rindenmulch tun ebenfalls gut.

Rezept Lungenbier

2 EL frisches Lungenkraut
250 ml Starkbier

Zubereitung: Das Lungenkraut waschen und kleinschneiden. Zusammen mit dem Bier in einem kleinen Topf langsam erhitzen. Kurz vor dem Siedepunkt vom Herd nehmen, abkühlen lassen und abseihen. Das Lungenbier sollte lediglich löffelweise eingenommen und nicht wie ein normales Bier auf einmal getrunken werden. Lungenkraut sollte nie länger als zwei Wochen durchgehend eingenommen werden, sonst kann es die Leber schädigen.

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