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Kraut der Glückseligkeit: Majoran wirkt verdauungsfördernd und hilft armen Schnupfennasen

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Von: Anne Baun

Majoran wirkt verdauungsfördernd und hilft armen Schnupfennasen.
Majoran wirkt verdauungsfördernd und hilft armen Schnupfennasen. © Angelika Heine/stock.adobe.com

Majoran passt zu deftigen Gerichten und wird auch heute noch in Griechenland frisch verheirateten Paaren geschenkt. Er wirkt verdauungsfördernd und hilft armen Schnupfennasen.

Fulda - Majoran (Origanum majorana) wird auch Wurstkraut genannt, denn er kommt sehr oft beim Würzen von Wurstwaren zum Einsatz. In Griechenland wird er frisch verheirateten Paaren als Kette um den Hals gelegt.

Majoran ist eng mit Oregano verwandt. Beide Kräuter werden hierzulande als mediterran klassifiziert. Dabei stammt Majoran ursprünglich aus Kleinasien. Mit ihm wird nicht nur Wurst gewürzt, auch Suppen, Kartoffelgerichte oder Soßen werden mit dem Kraut verfeinert. Wie unzählige andere Pflanzen wirkt auch der Majoran antibakteriell. Darüber hinaus ist er krampflösend, verdauungsfördernd, schweiß- und harntreibend sowie schleimlösend. (Lesen Sie hier: Johanniskraut beruhigt die Nerven und entspannt die Muskeln)

Heilkraut: Majoran wirkt verdauungsfördernd und hilft armen Schnupfennasen

Er ist reich an Bitterstoffen, die sich positiv auf Leber und Galle auswirken, sowie Vitamin C und Zink (was das Immunsystem freut). Als Tee soll er bei Schwangeren vorzeitige Wehen aufhalten. Hierfür werden ein Teelöffel Majoran mit 250 Millilitern heißem Wasser überbrüht und fünf Minuten ziehen gelassen. Und natürlich gilt wie immer: Erst den Arzt oder Heilpraktiker konsultieren, bevor man bei solch wichtigen Themen auf eigene Faust herumdoktort! Majoran verfügt zudem über beruhigende, wundheilende Eigenschaften.

Wer mit einer roten Schnupfennase zu kämpfen hat, kann sich eine Majoran-Salbe herstellen (siehe Kasten), und auch Wunden können mit dieser Salbe versorgt werden. Wer eine solche Creme ganz schnell zur Hand haben muss, kann einen Teelöffel getrockneten Majoran im Mörser pulverisieren, mit einem Teelöffel Weingeist übergießen, einige Stunden stehen lassen und dann mit einem Teelöffel Butter milde im Wasserbad erwärmen. Zehn Minuten ziehen lassen, abseihen und in ein steriles Gläschen mit Deckel füllen. Diese Salbe ist nicht besonders lange haltbar – daher auch die geringen Mengen an Zutaten.

Die griechische Göttin der Liebe, Aphrodite, soll Majoran übrigens als Kraut der Glückseligkeit bezeichnet haben. Und auch heute noch erhalten frisch verheiratete Paare in Griechenland einen Kranz aus Majoran. Hymenaios, der griechische Gott der Hochzeit, wurde oft mit einem Majorankranz dargestellt. Wer sich Majoran in seinem Garten wünscht, sollte die Eisheiligen Mitte Mai abwarten, denn Majoran mag es gerne kuschelig warm.

Er kann schon jetzt im März auf der Fensterbank im Töpfchen gesät werden oder nach den Eisheiligen direkt ins Freie. Majoran braucht mindestens 18 Grad, um zu keimen. Die Pflanze ist anspruchslos und braucht nicht viel Platz. Doch je sonniger die Stelle ist, desto aromatischer schmeckt letztlich der Majoran. Doch er ist selbstunverträglich, sollte also für drei bis vier Jahre nicht mehr an der gleichen Stelle angebaut werden. Geerntet werden sollte er an einem sonnigen Tag noch vor der Mittagshitze.

Rezept für Majoran-Salbe

Zutaten:

1 Handvoll frischer Majoran
200 ml Olivenöl
3 g Bienenwachs

Zubereitung: Für den Ölauszug den Majoran grob kleinschneiden, in ein Schraubglas geben, Olivenöl darübergießen und schütteln. Vier Wochen lang ziehen lassen (das Glas am besten nur mit einem Küchenkrepp abdecken), dann abseihen.

50 ml davon in einem hitzefesten Glas zusammen mit dem Bienenwachs erwärmen und das Wachs schmelzen lassen. Dabei immer gut rühren. In kleine Gläschen abfüllen, die vorher sterilisiert wurden.

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