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Die Sache mit der guten Butter: Waffeln nach Omas Rezept spenden Trost

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Von: Anne Baun

Kennen Sie noch die Bezeichnung „gute Butter“? Meine Oma erklärte immer, dass sie für Gebäck wie beispielsweise diese Waffeln immer nur gute Butter verwende.

Fulda - Heutzutage frage ich mich manchmal, was meine Oma damit eigentlich genau gemeint hat. Denn Bio-Lebensmittel waren in den 80er und 90er Jahren kleine Aliens im Essens-Kosmos. Doch auch die Großeltern meines Mannes benutzten diesen Begriff. Und von unserem ehemaligen Kanzler Helmut Kohl ist gar bekannt, dass er in Stress-Situationen ziemlich viele Butterstückchen verputzt haben soll. Zehn Stückchen hintereinander. Wie Schokolade. Nun, jedem das seine.

Der Begriff „gute Butter“ stammt übrigens aus der Nachkriegszeit, als Butter eine Art Luxusgut war und man sonst nur auf minderwertige Butter oder Margarine zurückgreifen konnte. Doch zurück zu Omas Waffeln, die jedes Mal ein Highlight waren, wenn sie sie gebacken hat. Das ganze Haus duftete danach. Das Waffeleisen war orange und so alt, dass es fast auseinanderfiel. (Lesen Sie hier: Apfelmuffins sind köstliche kleine Küchlein)

Nach Rezept von Oma: Waffeln sind lecker und spenden auch Trost

Doch die Waffeln waren immer ein Traum. Sie trösteten bei versiebten Mathe-Arbeiten, Liebeskummer oder wenn die Lieblingskatze das Zeitliche gesegnet hatte. Und auch das Schlückchen Rum, das meine Oma immer in ihren Teig goss, verdampfte beim Backen offenbar zum größten Teil. Zumindest gibt es keine Anekdoten einer beschwipsten Enkeltochter. Allerdings würde ich vom Rum heutzutage abraten, wenn Kinder mitessen.

Waffeln gibt es natürlich auch in der herzhaften Variante. Da wird logischerweise der Zucker weggelassen, Milch statt Sahne und Wasser verwendet und so feine Dinge wie beispielsweise geriebener Käse und kleingeschnittene Lauchzwiebeln oder frische Kräuter unter den Teig gemengt.

Leckere Waffeln spenden Trost. Von Anne Baun gibt es das passende Rezept.
Leckere Waffeln spenden Trost. Von Anne Baun gibt es das passende Rezept. © Doris Heinrichs/stock.adobe.com

Auch Schinkenstückchen, getrocknete Tomaten, Mozzarella, Schnittlauch oder Oliven funktionieren als Zutaten, wenn man es lieber deftig auf dem Teller mag. (Lesen Sie hier: Rotweinkuchen ist eine köstliche Kalorienbombe)

Rezept


5 Bio-Eier (Größe M)
300 g Dinkelmehl (Type 630)
250 g Butter
1/2 Becher Schlagsahne
1/2 Becher Wasser
1 TL Backpulver
100 g Zucker
1 Prise Salz

etwas Rum (optional)
Puderzucker zum Bestäuben
Fett oder Öl für das Waffeleisen

Zubereitung: Die Eier trennen und das Eiweiß aufschlagen. Das Mehl mit Backpulver, Zucker und Salz vermischen. Die Butter weich werden lassen und mit dem Eigelb, der Sahne, dem Wasser und dem Rum mit dem Mixer verrühren. Dann vorsichtig das Eiweiß unterziehen und den Teig sofort nach Anleitung des jeweiligen Waffeleisens verarbeiten.

Es gibt Waffeleisen, die mit ein wenig Fett oder Öl eingepinselt werden sollten. Sonst wird die Reinigung ein abendfüllendes Programm. Wie viele Waffeln bei diesem Rezept herauskommen, liegt auch an der Größe des benutzten Waffeleisens. Von daher gibt es keine Angaben dazu. Die Waffeln können mit Puderzucker bestäubt und mit Eis und heißen Kirschen verspeist werden.

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