1. Fuldaer Zeitung
  2. Genuss

Heilkraut Lavendel: Öl und Creme ganz einfach selbst herstellen

Erstellt:

Von: Anne Baun

Aus beruhigendem Lavendel können Sie selbst leicht eine Creme oder Öl herstellen.
Aus beruhigendem Lavendel können Sie selbst leicht eine Creme oder Öl herstellen. © Anton Gvozdikov/stockadobe.com

Lavendel (Lavendula angustifolia) ist nicht gerade das Cabrio unter den Düften. Zu sehr haftet dem Lippenblütler die Verbindung mit Mottenkugeln und Omas Seife an. Dabei ist er die Nummer eins, wenn es um die Beruhigung der Nerven geht.

Fulda - Die blauen Blüten des Lavendel können auf zweierlei Arten verwendet werden – in der Küche und als Kosmetikprodukt. Als Tee kann die Pflanze ebenso zur Beruhigung der Nerven zum Einsatz kommen wie als Tee. Die Blüten sind unbedenklich, doch Lavendelöl kann bei Einnahme zu Reizungen des Magen-Darm-Bereiches führen. (Lesen Sie hier: Vitaminbombe Sauerampfer - Verdauungsfördernder Tausendsassa)

Rezept: Lavendelöl und Lavendelcreme selbst herstellen

Besonders Schwangere sollten sich von Lavendel fernhalten, denn eine zu hohe Dosis kann zu Benommenheit und Schwindel führen. Doch ein Lavendelsäckchen unter dem Kopfkissen oder ein paar Tropfen Lavendelöl in der Duftlampe können durchaus für Entspannung, erholsamen Schlaf und Linderung von Stresssymptomen sorgen.

Und um auf die Einleitung zurückzukommen: Lavendel im Kleiderschrank hält Motten fern. Und beduftet natürlich gleichzeitig den Schrankinhalt. Wer das nicht mag, muss umdenken. In der Küche gehört Lavendel zusammen mit Oregano, Basilikum, Rosmarin, Fenchel, Thymian, Bohnenkraut, Salbei und Ysop zu den typischen „Kräutern der Provence“.

Tatsächlich ist es eine Kunst, Lavendel in der Küche zu verwenden, denn drei Blüten zu viel, und das Essen schmeckt wie Omas Seife. Im Garten gilt Lavendel als typischer Rosenbegleiter. Denn sein Duft kann zwar reichlich Bienen und Hummeln erfreuen, hält aber gleichzeitig Läuse und Ameisen fern. Zum Ausbilden des vollen Aromas braucht der Lavendel viel Sonne und ein windgeschütztes Plätzchen.

Video: 15 essbare Blumen: Blütenmeer auf dem Teller

Da es auch in unseren Breiten immer wärmer wird, fühlt er sich auch in unseren Gärten fast so, als würde er in einem Mittelmeerland gedeihen. Auch die alten Römer wussten den Lavendel bereits zu schätzen. Sie benutzten ihn als Badezusatz bei Kopfschmerzen oder verstreuten ihn einfach auf dem Fußboden, um die Raumluft zu verbessern.

Wer Lavendel weiterverarbeiten möchte, der erntet die Blüten, sobald sich der mittlere Teil geöffnet hat. Die Blüten werden kopfüber getrocknet und dann abgezupft. Luft dicht in einem Glas sind sie lange haltbar. In der geschlossenen Dose sind die Blüten bis zu drei Jahren haltbar, ist es angebrochen etwa ein halbes Jahr.

Rezepte für Lavendelöl und Lavendelcreme

Zutaten Öl:
100 ml Mandelöl
2 EL getrocknete Lavendelblüten

Zutaten Creme:
100 ml Lavendelöl
5 Tropfen ätherisches Lavendelöl
10 g Bienenwachspastillen

Zubereitung Öl: Zubereitung: Lavendelblüten im Mörser leicht anstoßen, in ein Schraubglas füllen, Öl hinzugeben, schütteln und für drei Wochen an einem dunklen Ort lagern. Ab und zu schütteln. Dann abseihen und in einer dunklen Flasche aufbewahren. 

Zubereitung Creme: Das Lavendelöl zusammen mit dem Wachs in ein hitzefestes Glas geben und in einem Wasserbad langsam erhitzen. Immer gut rühren, bis sich das Wachs aufgelöst hat. Das Ganze vom Herd nehmen, das ätherische Lavendelöl zugeben und verrühren. Die noch flüssige Mischung zügig in eine Cremedose füllen und abkühlen lassen. Sollte die Creme zu fest geworden sein, hilft ein wenig Mandelöl, ist sie zu flüssig, muss sie noch mal mit etwas mehr Wachs erhitzt werden.

Auch interessant