1. Fuldaer Zeitung
  2. Genuss

Chicoreé endlich genießen - mit leckerer Honig-Senf-Soße

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anne Baun

Mit diesem Rezept kommen auch Sie auf den Geschmack von Chicoreé.
Mit diesem Rezept kommen auch Sie auf den Geschmack von Chicoreé. © hlphoto/stockadobe.com

 
Er ist so bitter, dass viele ihn nicht mögen. Dabei gehört Chicoreé zu einem der gesündesten Gemüse, die es gibt. Kochbuchautorin Anne Baun aus Fulda bringt Sie mit diesem Rezept auf den Geschmack.

Fulda - Bitter ist eine Geschmacksrichtung, die – wenn überhaupt – gerade mal bei Gin willkommen ist. Doch gerade unsere Entgiftungsorgane Leber und Galle brauchen Bitterstoffe, um richtig zu funktionieren. Und Chicoreé leistet hierfür einen guten Beitrag. Auch das Heilkraut Wermut liefert viele wichtige Bitterstoffe für unseren Körper.

Doch werfen wir mal einen Blick auf weitere Inhaltsstoffe. Vitamin B1 und B2 sind reichlich vorhanden. Darüber freuen sich Nerven und Stoffwechsel. Eisen sorgt für Blutbildung und Immunabwehr, Kalium reguliert den Blutdruck, Kalzium versorgt Knochen und Zähne.

Gesunde Bitterstoffe - Rezept für überbackenen Chicoreé in Honig-Senf-Soße

Zudem sind sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, die neben dem Herzen auch das Hirn versorgen. Eine Vielzahl von Ballaststoffen hält die Verdauung in Schwung. In asiatischen Ländern wird Chicoreé oft zusammen mit dem Reis gekocht. So bleiben die Nährstoffe erhalten, die beim normalen Kochen einfach ausgeschwemmt werden. Doch auch im rohen Zustand als Salat kommt Chicoreé oft zum Einsatz. Wobei dabei die Bitternote wieder deutlich in den Vordergrund tritt.

Übrigens lieben Belgier Chicoreé über alle Maßen. Pro Jahr verdrückt jeder Belgier acht Kilo – davon sind wir Deutschen weit entfernt. Es war auch ein Belgier, der den Chicoreé quasi durch Zufall entdeckt hat, heißt es. Der Chefgärtner des Brüsseler Botanischen Gartens fand im Jahr 1845 die Triebe einer im Keller gelagerten Zichorienwurzeln – und die stellten sich als äußerst schmackhaft heraus.

Video: Keine Angst vor Bitterstoffen: Darum sind Chicorée und Co. so gesund

Zubereitung: Den Chicoreé waschen, welke Blätter abzupfen und den Strunk kreuzförmig einschneiden. Wer die Bitterkeit reduzieren möchte, kann ihn für eine halbe Stunde in eine Schüssel mit lauwarmem Salzwasser legen. Die Schalotten kleinschneiden. Die Butter mit dem Agavendicksaft in einem kleinen Topf schmelzen lassen, Schalotten und Chicoreé darin anbraten, Brühe angießen und bei mittlerer Hitze fünf Minuten schmoren lassen.

Zutaten für 4 Portionen

4 bis 6 Chicoreéstauden (je nach Größe)
4 EL Butter
2 Schalotten
2 TL Agavendicksaft
150 ml Gemüsebrühe
1/2 Becher Schlagsahne
1 EL Orangensaft
1 TL Honig
1 TL mittelscharfer Senf
150 g geraspelter Gouda
Salz
Pfeffer
Muskatnuss

Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Chicoreé mit den Schalotten in eine Auflaufform legen. Den Orangensaft mit dem Käse vermischen. Chicoreé mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

Mit der Käse-Orangen-Mischung bestreuen. Die Sahne mit Honig, Senf und etwas Salz verrühren und seitlich in die Form gießen (bloß nicht über den Käse). Etwa 25 Minuten im Ofen backen, bis der Käse goldbraun verlaufen ist. Dazu passen Pellkartoffeln. Guten Appetit!

Auch interessant