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Flughafen Frankfurt: Heftiger Streit zwischen Ukraine-Aktivistin und Security

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Ukraine-Aktivistin Daria Kaleniuk.
Ukraine-Aktivistin Daria Kaleniuk. © Rod Lamkey/imago

Am Flughafen Frankfurt kommt es zwischen der ukrainischen Aktivistin Daria Kaleniuk und einem Flughafen-Mitarbeiter zu einem heftigen Streit über den Ukraine-Krieg.

Frankfurt ‒ Nachdem die Tasche der Ukraine-Aktivisten Daria Kaleniuk am Flughafen Frankfurt routinemäßig geprüft worden ist, ist es zu einer Diskussion mit der Sicherheitskraft gekommen. Der Mann hatte in Kaleniuks Tasche Flyer entdeckt, die sie für eine Demonstration beim Nato-Gipfel in Madrid dabei hatte. Der Mitarbeiter des Flughafens Frankfurt gab sich als Russland-Sympathisant zu erkennen und warf der Aktivistin vor, den dritten Weltkrieg heraufzubeschwören. Diesen Vorfall machte die Aktivistin auf ihrem Twitter-Kanal öffentlich und sprach darüber mit der Bild-Zeitung.

„Ich war auf dem Weg von Warschau nach Madrid, wo wir eine Demonstration im Zuge des Nato-Gipfels organisiert haben“, erklärte Kaleniuk der Bild. Als der Sicherheitsmann Kaleniuks Tasche kontrollierte, fand er die Flugblätter. Auf diesen Stand „Bewaffnet die Ukraine, jetzt!“. Dieser Slogan verärgerte den Mann, wie Kaleniuk berichtete. So habe er gesagt: „Das ist nicht mein Krieg, das wird zum Dritten Weltkrieg führen.“ Kaleniuk entgegnete jedoch, dass Deutschland seinen Anteil am Krieg habe, indem es Gas aus Russland kaufe. So unterstütze man die Russen finanziell.

Flughafen Frankfurt: Mitarbeiter ruft Ukraine-Aktivistin zu „Geh! Töte mehr Russen“

Der Sicherheitsmitarbeiter und eventuelle Russland-Unterstützer sei daraufhin emotional geworden und habe Kaleniuk mit den Worten „Geh! Töte mehr Russen.“ weggeschickt. Worauf Kaleniuk verärgert antwortete: „Das werde ich, mit Ihren Waffen.“ Die Ukrainerin zeigte sich nach diesem Vorfall am Flughafen Frankfurt im Gespräch mit der Bild enttäuscht. „Ich war sehr traurig. Bei ihm schien es überhaupt keinen Willen zu geben, zu verstehen, was in meinem Land, passiert.“ Mit ihren Aktionen möchte sie eigentlich ganz andere Ziele zu erreichen. „Ich versuche nur zu tun, was ich kann, um die Gräueltaten und den Genozid in der Ukraine zu stoppen und dann sagt jemand, das, was ich tue, würde zum Dritten Weltkrieg führen.“

Auch den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz kritisierte Kaleniuk in diesem Zusammenhang. „Die Art, wie sich Scholz benimmt, wirkt so, als würde er diese Menschen repräsentieren.“

Vorfall am Flughafen Frankfurt wird von der Bundespolizei überprüft

Besonders sauer war Kaleniuk über die Aussagen des Flughafenmitarbeiters aus einem weiteren Grund. An diesem Tag des Vorfalls am Flughafen Frankfurt sei ein Wohnhaus von einer russischen Rakete zerstört worden. „Unter den Trümmern fanden Helfer den Körper eines fünf bis sechs Jahre alten Mädchens. Das ist die Realität in der Ukraine. Und der deutsche Mann sagt mir, dass es nicht sein Krieg sei“, so die Aktivistin.

Unterdessen forderte die Bundespolizei von Kaleniuk weitere Informationen über den Sicherheitsmitarbeiter, um diesen identifizieren zu können. Dieser könne dem Zoll, der Bundeswehr oder einer privaten Sicherheitsfirma angehören.

Unterdessen macht sich der Mangel an Arbeitskräften am Flughafen Frankfurt immer mehr bemerkbar. Die vielen Urlauber rechtzeitig abzufertigen ist eine große Herausforderung. (Jan Oeftger)

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