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Alkoholmissbrauch in Hessen: Nicht nur ein Problem junger Menschen

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Symbolfoto: dpa
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Hessen - Alkoholmissbrauch bleibt ein großes gesellschaftliches Problem. Allein im letzten Jahr mussten 654 BARMER-GEK Versicherte in Hessen aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung stationär behandelt werden. Damit verbunden waren Kosten in Höhe von 570.000 Euro. Insgesamt sind die Zahlen gegenüber dem Jahr 2014 aber um 6 Prozent zurückgegangen.

Sie lesen eine Pressemitteilung der BARMER-GEK Landesgeschäftsstelle Hessen im Wortlaut:

Bedenklich ist und bleibt weiterhin das „Rauschtrinken“ von Jugendlichen. Fast 22.000 Kinder und Jugendliche mussten bundesweit wegen akuten Alkoholmissbrauchs in Krankenhäusern stationär behandelt werden, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Bei der BARMER GEK in Hessen waren es 141 junge Menschen, die nach einem übermäßigen Alkoholkonsum stationär versorgt wurden. Die Jüngsten waren gerade erst 12 Jahre alt. Insgesamt sind die Zahlen jedoch rückläufig. Gegenüber dem Jahr 2014 sind sie um 16 Prozent gesunken.

„Das bundesweite Alkoholpräventionsprojekt „HaLt - Hart am Limit“ wirkt sich sehr positiv aus“, so Brigitte Schlöter, Pressesprecherin der BARMER GEK in Hessen. 19 hessische Kreise und kreisfreie Städte beteiligen sich mittlerweile an diesem Projekt, das für das Land Hessen von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) betreut wird. Minderjährige Jugendliche werden nach einer Alkoholvergiftung von Beraterinnen oder Beratern der lokalen Suchtberatungsstellen bereits im Krankenhaus aufgesucht. Dort findet ein erstes „Brückengespräch“ mit Eltern statt und es werden weitere Hilfsangebote unterbreitet.

Neben dem „Komasaufen“ von Jugendlichen, bereitet der Alkoholkonsum von Beschäftigten im mittleren Alter immer mehr Grund zur Sorge. Experten schätzen, dass mittlerweile jeder fünfte bis zehnte Mitarbeiter so viel Alkohol trinkt, dass die Qualität der Arbeit negativ beeinflusst wird. Zwei Drittel der im letzten Jahr stationär behandelten Rauschtrinker in Hessen waren im Alter zwischen 20 und 60 Jahren, ergaben die Auswertungen der BARMERR GEK in Hessen. Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe zwischen 40 und 60 Jahren. Insbesondere Führungskräfte mit Personalverantwortung sind in der Pflicht, sich auch konsequent mit gefährlichem oder riskantem Alkoholkonsum ihrer Mitarbeiter zu befassen. Das kann im Rahmen des Arbeitsschutzes, der Suchtprävention oder der betrieblichen Gesundheitsförderung geschehen.

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