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„Ich bin fassungslos“ – Polizei und Feuerwehr ziehen Bilanz nach Eintracht-Siegesfeier

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Von: Karolin Schäfer

Eintracht Frankfurt ist Europa-League-Sieger. Die Mannschaft wurde am Donnerstag am Römerberg von tausenden Fans empfangen. Polizei und Feuerwehr ziehen Bilanz.

Frankfurt – Die Eintracht Frankfurt hat es geschafft: Nach dem Elfmeterschießen gewann der Verein am Mittwoch (18. Mai) das Finale der Europa League gegen die Glasgow Rangers in Sevilla. Den Sieg feierte die Mannschaft mit tausenden Fans am Römerberg in Frankfurt. Anfängliche friedliche Autokorsos und Jubelgesänge wurden am Donnerstagabend (19. Mai) allerdings mit Ausschreitungen und Angriffen auf Einsatzkräfte begleitet.

Die Feiernden verteilten sich nach Angaben der Polizei Frankfurt über das gesamte Stadtgebiet. Der Römerberg sowie die Strecke des Autokorsos der Europapokal-Helden verwandelte sich in eine Party-Zone. Nach eigenen Angaben waren Polizei und Feuerwehr darauf aber vorbereitet.

Eintracht Frankfurt Siegesfeier: Angriffe mit Flaschen und Pyrotechnik auf Polizei

„Die Polizei war frühzeitig mit zahlreichen Einsatzbeamtinnen und -beamten im gesamten Stadtgebiet präsent, um den störungsfreien und friedlichen Verlauf dieser Großveranstaltung von Beginn an zu gewährleisten“, bilanzierte das Frankfurter Präsidium am Freitag (20. Mai) in einer Mitteilung.

Zu ersten Ausschreitungen kam es bereits, während die Fans auf das Eintreffen der Mannschaft warteten. Wie die Polizei berichtete, sollen aus der Menge heraus vereinzelt Flaschen auf Polizistinnen und Polizisten geworfen worden sein. Ähnliches berichtete auch die Feuerwehr, die mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen wurde.

Ausschreitungen am Römerberg bei der Siegesfeier der Eintracht Frankfurt.
Ausschreitungen am Römerberg bei der Siegesfeier der Eintracht Frankfurt. © Florian Ulrich/imago

Während die Eintracht-Spieler auf dem Balkon des Römers feierten, wurde die Stimmung in der Menge aggressiver. Vor allem im Bereich des Paulsplatzes sei es zu massiven Angriffen auf die Polizei gekommen, hieß es weiter. Beamtinnen und Beamten seien „besonders heftig mit Flaschenwürfen eingedeckt“ worden. Dabei soll es sich ersten Erkenntnissen zufolge nicht um Fußballfans, sondern „um gewaltsuchende und gewaltbereite Jugendliche“ gehandelt haben. Nach den Angriffen räumte die Polizei den Platz und nahm acht Personen fest.

Siegesfeier der Eintracht Frankfurt: 24 Polizei-Beamtinnen und -Beamte verletzt

„Ich bin fassungslos, dass Gewalttäter diesen für uns alle schönen Anlass, der meiner Meinung nach ausschließlich Raum zur Freude gibt, dazu nutzen, meine Kolleginnen und Kollegen mit Flaschen und anderen Gegenständen zu bewerfen und so eine nicht unerhebliche Anzahl von ihnen verletzten“, äußerte sich Polizeivizepräsident Björn Gutzeit. Insgesamt seien 24 Polizistinnen und Polizisten verletzt worden.

Auch die Frankfurter Feuerwehr war mit einem Großaufgebot am Donnerstag im Einsatz. Mehr als 300 Rettungskräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen seien zusätzlich zwischen 12 Uhr und 23 Uhr vor Ort gewesen. Die DLRG war am Mainufer sogar mit zwei Rettungsbooten im Einsatz.

Party für Eintracht Frankfurt: 230 Menschen vom Rettungsdienst behandelt

Rund 230 Menschen mussten aufgrund kleinerer Versorgungen bei der Siegesfeier durch Sanitätsdienste behandelt werden. Etwa 30 Personen mussten ins Krankenhaus. „Überwiegend handelte es sich dabei um Schnittverletzungen, Kreislaufprobleme oder übermäßigen Alkoholgenuss“, erklärte die Feuerwehr in einer Bilanz am Freitag.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten sich dagegen um neun Vorfälle kümmern, unter anderem die Auslösung von Feuermeldern im Römer und in einer U-Bahnstation aufgrund der Pyrotechnik von außen. Von dem Unwetter mit Regen und Gewitter am Abend ließen sich die Feierenden auf dem Römer nicht abhalten. Dennoch berichtete die Feuerwehr von zehn Einsätzen im Westen Frankfurts wegen der Wetterlage. (kas)

Bei der Siegesfeier der Eintracht Frankfurt blamierte sich Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Der OB entschuldigte sich im Anschluss bei Facebook.

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