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Brentano-Haus vor Rettung - Treffen im Ministerium

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

- Oestrich-Winkel (dpa/lhe) - Das Brentano-Haus in Oestrich-Winkel, einst Zentrum der deutschen Rhein-Romantik, steht vor der Rettung. Das Land will das Gebäude mit dem Mobiliar aus der Goethe-Zeit für insgesamt 1,2 Millionen Euro vom Eigentümer Udo Baron von Brentano kaufen und zusätzlich rund 2,6 Millionen Euro in die Sanierung des Anwesens stecken. Das Haus, in dem neben Goethe auch die Brüder Grimm weilten, soll von der Stadt Oestrich-Winkel und dem Freien Deutschen Hochstift (Frankfurt) geführt werden. Letzte Details der Verhandlungen sollen am Freitag (31.1.) im Kunstministerium besprochen werden.

«Unser Ziel ist es, dieses Kulturgut von herausragendem Rang der Öffentlichkeit zugänglich zu machen», sagt Ministeriumssprecher Mark Kohlbecher. Im Prinzip sei man sich über die Konditionen einig, bestätigt Eigentümer Brentano der Nachrichtenagentur dpa. «Solange nichts unterschrieben ist, bin ich aber vorsichtig.» In den über dreijährigen Verhandlungen sei er immer wieder vertröstet worden. «Ich bin sehr optimistisch», sagte Oestrich-Winkels Bürgermeister Michael Heil. Der Magistrat hat dort bereits der Lösung zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung soll am 3. Februar folgen.

Das 1751 in Winkel gebaute Haus wurde 1806 zum Sommersitz des Frankfurter Kaufmannsgeschlechts Brentano, aus dem auch die Romantik-Dichter Bettina Brentano und Clemens Brentano stammen.

Goethe verfasste im Haus, das zur Keimzelle der deutschen Rhein-Romantik wurde, Teile des «West-östlichen Divans». Goethes Schreibstube ist noch mit den Originalmöbeln erhalten. Eine Radierung mit eigenhändiger Widmung und Versen des Dichterfürsten an die Gastgeberfamilie Brentano ist dort ebenfalls zu sehen. Die Eigentümer haben das Haus vor Jahren in ein privates Museum umgewandelt.

Auch das Frankfurter Hochstift, Sitz der deutschen Brentano-Forschung, ist zuversichtlich. «Man kann nicht in Frankfurt ein Romantik-Museum bauen und zugleich das Brentanohaus schließen», sagte Sprecherin Beatrice Humpert. Derzeit wird Geld gesammelt für den Bau des Romantikmuseums in Frankfurt.

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