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Frankfurt mit Corona-Inzidenz über 1000: Kommen bald lokale Lockdowns in Hessen?

  • Erik Scharf
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Die steigenden Corona-Inzidenzen geben großen Grund zur Sorge. Frankfurt liegt als erste Kommune in Hessen über 1000. Land und Stadt äußern sich zu möglichen Lockdowns.

Wiesbaden/Frankfurt/Offenbach/Darmstadt – Seit mehreren Tagen steigen die Inzidenzen in Hessen rasant. Die Corona-Variante* Omikron sorgt für sprunghaft steigende Fallzahlen. Ein Wechsel des Trends ist nach dem Ende der Weihnachtsferien nicht abzusehen – im Gegenteil. Mit 1060,1 (Stand: 17.01.2022) weist Frankfurt* derzeit die höchste Inzidenz auf – und ganz nebenbei einen absoluten Rekordwert in Frankfurt seit Beginn der Pandemie.

In Bayern wurde Ende November 2021 für Regionen mit einer Inzidenz über 1000 ein Lockdown beschlossen, auch Sachsen ging in den Teil-Lockdown. Droht in Hessen* bei weiter steigenden Infektionszahlen ebenfalls ein Lockdown?

Corona in Hessen: „Kompletter Lockdown derzeit ausgeschlossen“

In Hessen sind aktuell zahlreiche Kommunen von der Hotspot-Regelung betroffen. Ob aus dem Hotspot ein Lockdown werden kann, ist zumindest nach dem Stand der aktuellen Corona-Schutzverordnung klar geregelt. „Ein kompletter Lockdown ist in Hessen aktuell nicht vorstellbar, zumal das nach dem Infektionsschutzgesetz derzeit ausgeschlossen ist“, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage.

Die Verordnung hat Ministerpräsident Volker Bouffier am Dienstag (11.01.2022) um weitere vier Wochen bis Mitte Februar 2022 verlängert. Zudem gelten seit Montag (17.01.2022) verschärfte Corona-Regeln in Hessen, die vor allem die Gastronomie betreffen.

In Frankfurt liegt die Corona-Inzidenz über 1000.

Verschärfte Regeln in Hessen: Kommunen in Hessen eng an die Verordnung gebunden

In den Kommunen will man sich strikt an die Vorgaben der Regierung in Wiesbaden halten. „Unabhängig von einer entsprechenden Landesverordnung ist ein solches Vorgehen in Frankfurt derzeit nicht geplant“, sagte eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage zu einem möglichen Lockdown. Zwar würde der Corona-Krisenstab der Stadt täglich die Lage bewerten, überwiegend sehe man bei den derzeitigen Corona-Infektionen aber milde Verläufe. Daher seien derzeit „keine Verschärfungen geplant“.

Auch aus Darmstadt heißt es, dass man „eng an die Regelungen des Landes gebunden“ sei. Außerdem wolle man sich rechtlich nicht angreifbar machen. „Nach Auskunft des Hessischen Städtetags sind bereits Kommunen, die eigenmächtig von den Landesregeln abgewichen sind, beklagt worden“, teilte ein Sprecher der Stadt Darmstadt auf Nachfrage mit. Auch die Städte Offenbach und Wiesbaden schließen einen lokalen Lockdown aus, solange dies die Corona-Schutzverordnung in Hessen nicht vorsieht. 

Corona in Hessen: Hotspot-Regelung derzeit einzige Verschärfung

Die einzige Abstufung bildet momentan die Hotspot-Regelung in Hessen*. Liegt die Inzidenz in einer Kommune an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 350, gelten dort verschärfte Regelungen. Diese betreffen insbesondere Ungeimpfte. Zudem können Kreise und Städte an belebten Plätzen die Maskenpflicht und ein Alkoholverbot verhängen. Verschärfungen der Regeln, so heißt es aus Darmstadt, „sind aktuell nicht abzusehen“. (esa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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