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Corona in Hessen: Zwei Städte und ein Kreis über wichtigem Inzidenz-Wert

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Von: Tobias Utz, Teresa Toth

Die Corona-Lage in Hessen ist weiter angespannt. In inzwischen drei Kommunen liegt die Inzidenz über einem relevanten Wert. Die aktuellen Zahlen vom RKI.

Frankfurt – Die Corona*-Pandemie hält Hessen weiter in Atem. Die Omikron-Variante, erstmals in Südafrika entdeckt, wurde bereits mehrfach im Bundesland nachgewiesen. Die Mutation gilt vor allem deshalb als gefährlich, da Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sie als deutlich infektiöser einstufen als bisherige Corona-Varianten, beispielsweise Delta, und da sie den Schutz der Impfstoffe leichter durchdringen kann.

Obwohl sich die neue Variante noch nicht flächendeckend in Hessen verbreiten konnte, meldet das Robert Koch-Institut täglich zahlreiche Neuinfektionen für Hessen – sie liegen meist im dreistelligen Bereich. Auch Todesfälle, die in Zusammenhang mit Covid-19 stehen, werden fast täglich registriert. Laut Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) findet sich Hessen in einer „sehr ernsten Situation“. Um eine drohende fünfte Welle durch die gefährliche Mutation abzufedern, hat das Land daher erneut strengere Regeln festgelegt*. Die aktuellen Fallzahlen aktualisieren wir jeden Tag am Ende des Textes in einer Tabelle.

Corona in Hessen: Strenge Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

In der Gastronomie, im Einzelhandel sowie bei großen Veranstaltungen mit bis zu 100 Teilnehmenden ist ein 2G-Konzept verpflichtend – davon ausgenommen sind die Gottesdienste in Hessen. Für diese empfiehlt das Land jedoch mindestens die 3G-Regelung. Ungeimpfte dürfen sich im öffentlichen Raum nur noch mit einem weiteren Haushalt treffen. Der Schulunterricht darf trotz hoher Zahlen in Präsenz fortgeführt werden, allerdings müssen sich nun auch geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler einmal pro Woche auf das Virus testen.

In Hessen steigen die Corona-Fallzahlen wieder leicht an. (Symbolbild)
In Hessen steigen die Corona-Fallzahlen wieder leicht an. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

Zudem gilt: Sobald die Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen über 350 liegt, greifen vor Ort zusätzliche „Hotspot-Regelungen“ ab dem nächsten Tag. Dann gilt unter anderem ein Alkoholverbot an belebten Plätzen oder eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen.

Neben verschärften Regelungen setzt das Bundesland verstärkt auf das Vorantreiben der Impfkampagne. Zwar sind zweifach Geimpfte weniger gut gegen eine Infektion mit Omikron geschützt als noch bei der Delta-Variante, vor allem vor schweren Krankheitsverläufen schützen die Vakzine dennoch zuverlässig. Zudem steigert eine Booster-Impfung den Impfschutz signifikant. Nur mit einer höheren Impfquote, da ist sich Bouffier sicher, könne die Pandemie in den Griff bekommen und Regeln wieder gelockert werden: „Noch immer ist es so, dass diejenigen, die für sich entscheiden, sich nicht impfen zu lassen, Millionen anderen ihre Freiheit nehmen“, betonte er.

Corona in Hessen: Mit der fünften Welle könnte ein Kollaps der Intensivstationen folgen

Außerdem sei es dringend nötig, die Intensivstationen in Hessen zu entlasten. Sollte die fünfte Welle einbrechen, wie von Forscherinnen und Forschern prognostiziert, könnte ein Kollaps die Folge sein. Wie der derzeitige Stand der Intensivstationen in Hessen ist, lässt sich mithilfe der Hospitalisierungsinzidenz – also der Zahl der innerhalb einer Woche wegen Covid-19 in hessische Krankenhäuser eingelieferten Patienten pro 100.000 Einwohner – sowie der Auslastung der Intensivbetten laut dem Divi-Intensivregister beurteilen.

Corona in Hessen: Fallzahlen im Überblick

Der Corona-Inzidenzwert für Hessen liegt am Mittwoch (05.01.2022) bei 252,3. Die Daten im Überblick.

Stadt/Kreis7-Tage-Inzidenzwert (Vortag)
Kreis Bergstraße231,7 (196,3)
Kreis Darmstadt-Dieburg253,9 (217,7)
Kreis Fulda443,0 (420,6)
Kreis Gießen157,5 (145,4)
Kreis Groß-Gerau238,2 (205,9)
Kreis Hersfeld-Rotenburg186,2 (175,4)
Hochtaunuskreis249,9 (214,9)
Kreis Kassel224,8 (180,2)
Lahn-Dill-Kreis134,6 (124,7)
Kreis Limburg-Weilburg184,6 (146,3)
Main-Kinzig-Kreis228,8 (202,0)
Main-Taunus-Kreis213,6 (195,6)
Kreis Marburg-Biedenkopf149,7 (100,4)
Odenwaldkreis184,0 (181,9)
Kreis Offenbach285,2 (247,1)
Rheingau-Taunus-Kreis282,2 (256,1)
Schwalm-Eder-Kreis127,3 (111,8)
Vogelsbergkreis150,7 (148,8)
Kreis Waldeck-Frankenberg167,4 (151,4)
Werra-Meißner-Kreis146,9 (148,9)
Wetteraukreis279,4 (258,7)
Stadt Darmstadt363,1 (326,1)
Stadt Frankfurt378,1 (310,7)
Stadt Kassel224,8 (218,9)
Stadt Offenbach312,5 (268,2)
Stadt Wiesbaden337,0 (314,1)
Durchschnitt Hessen252,3 (222,6)

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI) / Stand: 05.01.2022, 03.18 Uhr / Anmerkungen: Aufgrund unterschiedlicher Meldewege können sich die Zahlen des Ministeriums und die der Städte und Kreise leicht unterscheiden. In der Regel sind die Zahlen umso aktueller, je niedriger die Meldeebene. Neuinfektions- bzw. Todesfallwerte unter 0 sind auf Meldekorrekturen zurückzuführen.

Mit Blick auf die Corona-Zahlen weist das RKI darauf hin, dass an den Feiertagen mit einer geringeren Aktivität bei Tests und Meldungen zu rechnen sei. So könnten die Daten ein unvollständiges Bild der Pandemie-Lage liefern.

(tt/tu)

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