Deutsche Bahn

3G-Regel in Bus und Bahn: Übergriffe nehmen zu – Mitarbeiter verängstigt 

Von Kim Hornickel

In den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt seit vergangenem Mittwoch (24.11.2021) das 3G-Prinzip, das führt zu Wutausbrüchen bei manchen Passagieren.

In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt wegen Corona neuerdings die 3G-Regel. Doch nicht alle Passagiere halten sich an die neuen Maßnahmen bei der Deutschen Bahn.

Frankfurt/Kassel – Die Corona*-Zahlen steigen. Deshalb gilt seit Mittwoch (24.11.2021) das 3G-Prinzip in den öffentlichen Verkehrsmitteln*. Dort prüfen Mitarbeitende seit Ende November die Umsetzung der 3G-Regel und geraten immer wieder an ihre Grenzen. Die zusätzliche Aufgabe bringt ein erhöhtes Risiko mit sich, denn manche Fahrgäste begegnen den Kontrolleuren mit Wut und Gewalt.

Weil Passagiere vereinzelt handgreiflich werden, kritisiert Andreas Güth, Leiter der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Kassel, die unklare Gesetzeslage. Denn dass die 3G-Regel – geimpft, genesen, getestet – durchgesetzt werden muss, habe die Regierung zwar bereits entschieden. Wer genau für die Kontrollen zuständig ist, sei allerdings nicht klar. Die Mehrbelastung und das fehlende zusätzlich geschulte Sicherheitspersonal bereite dem EVG-Leiter Sorgen.

3G-Regel in Bus und Bahn: Übergriffe auf Mitarbeiter nehmen zu

Güth forderte die Politik deshalb auf, „den Kollegen umgehend ausgebildetes und routiniertes Sicherheitspersonal zur Seite zu stellen“. Bus- und Bahnmitarbeiter könnten nicht länger nur auf Unterstützung hoffen, seien die Belastungen durch unwillige Passagiere doch immens und würden immer bedrückender. „An der aggressiven Stimmung im ÖPNV hat sich wenig geändert“, so Güth. Es sei eher schlimmer geworden. „Die Übergriffe nehmen sowohl quantitativ als auch qualitativ zu“, erklärte der EVG-Leiter aus Kassel.

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Schon der Hinweis vonseiten der Mitarbeiter auf eine nicht richtig sitzende Maske genüge, um verbal und körperlich angegriffen zu werden. Das schlage sich auch auf die Gesundheit der Mitarbeiter nieder, sagte der Experte. „Kolleginnen und Kollegen sind regelrecht verängstigt.“

Deutsche Bahn: Fahrgastverband findet 3G-Regel gegen Corona richtig

Auch der Fahrgastverband „Pro Bahn“ sieht die Pflicht zur Kontrolle der 3G-Regel nicht bei den regulären Bahnmitarbeitern. „Das normale Bahnpersonal kann 3G nicht überprüfen, weil es immer wieder aggressive Impfgegner gibt, die die Bahnmitarbeiter angreifen“, sagte der „Pro-Bahn“-Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Generell halte „Pro Bahn“ die neue 3G-Regel aber für richtig.

Um der Lage in den Zügen Herr zu werden, hat die Deutsche Bahn* seit Beginn der 3G-Regel am 24.11.2021 mit 9000 Mitarbeitenden täglich rund 20.000 Fahrgäste kontrolliert, wie eine Sprecherin erklärte. Bei 400 Verbindungen pro Tag sei es insgesamt bislang erst in 40 Fällen zu sogenannten „Fahrtausschlüssen“, also Zug-Verweisen, gekommen. Zu einer Zwischenbilanz und in wie vielen Fällen die Polizei zur Unterstützung der Kontrolleure anrücken musste, wollte sich die Bahn-Sprecherin vorerst nicht äußern.

Hohe Strafen: Bei Fahrt ohne 3G-Nachweis müssen Passagiere den Zug verlassen

Klar ist: Die 3G-Regel gilt und wird stichprobenartig überprüft. Wer nicht geimpft oder genesen ist, der braucht einen Corona-Test* und der darf bei Fahrtantritt nicht älter als 24 Stunden sein. Ausnahmen greifen bei Kindern unter sechs Jahren und bei Schülerinnen und Schüler, aufgrund der regelmäßigen Tests in Schulen.

Wer ohne 3G-Nachweis in einem Zug der Deutschen Bahn oder anderen Verkehrsmitteln unterwegs ist und kontrolliert wird, der muss an der nächsten Haltestelle aussteigen. Außerdem drohen dann mehrere tausend Euro Strafe, erklärt die Bundesregierung auf ihrer Webseite. Wie hoch das Bußgeld letztendlich ausfällt, sei Ländersache. (kh) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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