Pressekonferenz zum ersten Coronavirus-Patienten in Hessen: (von links) Gisela Ballmann, Leiterin des Gesundheitsamtes Lahn-Dill-Kreis, Landrat Wolfgang Schuster (SPD) und der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) beantworten Fragen von Journalisten. Foto: Malte Glotz/dpa

Coronavirus-Fall in Wetzlar bestätigt – „kein Grund zur Panik“

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Wetzlar - Erstmals wird bei einem Hessen das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Es dürfte nach Einschätzung der Behörden nicht der einzige Fall im Bundesland bleiben. Sie rufen zur Besonnenheit auf – und im Zweifel zum Griff zum Telefon.

Klose rief dazu auf, Solidarität mit Erkrankten zu zeigen. „Es ist verständlich, dass Menschen besorgt sind und Angst haben“, sagte er. Grund zur Panik gebe es aber nicht. Für Informationen könnten sich Bürger an eine Hotline wenden. Er riet allen, die eine Infektion befürchten, etwa weil sie in einem Risikogebiet waren und Symptome zeigen, erst einmal beim Hausarzt oder Gesundheitsamt anzurufen. Die Experten würden die Situation abklären und die nötigen Schritte einleiten.

Erster Fall in Hessen

Der Coronavirusfall aus Wetzlar ist der erste in Hessen – abgesehen von Rückkehrern aus dem chinesischen Wuhan, die auf dem Frankfurter Flughafen gelandet und dort getestet worden waren. Anfang Februar hatte die Bundeswehr 126 Deutsche und ihre Angehörige mit einer Sondermaschine aus der stark vom Coronavirus betroffenen Millionenmetropole Wuhan in China zurückgeholt.

Bei zwei Rückkehrern wurde anschließend Sars-CoV-2 festgestellt; sie wurden in die Uniklinik Frankfurt gebracht und dort Mitte Februar wieder entlassen. Die anderen Rückkehrer mussten zwei Wochen in Quarantäne in einer Bundeswehrkaserne in Germersheim in Rheinland-Pfalz verbringen.

15 von 100 Infizierten erkranken schwer

In Deutschland mehren sich derzeit die Fälle von Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Aktuell gibt es mehr als 30 Coronavirus-Fälle.

Die meisten Betroffenen haben nur leichte Erkältungssymptome mit Frösteln und Halsschmerzen oder gar keine. Doch 15 von 100 Infizierten erkranken laut Robert Koch-Institut (RKI) schwer. Dann drohen Atemprobleme oder eine Lungenentzündung.

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